Das Nintendo NES wird 30 Jahre alt. Grund genug, es aus der Versenkung zu holen und mit wenigen Klicks auf dem Mac zu installieren und zu nutzen – oder?

30 Jahre Nintendo Nintendo Entertainment System – Grund zu feiern. Denn die Heimkonsole genießt bis heute einen Kultstatus, der wohl nur noch von seinem Nachfolger Super-Nintendo übertroffen wird. Ich erinnere mich noch genau, wie wir damals, es muss so 1989 gewesen sein, so ein Gerät nach Hause bekamen. Tagelang verbrachte ich mit meinem kleinen Bruder mit dem Versuch, die ersten beiden Super Mario Bros.-Spiele zu knacken. Und selten hat mich ein Multiplayer-Game so sehr gefesselt wie das zwar hibbelige, aber ebenso knuffige „Snake Rattle’n Roll„. Grund genug für mich, die gute, alte Konsole auf dem Mac wieder zum Leben zu erwecken – und zwar kostenlos.

Sah das wirklich so komisch aus? Ja, denn 16 Farben gleichzeitig waren in den 1980ern Stand der Technik.

1. OpenEmu laden und installieren

Alles, was man auf dem Mac benötigt, um ein NES (oder Super-NES) zum Leben zu erwecken, ist der kostenlose Emulator OpenEmu sowie einige Spiele-ROMs. Ersterer lässt sich völlig legal und kostenlos von seiner Website herunterladen. Anschließend muss die ZIP-Datei entpackt und das Programm in den Programme-Ordner des Macs verschoben werden. Ihr könnt OpenEmu jetzt von dort aus starten.

OpenEmu kann kostenlos auf OpenEmu.org heruntergeladen werden.

2. ROM-Dateien laden und in den Emulator packen

Als nächstes benötigt Ihr natürlich Spiele: Diese lassen sich als sogenannte ROM-Dateien für das NES und andere Konsolen im Netz auftreiben. Grundsätzlich gilt: Wer das Originalspiel besitzt, kann auch das ROM verwenden, ansonsten ist es juristisch gesehen Raubkopiererei, auch wenn die freie Verfügbarkeit im Netz einen anderen Eindruck erweckt. Hier ein Youtube-Video, in dem die ganze Geschichte juristisch erklärt wird, das Fazit: Der Download von ROMs ist strafrechtlich und zivilrechtlich problematisch, weil sie eine Urheberrechtsverletzung darstellen, aber wo kein Kläger, da kein Richter. Da ich kein Jurist bin und Tutonaut.de natürlich auch keine Rechtsberatung, muss ich an dieser Stelle also darauf hinweisen, dass das Herunterladen, Kopieren, Weitergeben und so weiter auch alter Videospiele das Risiko einer Strafverfolgung darstellt.
Aber genug der Juristerei: Wenn Ihr Eure ROMs, woher auch immer, habt, wählt Ihr im Emulator das „Nintendo (NES)“ und zieht die Spiele-ROMs mit der Dateiendung .nes ins Emulatorfenster, um sie hinzuzufügen.

Spiele gibt es nur aus dubiosen Quellen im Netz – anders geht es allerdings nicht.

3. Spiel starten und Gamepad verwenden

Ein Doppelklick auf das Spiel startet dann auch schon den Emulator und das NES auf Eurem Mac läuft wie seinerzeit am winzigen Röhrenmonitor im Kinderzimmer. Einzig die Tastatursteuerung ist weder intuitiv, noch bereitet sie sonderlich Freude. Wenn Ihr mit der Maus über das Spiel fahrt, wird ein Menü eingeblendet: Hier könnt Ihr die Controller-Einstellungen öffnen. Schließt ein USB-Gamepad an und wählt es als Input-Gerät aus, belegt anschließend die Tasten nach Eurem Gusto – und los geht der lustige Retro-Spaß. Ich jedenfalls werde den Abend jetzt zur Feier des Tages mit meinem neuen, alten Nintendo NES und Super Mario verbringen.

Die Steuerung kann bequem angepasst werden. USB-Gamepads werden ohne weitere Installation erkannt.

Übrigens, und das geht an Nintendo: Wie wäre es denn mal mit einer App für Smartphones und Tablets, die die guten, alten Spielsysteme emuliert? Jedes Spiel als In-App-Download für sagen wir 1-2 Euro, der Emulator selber kostenlos. Die Kasse würde klingeln, versprochen!

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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