Eine NAS ist praktisch, doch im Worst Case ist der Schaden groß – wir zeigen Euch, wie Ihr Eure wichtigen NAS-Dateien auf dem Strato HiDrive sichert.

So eine NAS ist schon was Feines: Filme, Musik, Fotos und beliebige andere Daten werden zentral auf einer Netzwerkfestplatte gesammelt und stehen für alle angemeldeten Computer, Smartphones und andere Geräte zur Verfügung. Mit passenden Apps wie Cloud Station von Synology oder myQNAPCloud von QNAP könnt Ihr damit auch ganz einfach externe Clouddienste wie Dropbox oder OneDrive ersetzen – das spart die Auslagerung Eurer Daten auf US-Server, die ja bekanntlich in Sachen Datenschutz eher, sagen wir, lässig agieren. Doch bei allen Vorteilen darf man nicht vergessen, dass in einem Worst Case-Szenario (etwa nach einem Einbruch oder einem Wohnungsbrand) die Daten verloren sind – hier sind kommerzielle Anbieter mit ihren Rechenzentren schlichtweg im Vorteil. Die Lösung ist die Erstellung eines Backups auf einem externen Server. Speziell für Besitzer der verbreiteten NAS-Systeme von Synology gibt es eine praktische Alternative zum Betrieb eines eigenen Rsync-Servers oder der Sicherung auf einer zweiten NAS, die bei Freunden geparkt ist. Der Webhoster Strato bietet mit HiDrive einen vergleichsweise günstigen Cloudspeicherdienst, der dank passender Synology-App ganz einfach als Online-Backup für Eure Daten genutzt werden kann. Der Vorteil: Die Server stehen in Deutschland und sind damit auch den hierzulande gültigen Datenschutzrichtlinien unterworfen; außerdem lassen sich die Daten über eine verschlüsselte Verbindung von Eurer Synology-NAS zu Strato HiDrive übertragen.

1. Strato HiDrive registrieren

Falls Ihr nicht schon ein HiDrive-Konto besitzt, müsst Ihr natürlich erst eines einrichten. Strato bietet ein komplett kostenloses Einsteiger-Paket, bei dem Ihr 5 Gigabyte Speicherplatz erhaltet – damit könnt Ihr zumindest die grundlegenden Features ausprobieren. Bis zum 1. April 2014 könnt Ihr außerdem das CeBIT-Messespecial absahnen und erhaltet 100 GB HiDrive-Speicher für exakt einen Euro (nach den 12 Monaten steigt die monatliche Gebühr auf 6,90 Euro). Wenn Ihr nicht gerade Massen an HD-Filmen sichern wollt, ist das sicherlich eine gute Alternative.

2. HiDrive Backup installieren

Nach der Anmeldung bei HiDrive müsst Ihr noch die passende App auf Eurer Synology NAS installieren. Loggt Euch DiskStation Manager ein und öffnet das Paketzentrum. Sucht hier nach „HiDrive“ und installiert die App. Danach öffnet Ihr Sie über das Startmenü. Die HiDrive-App ist übrigens kompatibel zum aktuellen DiskStation Manager 5.

3. NAS Backup einrichten

Jetzt geht’s ans Eingemachte: Klickt in der HiDrive-Backup-App auf „Erstellen“ gebt dem Backup-Job einen Namen. Im nächsten Schritt gebt Ihr Eure Anmeldedaten ein und bestimmt die Sicherungsoptionen. Wir empfehlen die Aktivierung der Verschlüsselung und Komprimierung. Auch solltet Ihr einen Haken bei „Nach Trennen der Verbindung mit dem Hochladen fortsetzten“ einstellen. Über das kleine „i“ bekommt Ihr Infos zu den einzelnen Optionen. Es lohnt sich außerdem, den Upload über „Bandbreitenbeschränkung“ einzugrenzen; dadurch dauert die Sicherung zwar länger, im Gegenzug wird Eure Internetverbindung aber nicht ausgebremst.

