Ihr leidet unter doppelten und dreifachen Fotos auf iPhone, iPad und Co.? Schuld sind Fotostream und Apples Sync-Strategie. Wir bringen Licht ins Dunkel und helfen Euch, die Dupletten loszuwerden.

Leidet Ihr auch unter dem „Doppelte Fotos“-Problem auf iPhone und iPad, ohne zu wissen, wieso? Der Grund ist einfach: Schuld sind der Foto-Sync mit iTunes, der Aufnahme-Ordner von iOS sowie Apples Fotostream. Wieso dadurch alle Bilder doppelt oder sogar dreifach auf iPhone und iPad erscheinen? Nun: Wir können es Euch erklären.

Doppelte Fotos: Die Logik verstehen

Obwohl Apple ja als einfach gilt, ist die Logik der doppelten Bilder zwar nicht wirkloch sinnvoll, aber mit ein wenig Hintergrundwissen recht einfach nachvollziehbar: Wer ein iPhone besitzt, fotografiert damit natürlich Fotos. Diese liegen im „Aufnahmen“-Album des Geräts, also einmal auf dem iPhone. Wer nun auch noch den Fotostream aktiviert hat, lädt das Bild zusätzlich automatisch in Apples Cloud. Da der Fotostream immer den gleichen Stand an Fotos auf allen Endgeräten präsentiert, entsteht dadurch die zweite Kopie des Bildes auf Eurem iPhone. So weit so klar? Gut. Denn manchmal tauchen Bilder sogar noch ein drittes Mal auf. Dann nämlich, wenn Ihr iTunes zum Beispiel so eingestellt habt, dass automatisch neue Bilder auf das iPhone synchronisiert werden. Hier kommt die dritte Kopie auf das Gerät. Wir haben also:

  1. Ein Originalfoto im „Aufnahmen“-Ordner.
  2. Eine 1:1-Kopie des Originalfotos im Fotostream
  3. Eine verkleinerte Version, die via Fotos-App und iTunes auf das iPhone kommt

Und die gilt es jetzt, loszuwerden.

Doppelte Fotos? Schuld ist die Logik von Apples Cloud- und Gerätespeicher.

Die Lösung ist denkbar einfach

Da Ihr jetzt wisst, wo die drei Kopien herkommen, ist auch das Entfernen der Doppler ein Kinderspiel: Zunächst solltet Ihr alle Fotos und Videos aus dem „Aufnahmen“-Ordner löschen, die bereits doppelt vorhanden sind oder von denen Ihr wisst, dass Ihr sie bereits auf einen PC oder Mac kopiert habt. Das nämlich bedeutet, dass sie bereits mit Fotos auf dem Mac oder den Fotostream-Ordnern unter Windows synchronisiert wurden. Öffnet daher jetzt die „Alben“-Ansicht und wählt hier „Aufnahmen“. Klickt auf „Auswählen“ und haltet das erste Foto fest, bis es markiert ist. Zieht dann den Finger ohne abzusetzen ganz nach unten, um alle „Aufnahmen“ zu löschen. Achtung: Der Fotostream synchronisiert ausschließlich Fotos, keine Videos. Ihr solltet also sicherstellen, dass Ihr vorher alles auf einen PC oder einen Cloud-Service kopiert habt.

Schuld kann auch der Fotostream sein.

Fotostream ab und zu leeren

Zusätzlich könnt Ihr jetzt noch den Fotostream leeren, falls die Fotos immer noch doppelt auftauchen. Wiederholt dazu den Löschvorgang wie im vorhergehenden Absatz. Achtung: Der Fotostream hält immer die letzten 1000 Fotos vor, die auf einem Endgerät – egal ob Mac, iPhone oder iPad – aufgenommen oder auf das Gerät überspielt wurden. Löscht Ihr ihn auf einem Gerät, verschwinden die Fotos innerhalb des Fotostreams auch auf allen anderen Geräten. Übrig bleibt jetzt eine letzte Kopie, die hoffentlich in Eurer Fotos-Mediathek auf dem Mac oder in den Foto-Ordnern Eures Windows-PCs liegt. Diese könnt Ihr dann mit iTunes wieder auf das Gerät synchronisieren und habt nur noch eine Version des Bildes auf dem Gerät. Natürlich spart die Lösung auch ordentlich Speicher.

Löscht einfach alle Bilder aus „Aufnahmen“ und „Fotostream“.

Übrigens: Besser Dropbox als Fotostream
Übrigens seid Ihr deutlich besser dran, wenn Ihr statt des Fotostreams die App Dropbox verwendet: Diese kopiert nicht nur alle neuen Fotos automatisch in den Cloud-Speicher, sondern nimmt auch Videos mit. Ein weiterer Vorteil: Die Fotos erscheinen nicht mehr doppelt, solange Ihr sie nicht manuell in die Fotos-Mediathek oder in die iTunes-Synchronisationsordner von Windows kopiert habt. Alternativ könnt Ihr auch die iCloud-Mediathek von Apple verwenden: Dann entfällt der lästige Sync samt Fotostream. Doppelte Bilder gibt es dann ausschließlich über den „Aufnahmen“-Ordner.

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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