Screenshots von Fenstern, Bereichen oder Elementen, zeitgesteuert oder per Hotkey, in die Zwischenablage oder eine Datei – mit IrfanView ist alles möglich!

Wenn Ihr Screenshots machen wollt, könnt Ihr auf Dutzende Tools zurückgreifen, wirklich gut ist beispielsweise IrfanView. Das kostenlose Programm bietet nämlich zum einen alle wichtigen Optionen für Screenshots selbst und zum anderen nützliche Funktionen rund herum, etwa Batch-Konvertierung und -Umbenennung und Zeichenwerkzeuge für Pfeile, Kreise etc. Grundsätzlich müsst Ihr ein paar Entscheidungen treffen: Was soll gescreenshottet werden – Bildschirm, Fenster, Bereich? Wann soll das passieren – Tastendruck, Intervall? Was soll damit passieren – anzeigen, ab in die Zwischenablage oder speichern? Ein kleiner Rundgang:

1. Dialog aufrufen

Startet IrfanView und öffnet den Screenshot-Dialog über c oder „Options/Capture/Screenshot“.

Alle Einstellungen auf einen Blick.

2. Was soll auf’s Bild?

Zunächst wählt Ihr die „Capture area“: Den ganzen Desktop (alle Bildschirme), den Bildschirm auf dem der Mauszeiger ist (bei mehreren Monitoren), das Fenster im Vordergrund, die „Client area“ des Fensters im Vordergrund (sprich ohne die Titel-Leiste des Fensters, also den Inhalt des Fensters, nicht das Fenster selbst), eine „Custom region“ (dabei zieht Ihr den Screenshot-Bereich einfach selbst mit der Maus auf), einzelne Elemente eines (Explorer-) Fensters über „Object selected“ oder letztlich einen fixen Bereich auf dem Bildschirm. Letzterer ist nützlich, um eine fixe Fensteranordnung mehrmals zu screenshotten oder schlicht, um immer gleich große Screens zu erhalten. Das Object-Capturing ist praktisch, um einzelne Bereiche von Fenstern einzufangen, etwa den Navigatinsbereich eines Windows-Explorer-Fensters – allerdings funktioniert das zum Beispiel nicht in Browserfenstern.

WAS soll ins Bild?

Per Object-Capturing-Modus greift Ihr Fensterbestandteile ab.

3. Wie sollen die Screenshots erstellt werden?

könnt wahlweise per Hotkey oder per Timer screenshotten. Der Timer ist praktisch, wenn Ihr etwa Bilder von Drag&Drop-Aktionen machen wollt. Die Scroll-Funktion ist im Zusammenhang mit dem Object-Capturing-Modus dafür gedacht, dass Ihr Bilder etwa von ganzen Webseiten anfertigt, also auch den Bereichen, zu denen Ihr eben erst scrollen müsst – leider funktioniert das wie angekündigt nicht immer, beziehungsweise eigentlich nie, zumindest hier nicht.

Wenn Ihr den Timer nutzt, setzt sicherheitshalber ein Dateilimit – sonst vergesst Ihr das Teil noch im Hintergrund und spamt Euch voll …irfanview

4. Was soll mit dem Bild passieren?

Ihr könnt das Bild direkt in IrfanView anzeigen lassen – sinnvoll eher für einzelne Shots, die direkt bearbeitet werden sollen. Das Speichern in die Zwischenablage ist auch nur für einzelne Shots nützlich, um etwa jeden Screen direkt in Gimp zu bearbeiten. Ein kleiner Tipp am Rande: In Kombination mit der Zwischenablage-Erweiterung Ditto könnt Ihr auch mehrere Shots in die Ablage speichern und von dort aus später in einen Ordner oder ein Programm einfügen. Ganz hartgesottene leiten Screens als dritte Option direkt an den letzten verwendeten Drucker weiter – das könnte natürlich auch ein virtueller (PDF-) Drucker sein, der mit entsprechenden Einstellungen beispielsweise Wasserzeichen, Schreibschutz und ähnliches zufügen könnte. Die Standardoption ist aber das Speichern in einem Ordner – die richtige Wahl für Poweruser wie Journalisten.
Wichtig ist hier die Benennung: Wie sich die Standardoption in Dateinamen darstellt, seht Ihr unten im Screenshot. Ihr könnt aber mit Platzhaltern komplett einge Namenschemata erstellen – eine ausführliche Liste findet Ihr in der Hilfe.

Die automatische Benennung ist nicht ganz einfach, muss aber auch nur bei hohen Ansprüchen eingestellt werden.

Die Hilfe hilft …

5. Welches Format soll’s denn sein?

Über das richtige Format für Screens ließe sich lange debattieren, aber wichtig ist hier: Über den Options-Button könnt Ihr für jedes gewünschte Format detaillierte Einstellungen setzen und diese als Speicher-Profile speichern. (Für Tutonaut müssen es beispielsweise leicht komprimierte JPGs sein, heise bevorzugt für Print unkomprimierte PNGs – also eine wirklich wichtige Option, damit Bilder nicht später nachbearbeitet werden müssen.)

Format-Profile sind wieder ein nützliches Experten-Feature.

Screenshots sind bei IrfanView aber eigentlich nur Nebensache, Stärken hat das Tool vor allem beim Konvertieren, Renaming und vor allem Anzeigen von Bildern, da IrfanView enorm schnell ist und so ziemlich alle Formate schluckt – und damit ein super Ersatz für die Windows-eigene Bildvorschau. Außerdem in IrfanView zu finden: Fotobearbeitung/-optimierung, Bildverwaltung (t für Thumbnails ruft den Manager auf), Zeichenwerkzeuge, Scanning und so weiter. Weitere IrfanView-Artikel findet Ihr hier.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, BSI-Mitarbeiter, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 24 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

Sag' Deine Meinung