Mit dem Amazon Kindle Fire liefert der Online-Riese zwar ein hervorragendes Tablet, allerdings ist das App-Angebot eher durchwachsen. Das könnt Ihr ändern!

Seit geraumer Zeit bietet Amazon mit den Modellen Amazon Kindle Fire HD und der höher auflösenden Version Amazon Kindle Fire HDX eine eigene Tablet-Reihe an. In Sachen Betriebssystem setzt Amazon dabei auf eine Android-Fork namens Fire OS – und diese verzichtet von vorne bis hinten auf alles, was in irgendeiner Weise mit Google zu tun hat. Stattdessen geht es beim Kindle Fire voll und ganz um die Amazon-Angebote: Ob Amazon MP3s per Cloud-Player, Kindle-E-Books und natürlich die tiefe Integration des Amazon-Videodienstes (bis heute ist die Android-App für Amazon Prime Instant Video exklusiv auf den Kindle Fire-Tablets verfügbar) seid Ihr beim Fire auf das angewiesen, was Amazon Euch erlaubt. Zumindest in Sachen Apps gibt es aber eine Möglichkeit, das maue Angebot des Amazon App Shops zu erweitern. Wir zeigen Euch, wie Ihr so gut wie alle Apps auf dem Kindle Fire installieren könnt.

Das App-Angebot gehört nicht eben zu den Stärken des Amazon Kindle Fire – immerhin gibt es einen Workaround (Bild: Amazon)

1. Installation aus unbekannten Quellen aktivieren

Genau wie bei anderen Android-Geräten ist es auch bei den Kindle Fire HD- und HDX-Modellen möglich, Apps aus so genannten unbekannten Quellen zu installieren (dieser Vorgang ist auch bekannt als „Sideloading“). Öffnet dazu die Einstellungen des Amazon-Tablets und aktiviert den entsprechenden Schalter „Apps unbekannter Herkunft“ im Untermenü „Anwendungen“. Bestätigt die Warnmeldung und Ihr könnt die Apps installieren.

2. APK-Datei der App besorgen

Sobald die Installation aktiviert ist, dürft Ihr Android-Apps in Form der so genannten APK-Dateien („application package file“) auf dem Kindle Fire installieren. Auf diese Weise ist es beispielsweise möglich, Apps auf einem Androiden mit Google Play Store mit einem Programm wie ES File Explorer als APK zu sichern und auf den Kindle Fire zu schieben. Hier begibt man sich allerdings schnell in eine rechtliche Grauzone. Überhaupt kein Problem hingegen ist es, direkt vom Entwickler verteilte APKs zu installieren, was beispielsweise oft für Beta-Versionen genutzt wird. Weitere Beispiele sind die Android-Version des Mediencenters XBMC oder auch der nicht nur bei Mit-Tutonaut Mirco beliebte Open Source-Marktplatz F-Droid.

3. Apps auf dem Kindle Fire installieren

Woher auch immer Ihr die APKs nehmt, die Installation funktioniert im Grunde immer gleich: Ladet die Dateien entweder mit dem Silk-Browser herunter oder kopiert Sie per USB-Kabel auf den Speicher Eures Kindle Fires. Nun nutzt Ihr eine App wie den schon erwähnten ES File Explorer aus dem Amazon App Shop, navigiert zum Ordner, in dem Ihr die Apps installiert habt, und installiert diese durch Antippen. Wie von Android bekannt teilt Euch das System nun noch mit, welche Berechtigungen die Apps einfordern – das solltet Ihr unbedingt durchlesen.

Noch eine kleine Anmerkung: Zwar lassen sich auf diese Weise fast alle Apps auf Amazon-Tablet installieren, allerdings solltet Ihr Euch in der Praxis auf das eine oder andere Problem in Form von Abstürzen einstellen. Besonders Apps, die auf das fehlende Google Play-Framework zugreifen (etwa in Form von einem Log-in per Google+) werden auch auf diese Weise nicht uneingeschränkt auf dem Kindle Fire HD oder HDX laufen!

UPDATE: Apps aus dem Google Play Store herunterladen

Eine praktische Hilfe für alle, die Apps aus dem Google Play Store auf dem Kindle Fire installieren möchten, findet Ihr in Raccoon. Das Gratis-Tool erlaubt es, Apps als APK-Dateien aus dem Play Store als APK herunterzuladen, die Ihr dann auf den Kindle Fire schieben könnt. Wie das Tool funktioniert, zeigen wir Euch in unserer Anleitung.

Über den Autor

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

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