4. Zu sichernde Ordner auf der NAS bestimmen

Nach dem Verbindungstest besimmt Ihr, welche Daten das HiDrive-Backup im Detail sichern soll. Dazu werden die Freigaben auf der NAS eingeblendet, die Ihr per Häkchen markiert. Standardmäßig werden alle Unterordner mit gesichert. Ihr könnt aber auch einzelne Ordner ausschließen, um Bandbreite und Online-Speicher zu sparen.

5. Sicherungszeitplan erstellen

Da nur aktuelle Backups etwas bringen, solltet Ihr den Sicherungszeitplant nutzen, um die Sicherung regelmäßig auszuführen. Wahlweise könnt Ihr mit dem Basiszeitplan ein wöchentliches Backup durchführen oder über „Erweiterter Zeitplan“ eine Sicherung an jedem Tag oder auch dreimal die Woche durchführen lassen.

6. Einstellungen übernehmen und Backup starten

Der HiDrive-Assistent fasst abschließend noch einmal alle Angaben zusammen. Seid Ihr zufrieden, könnt Ihr den Backup-Job mit „Übernehmen“ speichern. Um die Sicherung sofort durchzuführen, klickt den gerade erstellten Auftrag in der Liste an und wählt „Jetzt Datensicherung durchführen“. Je nach Datenmenge und Upload-Kapazität kann das dauern und sollte im besten Fall über Nacht passieren. Bei „Datensicherungsstatus“ könnt Ihr jederzeit den Fortschritt einsehen. Nach der ersten Sicherung schickt HiDrive-Backup übrigens nur noch die Änderungen auf die Strato-Server, was den Vorgang natürlich deutlich beschleunigt.

7.Dateien aus HiDrive-Backup wiederherstellen

Wollt Ihr eine gesichert Datei aus dem HiDrive-Backup wiederherstellen, loggt Euch einfach ins HiDrive-Webinterface ein bzw. bindet das HiDrive als Laufwerk unter Windows ein, wie es hier beschrieben wird. Nun könnt Ihr die Datei(en) einfach über den Dateimanager heraussuchen und herunterladen.

8. Komplettes Backup wiederherstellen

Alternativ könnt Ihr auch ein komplettes Backup-Set wiederherstellen. Das passiert direkt in der HiDrive-App: Klickt auf „Wiederherstellen“ und startet hier den Wiederherstellungsassistenten. Nach dem Log-in wählt Ihr den Share-Ordner aus, der wiederhgestellt werden soll. Da dabei bestehende Dateien mit dem Backup überschrieben werden, solltet Ihr eine komplette Wiederherstellung nur dann ausführen, wenn Ihr beispielsweise auf eine neue NAS umsteigt.

Über den Autor

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

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Kommentare

  • Sofern man HiDrive nur für das Backup der NAS nutzt empfehle ich verschlüsselte Ordner anzulegen und diese zu sichern. Serverstandort Deutschland und zusätzlich verschlüsselte Speicherung = Datenschutz vom feinsten 😉

  • Hallo,

    das scheint nur für zahlende Kundschaft von STRATO vorgesehen zu sein. Ich nehme an, dass das daran liegt, dass die Verbindung über sshfs hergestellt wird und hier schreibt STRATO unter http://www.strato-faq.de/article/1661/HiDrive-mit-SSHFS-mounten-unter-Linux.html, dass das nur auf V-Server-Auslieferungen funktioniert und wenn es nicht tut, ein upgrade erforderlich ist. Das kostenlose 5GB-Angebot ist da wohl außen vor. Wenigstens in meinem Fall. Würd ich ja noch einsehen, dass man den vollen Komfort nur gegen Aufpreise erhält. Dass aber weder das MS sync toy noch rsync (unter Cygwin) mit dem Mount client von STRATO funktioniert ist schon eine ziemlich Enttäuschung. sync toy legt Dateinen an, die man nicht haben will, weil sie im Orginal nicht vorhanden sind, rsync bricht mit Fehlermeldungen ab, außerdem unterscheiden sich die übertragenen Dateien bei einem diff abgleich. Das alles macht das kostenlose Angebot so ziemlich nutzlos. Schade eigentlich …

    Mit freundlichen Grüßen,

    Klaus Fischer