Virtuelle Maschinen sind perfekte Spielwiesen für Software-Experimente. Die Schnappschüsse von VirtualBox sind dabei die perfekte Hilfe.

Wie es sich für brave Computer-Geeks gehört sind wir Tutonauten große Fans von virtuellen Maschinen. Warum auch nicht, schließlich machen VMs es nicht nur möglich, andere Betriebssysteme ohne Aufwand auf einem PC oder Mac zu starten, sie taugen auch als Spielwiese, um Software zu testen oder bestimmte Basteleien in einer isolierten Umgebung zu testen. Besonders einfach funktioniert dies mit den so genannten Schnappschüssen von VirtualBox.

Ein solcher Schnappschuss ermöglicht Euch, den aktuellen Zustand einer virtuellen Maschine zu speichern und bei Bedarf mit wenigen Klicks dahin zurückzukehren – gewissermaßen ein Image-Backup Eurer virtuellen Maschine. Alle Änderungen, die Ihr nach der Aufnahme des Schnappschusses durchgeführt habt, werden dabei zurückgesetzt. Der Vorteil: Ihr könnt so ziemlich jede noch so absurde Aktion innerhalb Eures virtuellen Windows/Linux/Sonstwas ausprobieren und bei Bedarf jederzeit wieder zu einer funktionierenden Umgebung zurückkehren. Spätestens, wenn Ihr bereits einige Zeit in die Einrichtung einer virtuellen Maschine investiert habt, solltet Ihr die Möglichkeiten von Schnappschüssen

Vor allem für Experimente wie die Installation von unbekannter Software oder auch ein wenig Rumbastelei an er Windows-Registry sind die Schnappschüsse daher eine riesige Hilfe. Die kostenlose und vor allen Dingen sehr gute Virtualisierungslösung VirtualBox macht es möglich, mit wenigen Klicks Schnappschüsse der aktuellen virtuellen Umgebung erstellen und bei Bedarf wiederherstellen.

1. Schnappschuss anlegen

Startet die virtuelle Maschine, die Ihr sichern möchtet. Nun öffnet Ihr oben im VirtualBox-Fenster den Eintrag „Maschine“ und klickt auf „Sicherungspunkt erstellen“. Alternativ dazu könnt Ihr die Tastenkombination „Host + T“ nutzen, wobei die Host-Taste je nach System variiert (unter Windows ist es beispielsweise standardmäßig die rechte STRG-Taste). Vergebt nun einen Namen und bei Bedarf eine Beschreibung für den Sicherungspunkt und klick auf „Ok“.

2. Erstellung abwarten

VirtualBox beginnt nun mit der Sicherung des aktuellen Zustands der virtuellen Maschine, was zwischen einigen Sekunden bis hin zu mehreren Minuten dauern kann. Zwar könnt Ihr in der Zwischenzeit mit der virtuellen Maschine weiterarbeiten, wir empfehlen jedoch, die Erstellung abzuwarten.

3. Schnappschuss-Zeitpunkt wiederherstellen

Sobald die Sicherung abgeschlossen ist, könnt Ihr in der virtuellen Maschine nach Herzenslust herumwüten, ohne Euch Sorgen machen zu müssen. Wollt Ihr später wieder zum gerade angelegten Sicherungspunkt zurückkehren, schaltet die virtuelle Maschine aus und wechselt in das Hauptmenü von VirtualBox.

Klickt hier die virtuelle Maschine an und wählt anschließend oben rechts den Eintrag „Sicherungspunkte“. Hier listet VirtualBox alle erstellten Schnappschüsse auf. Klickt nun den Zustand mit der rechten Maustaste an, den Ihr wiederherstellen möchtet, und wählt „Sicherungspunkt wiederherstellen. VirtualBox bietet Euch nun noch an, den gerade aktuellen Zustand Eurer virtuellen Maschine zu sichern, was Ihr aber auch ablehnen könnt. Bestätigt nun die Wiederherstellung und in ein paar Sekunden ist alles wieder beim virtuellen Alten.

4. Schnappschüsse löschen und Speicherplatz freigeben

Ihr könnt auf diese Weise beliebig viele Schnappschüsse Eures virtuellen Systems anlegen. Vor allem für Anleitungs-Schreiberlinge wie uns oder auch für Entwickler und Tester ist das natürlich extrem praktisch. Beachtet beim Umgang mit Schnappschüssen aber, dass diese eine Menge Speicherplatz auf Eurem Rechner belegen können. Standardmäßig speichert VirtualBox die Schnappschüsse im gleichen Ordner wie die virtuelle Maschine unter „Snapshots“. Wenn Ihr einen Schnappschuss nicht mehr benötigt, klickt Ihn einfach mit der rechten Maustaste an und wählt „Sicherungspunkt löschen“. VirtualBox schmeißt dann die Sicheurngsinfos von der Festplatte und sorgt dafür, dass der Speicher wieder freigegeben wird.

Übrigens: Microsoft bietet seit einiger Zeit komplette virtuelle Maschinen mit den unterschiedlichen Windows-Versionen (leider, Stand heute, noch ohne Windows 10) zum Download an. Mehr dazu lest Ihr in diesem Tipp.

Mehr zur Einrichtung und Nutzung von virtuellen Maschinen und VirtualBox erfahrt Ihr in unter anderem in Mircos umfangreichen Grundlagen-Tuto.

Über den Autor

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

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