Google Maps ist unter Android nach wie vor der Karten- und Navigationsdienst Nummer 1. In der aktuellen Version könnt Ihr den Service auch offline nutzen.

Rein funktional ist Google Maps wirklich toll: Überall auf der Welt bietet der kostenlose Service die Möglichkeit, sich ganz einfach zurecht zu finden und per kostenloser Navigation sogar mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß ans Ziel gelenkt zu werden. Vor einiger Zeit hat Google den Dienst zudem umfangreich überarbeitet, sodass das Kartenmaterial noch genauer ist. Allerdings hat Google Maps einen gewaltigen Haken: Damit Ihr wirklich etwas davon hat, muss Euer Android-Smartphone oder Tablet mit dem Internet verbunden sein, was vor allem im Ausland aufgrund von Roaming-Kosten ein Problem darstellt. Es gibt aber die Möglichkeit, zumindest einen Teil der Karten auf Euren Androiden herunterzuladen und offline zu verwenden – wir zeigen Euch, wie es geht.

1. Zieladresse auswählen

Leider ist es bei Google Maps nach wie vor nicht möglich, das gesamte Kartenmaterial eines Landes auf das Smartphone oder Tablet zu laden, wie es beispielsweise das auf Windows Phone-Geräten verwendete Here Maps oder auch Apple Maps ermöglicht. Platziert den Kartenausschnitt in dem Gebiet, dass Ihr offline bereitstellen wollt und haltet den Finger kurz auf eine Straße gedrückt. Tippt nun unten auf die eingeblendete Adresse, um die Optionen zu öffnen, und wählt „Karte für die Offlinenutzung speichern“.

2. Kartenausschnitt festlegen

Legt nun per Zweifinger-Zoom fest, wie groß der Bereich sein soll, den Google Maps für den Offline-Einsatz herunterlädt. Die App erlaubt wie gesagt nur eine bestimmte Menge an Inhalten, für die meisten Städte inklusive Umgebung sollte es aber reichen. Außerdem dürft Ihr später auch weitere Karten herunterladen. Seid Ihr mit der Auswahl zufrieden, tippt auf „Speichern“.

3. Karte benennen und herunterladen

Gebt dem Offline-Gebiet nun einen passenden Namen und ladet es durch Auswahl von „Speichern“ auf Euer Smartphone oder Tablet herunter. Je nach Größe kann das eine zeitlang dauern, außerdem solltet Ihr natürlich mit einem WLAN verbunden sein, um Euren Datentraffic nicht zu überlasten.

4. Offline-Karte in der Praxis testen

Um zu prüfen, dass alles funktioniert hat, solltet Ihr Euer Android-Smartphone oder Tablet nach dem Download in den Flugzeugmodus schalten und die Karte testen. Bei den meisten Androiden aktiviert Ihr den Flugzeug- oder auch Offline-Modus (so heißt er beispielsweise bei Samsung Galaxy-Geräten), indem Ihr den Power-Button gedrückt haltet und die Option aktiviert. Scrollt nun durch die Karte um zu checken, dass alle Straßennamen etc. angezeigt werden.

5. Offline-Karten aktualisieren und löschen

Da Google laufend an seinem Kartenmaterial arbeitet, kann es vorkommen, dass neue Daten für Eure Offline-Karten bereitstehen. Ist dies der Fall, bietet Maps beim nächsten Start eine Aktualisierung an. Wollt Ihr Eure heruntergeladenen Karten einsehen und bei Bedarf löschen, um nach einem Urlaub Speicher freizugeben, tippt oben rechts auf das kleine Männchen und scrollt zum Bereich „Offlinekarten“ herunter. Über „Alle abrufen und verwalten“ könnt Ihr die Karten nun aktualisieren und verwalten.

Die Offline-Nutzung von Google Maps ist praktisch, bietet aber auch eine Reihe von Nachteilen. So sind sämtliche Such- und Navigationsfunktionen im Offline-Modus deaktiviert, Ihr könnt also lediglich die Ortung auf der Karte durchführen und eine grobe Orientierung vornehmen. Wenn Ihr mehr wollt, empfehlen wir Euch die Nutzung von Apps, die auf das Material von Open Street Maps zugreifen. Zur Navigation in Städten empfiehlt sich beispielsweise CityMaps 2 Go (kostenlos oder in einer unlimitierten Pro-Version für faire 1,99 Euro), für größere Regionen die nicht schöne, aber dafür mit praktischen Navigationsfunktionen ausgestattete OsmAnd Karten & Navigation. Hier können in der Gratis-Version zehn Gebiete heruntergeladen werden, wer mehr braucht, investiert 6,99 Euro in die Pro-Version.

Übrigens: Natürlich könnt Ihr Google Maps nicht nur unter Android, sondern auch auf dem iPad und iPhone kostenlos für die Offline-Nutzung vorbereiten. Wie das geht, zeigen wir Euch in unserer Anleitung.

Über den Autor

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

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