Mit unseren 11 Tipps könnt Ihr jeden Mac im Handumdrehen schneller machen. Egal, mit welcher MacOS- oder OS-X-Version.

Der Mac ist ein Arbeitstier, die hochpreisige Hardware reicht in der Regel für einige Jahre aus. Doch auch Macs werden irgendwann langsam – Schuld daran ist jedoch nicht immer ein veraltetes System, sondern Software-Probleme. Zwar vermüllt OS X mangels Registry nicht so schnell wie Windows, trotzdem sind von Zeit zu Zeit ein paar Wartungsmaßnahmen nötig, um das System wieder auf Touren zu bringen. Mit den folgenden 11 Tricks sorgt Ihr dafür, dass Euer System wieder flott läuft.

1. Rechte reparieren (seit OS X 10.11 „El Capitan nicht mehr nötig)

Einer der Standard-Tricks, um einen langsamen Mac wieder flott zu machen, ist die Reparatur der Dateirechte. Bei Stromausfällen, Programmabstürzen und anderen Unregelmäßigkeiten neigt Mac OS X dazu, die Unix-Dateiberechtigungen falsch zu setzen, wodurch es zu Performanceproblemen und schlimmstenfalls zu Fehlern kommen kann. Die Rechtereparatur könnt Ihr im Festplatten-Dienstprogramm im Ordner /Programme/Diebstprogramme/ ausführen. Das ist direkt unter Mac OS X möglich, deutlich effektiver ist die Reparatur aber, wenn Ihr die Reparatur aus der Recovery-Umgebung heraus durchführt. Dazu müsst Ihr beim Systemstart die Tastenkombination (cmd)+(r) gedrückt halten und das Festplatten-Dienstprogramm im Recovery-System ausführen. Anschließend müsst Ihr den Rechner nur neu starten.

Ihr könnt die Rechte im laufenden System oder in der Recovery-Umgebung reparieren…

Extra-Tipp: Ihr könnt die Reparatur auch schnell per Kommandozeile starten. Gebt dazu im Terminal den Befehl sudo diskutil repairPermissions / ein und gebt Euer Administrator-Passwort ein.

… oder einfach per Terminal optimieren.

2. Unix-Wartungsskripte ausführen

Ebenfalls am einfachsten über die Kommandozeile führt Ihr die regelmäßigen Unix-Wartungsskripte aus. Die sorgen auf dem System für Ordnung, sofern sie denn automatisch ausgeführt werden – das ist jedoch gerade auf Macs, die nur selten benutzt werden, nicht immer der Fall. Mit dem Terminal-Kommando sudo periodic daily weekly monthly startet Ihr die Skripte manuell, wie schon bei der Rechtereparatur müsst Ihr Euer Administrator-Passwort zur Hand haben.

Der manuelle Start der Wartungsskripte kann Fehler beheben und die Geschwindigkeit verbessern.

3. OS-X-Anmeldeobjekte ausmisten

Unter Mac OS X gibt es zwar keinen Autostart-Ordner, trotzdem können Programme mit Hilfe von Anmeldeobjekten automatisch gestartet werden. Da manche Programme bei der Installation oder beim ersten Start ein Anmeldeobjekt aufsetzen, solltet Ihr von Zeit zu Zeit in den Systemeinstellungen im Punkt „Benutzer“ ins Tab „Anmeldeobjekte“ wechseln und hier Programme herauswerfen, die Ihr nicht zuordnen könnt. Sollte anschließend ein Programm nicht mehr funktionieren, müsst Ihr es einfach noch einmal installieren.

Manche Programme installieren Anmeldeobjekte. Mistet diese aus.

4. StartUpItems und LaunchDaemons ausmisten

Leider ist das nur die halbe Miete: Manche Programme verstecken auch Launcher im System selbst, und zwar in den Ordnern „StartUpItems“, „LaunchDameons“ und „LaunchAgents“, die je einmal im Hauptverzeichnis der Festplatte und einmal im Benutzerordner zu finden sind. Achtet darauf, hier nichts zu löschen, was Ihr nicht identifizieren könnt. Autostarter von Programmen, die Ihr nicht mehr benötigt, könnt Ihr jedoch bedenkenlos entfernen.

In verschiedenen Systemordnern verstecken sich ebenfalls Autostart-Objekte.

5. Caches leeren

Mac OS X bildet Systemcaches, die den Rechner eigentlich beschleunigen sollen. Manchmal sind die aber entweder fehlerhaft oder selbst so groß, dass sie eher bremsen als beschleunigen. In beiden Fällen solltet Ihr die Caches löschen: Öffnet nacheinander die Ordner
/library/caches
~/library/caches
/system/library/caches
und verschiebt deren Inhalt in den Papierkorb. Anschließend solltet Ihr den Rechner neu starten.

Mit geleerten Caches läuft Vieles wieder flotter.

