Irgendwann ist jede noch so große Festplatte voll. Mit WinDirStat findet Ihr heraus, welche Dateien und Ordner den kostbaren Speicherplatz belegen.

Freier Speicherplatz auf der Festplatte ist auf modernen PCs und Laptops kein so rares und wertvolles Gut mehr, wie noch vor einigen Jahren. Dennoch kann es mit der Zeit passieren, dass Speicher knapp wird und Windows einen Platzmangel moniert. Das gilt besonders dann, wenn Ihr Euer System bereits auf eine SSD umgesiedelt habt – die sind zwar meist ungleich schneller als klassisches HDDs, bieten aber auch viel weniger Platz. Bei knappen Ressourcen unter Windows solltet Ihr als erstes mit Tools wie dem bewährten CCleaner aufräumen. Falls doch nicht reicht, empfehlen wir den Einsatz von WinDirStat. Das kostenlose Programm analysiert die Belegung Eurer Festplatte und zeigt visuell, wo sich die größten Platzfresser verstecken. Diese könnt Ihr dann ganz einfach löschen oder die zugehörigen Programme deinstallieren. Wir zeigen Euch, wie WinDirStat funktioniert.

1. WinDirStat herunterladen und installieren

WinDirStat wird als Open Source vertrieben und kann kostenlos auf der Homepage des Tools heruntergeladen werden. Als Alternative zum Installer könnt Ihr das Tool auch als Portable App nutzen, die einfach nur entpackt wird und ohne Installation funktioniert. Den Download von WinDirStat Portable findet Ihr hier. Das Programm funktioniert mit allen Windows-Versionen von Windows XP bis Windows 8.1.

2. Speicherbelegung analysieren

Nach dem Start von WinDirStat wählt Ihr zunächst die Festplatte aus, deren Belegung Ihr untersuchen wollt. Im Beispiel wählen wir die Systemplatte C:, eine 120 GB große SSD. Mit einem Klick auf „OK“ startet WinDirStat die Analyse, was je nach System einige Minuten dauern kann.

3. Ergebnisse auswerten: Die Übersicht

Nach dem Scan präsentiert Euch WinDirStat eine dreigeteilte Ergebnisansicht, die auf dem ersten Blick zwar schön bunt, aber auch recht wirr ist. Doch keine Panik, die Aufteilung ist absolut durchdacht. Oben links sortiert WinDirStat die Ordner und Dateien auf der Festplatte nach Größe, wobei Ihr über das Plus-Symbol die Unterordner findet. Per Rechtsklick könnt Ihr die Ordner öffnen, die Eigenschaften aufrufen oder sie löschen – seid dabei aber vorsichtig. Oben rechts seht Ihr, welche Dateitypen den meisten Platz beanspruchen. Der Clou ist aber der bunte Bereich unten: Hier visualisiert das Tool die verschiedenen Ordner und Dateien je nach deren Größe; zusammenhängende Ordner werden in der Visualisierung automatisch arrangiert. So könnt Ihr besondere Platzfresser einfach ausmachen.

4. Ergebnisse auswerten: Details zu Dateien und Ordnern

Bewegt die Maus über die Kästchen seht Ihr in der Statusleiste den Namen der Dateien. Klickt in eins der drei Fensterbereich, um die entsprechenden Inhalte zu markieren. Zusätzlich könnt Ihr in der grafischen Ansicht per Rechtsklick hereinzoomen, um einzelne Bereiche zu vergrößern. Auf diese Weise lassen sich versteckte Platzfresser leicht ausmachen und bei Bedarf löschen oder verschieben. Allerdings solltet ihr die Finger von Systemdateien lassen, etwa der Ruhezustands-Datei hiberfil.sys. Um welchen Dateityp es sich handelt, seht Ihr unter anderem über den Fensterbereich oben rechts.

5. WinDirStat-Alternative für Mac OS X und weitere Infos

WinDirStat gehört unserer Meinung nach in jede gute Windows-Toolbox, hilft es doch dabei, vergessene Speicherfresser effizient aufzuspüren. Neben den von uns beschriebenen Schritten hat das Programm noch ein paar mehr Tricks auf Lager. Eine gute Anlaufstelle sind der Entwicklerblog sowie das Sub-Reddit zu WinDirStat. Übrigens können auch Mac-User die Funktionen des Programms nutzen. Mit Disk Inventory X steht seit einiger Zeit eine sehr gute Umsetzung von WinDirStat für Mac OSX bereit, die sogar von den Entwicklern der Windows-Version empfohlen wird.

Über den Autor

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

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