Windows 10 bekommt also einen Paketmanager* – überfällig wäre noch brachial untertrieben. Aber Ihr müsst nicht umsteigen, nur um Programme genauso bequem installieren zu können wie Linux-Nutzer. Die Lösung für Nutzer älterer Windows-Versionen gibt es auch schon eine ganze Zeit und hört auf den Namen Chocolatey.

Windows 10 bekommt also einen Paketmanager* – überfällig wäre noch brachial untertrieben. Aber Ihr müsst nicht umsteigen, nur um Programme genauso bequem installieren zu können wie Linux-Nutzer. Die Lösung für Nutzer älterer Windows-Versionen gibt es auch schon eine ganze Zeit und hört auf den Namen Chocolatey.

Einmal eingerichtet, installiert Ihr Programme künftig mit einem kurzen Befehl auf der Kommandozeile – oder der ChocolateyGUI, die hier aber gerade nicht läuft. Das Schöne daran: Alle Abhängigkeiten werden automatisch mitinstalliert, also Dinge wie Powershell, wget oder Frameworks. Zudem könnt Ihr alle installierten Programme mit einem Befehl updaten! Und Ihr müsst auch keine Installer herunterladen und später löschen – genügend Gründe, Chocolatey zu nutzen. Und: Es stehen derzeit 2.332 Programme im Chocolatey-Repository zur Verfügung, etwa mit wichtigen Basics wie CCleaner, Notepad++, Chromium, Firefox, OpenOffice, XBMC und so weiter.

1. Chocolatey installieren
Auf der Chocolatey-Homepage findet Ihr Code, den Ihr in eine Admin-Shell einfügen müsst. Sucht dazu über das Startmenü die cmd.exe und öffnet sie per Rechtsklick als Admin. Der Code:
@powershell -NoProfile -ExecutionPolicy unrestricted -Command "iex ((new-object net.webclient).DownloadString('https://chocolatey.org/install.ps1'))" && SET PATH=%PATH%;%ALLUSERSPROFILE%\chocolatey\bin
Damit wird Chocolatey heruntergeladen, installiert und so eingerichtet, dass Ihr den Befehl „choco“ später in jedem Pfad nutzen könnt (per SET PATH). Kopiert den Code aber lieber von der Homepage, für den Fall, dass er aktualisiert wird.

Shell als Admin öffnen.

2. Chromium installieren
Um nun ein Programm zu installieren, beispielsweise die Google-loose Google Chrome-Variante Chromium, gebt folgenden Befehl ein:
choco install chromium
Etwas einfacher als der normale Windows-Weg, nicht wahr!? Wie wäre es mit
choco install x-moto zim firefox chromium openoffice
Genau – Ihr könnt auch mehrere Programm auf einmal installieren. Und natürlich läuft das ganze ohne lästige Nachfragen – einzelne grafische EXE-Installer können da einfach nicht mithalten.

So einfach können Installationen sein.

3. Weitere Kommandos
Ihr könnt auch direkt auf der Kommandozeile im Chocolatey-Repository suchen:
choco search irgendwas
Suchen könnt Ihr freilich auch direkt auf der Chocolatey-Homepage. Besonders nützlich ist das Updaten:
choco update
Und für alles weitere bringt
choco /?
die sonstigen Optionen auf den Bildschirm. Ein letztes nützliches Kommando:
choco list -verbose game
listet alle verfügbaren Programme auf, in deren Beschreibung/Tags das Wort „game“ vorkommt. Der verbose-Schalter sorgt dafür, dass list nicht nur Programmnamen, sondern die kompletten Beschreibungen ausgiebt. So könnt Ihr direkt in der Shell Programme suchen, installieren, updaten und deinstallieren.
Übrigens: Chocolatey selbst ist Free Software, die Programme im Repository nicht unbedingt, dort findet sich auch allerhand Freeware und es könnten auch ein paar Trials dabei sein. Wenn Euch das Konzept gefällt: Bei Kickstarter gibt es Chocolatey-Projekt – bis zum 18.11 könnt Ihr noch spenden, derzeit sind 15.000 von 40.000 USD eingegangen.

2332 Programme mit Beschreibungen – durchsuchbar per simplem „choco search“.

*
In den verlinkten Golem-Artikel scheint sich ein Fehlerchen eingeschlichen zu haben: In Chocolatey befinden sich nicht nur portable Programme und sie tauchen sehr wohl – zumindest teilweise – in der Windows-Systemsteuerung auf; so geschehen beim ersten Testobjekt x-moto und zudem gibt es einige Programme, etwa Putty, auch explizit als Portable-Versionen, hier „Putty (Portable)“.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, BSI-Mitarbeiter, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 24 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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