6. Spotlight-Index zurücksetzen

Auch der Spotlight-Index zählt zu den ewigen Systembremsen, da er sich manchmal verhakt. Wenn Euer Mac zum Beispiel nach einem Update plötzlich sehr, sehr langsam ist, könnte Spotlight, genauer gesagt die damit verbundenen Prozesse mds und mdworker, in einer Endlosschleife festhängen. Das merkt Ihr, wenn Ihr einen Blick auf die Aktitivätsanzeige werft. In solchen Fällen hilft es, den Index zu löschen, damit er neu aufgebaut werden kann. Gebt dazu einfach
sudo mdutil -E /
im Terminal ein und bestätigt durch Eingabe Eures Admin-Kennworts. Startet anschließend den Mac neu.

Der Spotlight-Index lässt sich mittels Terminal zurücksetzen.

7. Festplatte entrümpeln

Eine echte Systembremse ist eine übervolle Festplatte. Da Mac OS X gnadenlos auslagert, egal wie viele RAM verbaut ist und unabhängig davon, ob Ihr eine SSD oder eine konventionelle Harddisk verwendet, sollte ausreichend Platz für den virtuellen RAM zur Verfügung stehen. Eine Faustregel ist, dass mindestens das doppelte bis dreifache des verfügbaren Arbeitsspeichers auf der Festplatte frei sein sollte, damit OS X ohne Schwierigkeiten auslagern kann. Bei einem System mit 8 Gigabyte RAM also mindestens 16 Gigabyte, je mehr, desto besser. Ihr könnt die größten Platzfresser mit Programmen wie FreeDiskSpace aufspüren und löschen. Zusätzlich solltet Ihr darüber nachdenken, auf eine Partitionierung zu verzichten, weil sie unter OS X keinen Sinn ergibt.

Mit Tools wie FreeDiskSpace könnt Ihr die Festplatte entrümpeln.

8. Virenscanner deinstallieren

Egal, wer Euch andere Informationen gegeben hat: Unter Mac OS X sind Virenscanner überflüssig wie ein Kropf, denn Macs sind immun gegen die zahllosen Windows-Viren. Der einzige Grund, sie zu verwenden, wäre, die Verbreitung von Windows-Viren über das eigene Mailkonto zu verhindern, aber ehrlich: Warum solltet Ihr dafür Rechenleistung (und Stromkosten?) aufwenden, wenn die Windows-User doch ohnehin Virenscanner nutzen? Virenscanner haben die nervige Angewohnheit, alle Dateien, die geöffnet werden, zu scannen, was das System unglaublich bremst. Entfernt den Virenscanner also restlos, indem Ihr den normalerweise mitgelieferten Uninstaller verwendet.

Virenscanner bieten üblicherweise Uninstall-Engines.

9. Virtuellen Maschinen weniger RAM zuweisen

Wenn Ihr virtuelle Maschinen verwendet und Euer Mac nur dann in die Knie geht, wenn Ihr sie laufen lasst, habt Ihr dem virtuellen PC vermutlich zu viel RAM zugewiesen. Fahrt die virtuelle Maschine herunter und ändert die RAM-Zuweisung in den Systemeinstellungen. Mehr als die Hälfte des im System verfügbaren Speichers sollten Windows- oder Linux-VMs nicht zur Verfügung stellen.

In virtuellen Maschinen sollte der RAM nicht mehr als 50% des Systemspeichers des Macs verwenden.

10. Startvolume richtig setzen

Manchmal dauert es schier ewig, bis der Mac startet. Das kann an einem falsch oder nicht gesetzten Startvolume liegen: Der Mac sucht zunächst nach einer Festplatte, von der er starten kann, was konzeptbedingt ein paar unnötige Sekunden dauert. Öffnet die Systemeinstellungen, wählt hier den Punkt „Startvolume“ und wählt dort Eure Systemfestplatte aus. Beim nächsten Neustart sollte es wieder flotter gehen.

Ist das Startvolume richtig gesetzt, startet das System flotter.

11. RAM aufrüsten und SSD im Mac einbauen

Zuguterletzt noch ein Tipp, der den Max noch schneller macht: Rüstet Euren Mac auf so gut es geht! Leider ist das nicht mehr bei allen Macs möglich, doch bei den Mac Minis und Macbook Pros bis Mitte 2012 können bis zu 16 Gigabyte RAM und mit etwas Bastel-Aufwand eine SSD verbaut werden. iMacs – auch aktuelle – unterstützen bis zu 32 Gigabyte RAM. Mit einer SSD-Festplatte beschleunigt Ihr die Zugriffe zudem massiv, allerdings müsst Ihr dann das System per Time Machine auf den neuen Speicher umziehen. Der Mac-Schrauber Eures Vertrauens kann sie Euch in die komplexeren iMacs einbauen, Selberbasteln können wir hier nicht empfehlen.

Übrigens: Falls der Rechner ohne größere Änderungen an Hardware oder Software plötzlich zickt und deshalb langsam ist, hilft nicht selten einfach ein PRAM- oder ein SMC-Reset.

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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