Mit foobar2000 klickt Ihr Euch komplett eigene Oberflächen für den Media Player zusammen – von der Aufteilung über die Playlisten bis hin zum letzen Button!

Die Windows-Freeware foobar2000 ist ein Musik-Manager und -Player in bester Winamp-Manier, inklusive UPnP-Server, Tagging, Converter und mehr. Wo allerdings Winamp & Co. lediglich Themes zur Gestaltung anbieten, die noch dazu recht aufwändig zu designen sind, zeigt foobar2000 sein absolutes Alleinstellungsmerkmal: Ihr könnt die komplette Oberfläche anpassen – oder einfach gleich mit einer leeren Grundfläche anfangen und Bibliotheksansichten, Playlisten, Buttons, Infobereiche, Cover-Ansichten und so weiter selbst anordnen und konfigurieren. Und das mit minimalem Aufwand.

Ob Ihr einen möglichst übersichtlichen, schlanken Einfach-Player benötigt, einen Manager für Sammlungen mit Zehntausenden Titeln oder bestimmte Workflows realisieren wollt, foobar2000 ist dabei unschlagbar. Und dazu noch extrem leistungsfähig! Weitere foobar2000-Artikel.

1. Die einfache Variante zuerst

Über View/Layout könnt Ihr zunächst mal das Quick Setup aufrufen und zwischen allerlei Beispiel-Layouts wählen, um ein Gefühl für die GUI-Elemente zu bekommen. Aber das nur vorweg.

Beispiel-Layouts

2. From scratch

Über View/Layout/Create scratchbox startet Ihr nun aber die leere, neue Player-GUI – quasi ein leeres Blatt.

From scratch – also vom leeren Blatt aus

3. Fenster unterteilen

Klickt einfach mit Links auf die Leere Fläche, um GUI-Elemente hinzuzufügen. Beginnt am besten mit einer Einteilung in Bereiche, das geht über die beiden Splitter-Elemente.

Splitter unterteilen das Fenster

4. Bibliotheksansicht einrichten

Es gibt unterschiedlichste Möglichkeiten, Eure Inhalte darzustellen – zum Beispiel die simple Albumliste „Album List“. Für das Beispiel verwenden wir hier Facets, die typische Merhspaltenauswahl, die auch gleich eine Suchfunktion mitbringt. Die Anzahl der Spalten dürft Ihr frei festlegen.

Facets – nur eine Möglichkeit, die Musikbibliothek anzuzeigen

5. Facets einstellen

Über Rechtsklicks legt Ihr nun fest, welche Daten in welche Spalte sollen – hier im Bild lässt sich beispielsweise bequem via Genre, Künstler, Album, Song navigieren. Hier ließen sich noch Jahre, Bewertungen oder sonstige Metadaten verwenden.

Mit Facets lassen sich recht detaillierte Navigationen basteln.

6. Weitere Elemente hinzuzufügen

Füllt jetzt die Oberfläche mit allerlei Elementen – seien es vorgefertigte wie die Visualisierungen oder Add-ons (in foobar2000-Sprache Components) wie die Lyrics-Anzeige.

Immer druf – packt den Player ruhig mal voll.

7. Details: Player-Buttons

Ihr könnt Player-Buttons an jedem UI-Element über das Element Toolbar Header andocken, allerdings hat das Hauptfenster automatisch eine solche Leiste – diese ist im Scratchbox-Modus nur nicht sichtbar. Um diese zu editieren, müsst Ihr einfach im normalen Betriebsmodus den Layout-editing-Modus aktivieren. Per Rechtsklick legt Ihr in beiden Fällen fest, welche Buttons und Regler erscheinen.

Selbst die Player-Button-Bar dürft Ihr vollstopfen.

8. Details: Playlist-Ansichten verfeinern

Eine weitere Detail-Einstellung von Interesse, sind die Spalten der Playlist-Ansichten. Via Rechtsklick könnt Ihr hier sogar Codes einblenden lassen Damit auch genug der Detail-Beispiele, Ihr habt es wohl mitbekommen: Einfach mal Rechtsklicks probieren, oft erscheint etwas Spannendes 😉

Und noch mehr Details für die Ansicht.r

9. Das fertige Beispiel

Und so könnte nun ein Player mit normalem Funktionsumfang aussehen – und wenn Ihr zufrieden seid, exportiert Ihr Euer Theme über das Edit-Menü.

So könnte ein simpler Player mit allem Nötigsten aussehen.

10. Theme importieren

Zurück im Hauptfenster, findet Ihr unter File/Preferences/Display/Default User Interface die Option, Themes zu importieren – die Themes selbst sind einzelne Dateien.

Alles gut? Dann im- und exportiert Eure Designs.

11. Farben und Schriften

Einen Punkt weiter unten in den Einstellungen liegen die Optionen für Farben und Schriften – und wie Ihr seht, haben auch diese viel Einfluss auf das Design.

Es muss nicht düster sein – auch quietschbunt ließe sich realisieren.

12. Noch ein Beispiel: Minimal-Player

Es muss nicht immer das große Fenster mit Dutzenden Playlist- und Daten- und Tag-Ansichten sein – erstellt einfache Designs, übt Verzicht, für die Hintergrundbeschallung bei Besuch lässt sich damit besser arbeiten.

Ein Minimal-Player – kann man auch immer wieder mal gebrauchen.

13. Meine GUI

Bei mir sieht foobar2000 so wie hier im Bild aus – ja, es wirkt anfangs etwas unübersichtlich, aber da sich Facets, Album List und das Such-Element (oben rechts) unterschiedlich verhalten, ist die Kombination für größere Bestände durchaus praktsich. Ebenso nützlich sind die oben links zu sehenden Tabs für Playlisten. Allerdings ist der Umgang mit Facets, Liste und Suche gleichzeitig in Kombination mit Playlisten bisweilen etwas …, mhhh – ärgerlich. Zu guter Letzt teilen sich noch Datei-Details- und Lyrics-Anzeige unten rechts einen kleinen Bereich – den Equalizer dürftet Ihr an prominenter Stelle gesehen haben.

Mir gefällt’s.

foobar2000 ist allerdings nicht nur extrem Variabel beim Design, sondern kann auch viel. Selbstverständlich spielt das Tool so ziemlich alles an Formaten ab, hat mächtige Funktionen zum Taggen, Konvertieren, ReplayGain’en und Reparieren, kann UPnP-Streams als Server und Client verarbeiten und sogar die Dateien der Bibliothekseinträge löschen oder sonstwie manipulieren. Und mittels Add-ons kann foobar2000 auch sehr spezielles Zeugs, etwa ABX-Tests durchführen, mit denen Ihr zum Beispiel herausfinden könnt, ab welcher Komprimierungsrate Ihr keinen Unterschied mehr zu unkomprimierten/verlustfreien Dateien hört.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, BSI-Mitarbeiter, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 24 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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