Battlefield 4 auf dem MacBook Air? Kein Problem. Tomb Raider unter Linux? Wieso nicht! Civilization 5 auf dem Asus EeePC? Zumindest in der Theorie ist sogar das möglich – und zwar mit Steam In-Home-Streaming. Wir zeigen Euch, wie Ihr das praktische neue Feature von Steam schon heute nutzen könnt.

Battlefield 4 auf dem MacBook Air? Kein Problem. Tomb Raider unter Linux? Wieso nicht! Civilization 5 auf dem Asus EeePC? Zumindest in der Theorie ist sogar das möglich – und zwar mit Steam In-Home-Streaming. Die fleißigen Coder rund um Gaming-Industrie Schwergewicht Gabe Newell arbeiten gerade an einem neuen Feature, das solche und andere geekige Gamer-Träume wahr werden lässt. In-House-Streaming macht genau das, was sein Name vermuten lässt: Es streamt Spiele von einem Computer auf den anderen. Was sich im wahrsten Wortsinn nach bloßer Spielerei anhört, könnte mittelfristig für den endgültigen Einzug des PC-Gamings ins Wohnzimmer sorgen. Denn während wohl die wenigsten unter Euch eine dicke Gamerkiste neben den Fernseher stehen haben wollen, haben die immer populärer werdenden Minirechner wie Intels NUC oder Modelle aus Zotacs Zbox-Reihe einen deutlich höheren WAF. Und genau für solche Geräte (oder auch die kommenden Steam Machines) ist das In-Home-Streaming gedacht: Während Euer Gaming-PC im Nebenraum die Schwerstarbeit verrichtet, spielt Ihr gemütlich auf der Couch Eure Lieblingsspiele.

Gaming unter macOS und Linux

Wie anfangs angedeutet funktioniert dies auf allen Devices, für die es Steam gibt, also auch unter Linux und MacOSX – die Windows-Spiele werden nahtlos vom Server auf den Empfänger übertragen. Derzeit befindet sich das Steam In-House Streaming in der Betaphase, die nach und nach für mehr Spieler geöffnet wird. Wir haben die Funktion mit einem Asus Transformer Book T100 ausprobiert – also einem Convertible, das für fast alles, außer eben Spiele taugt. Das Ergebnis ist beeindruckend: Im Zusammenspiel mit einem handelsüblichen WLAN-Router im n-Standard konnten wir die meisten Spiele überraschend flüssig auf dem Mini-Rechner zocken, gelegentliche Ruckler waren die Ausnahme; gleiches galt für ein eher Office-lastiges Thinkpad T430. Wie Ihr die Beta-Version von Steam In-House Streaming einsetzt, zeigen wir Euch hier.

UPDATE: Finale Version von Steam In-Home Streaming verfügbar

Kleines Update bevor wir loslegen: Steam hat mittlerweile die Betaphase von Steam In-Home Streaming beendet und den Dienst für alle User freigegeben. Ihr könnt also den Part mit der Beta-Phase ignorieren und sofort mit dem finalen Steam-Client loslegen; der sonstige Ablauf des Streamings bleibt aber wie im Tutorial beschrieben. Alle Infos zur finalen Version von Steam In-Home Streaming findet Ihr auf der Homepage von Steam.

1. Steam Beta-Client aktivieren

Als erstes müsst Ihr auf allen Rechnern, auf denen Ihr Spiele-Streams senden oder empfangen wollt, die Beta-Version des Steam-Clients aktivieren. Öffnet dazu auf der Startseite über das Menü „Steam“ die Einstellungen und aktiviert unter „Account/Beta-Teilnahme“ das Steam Beta-Update. Nach einem Klick auf „Ok“ lädt der Client die aktuelle Beta-Version herunter.

2. Beta-Gruppe beitreten und das Wartespiel spielen

Neben dem Client müsst Ihr auch noch der In-Home Streaming-Gruppe im Steam-Forum beitreten, um Euch für den Beta-Test zu qualifizieren. Danach heißt es zunächst: Warten, warten, warten. Steam öffnet die In-House-Streaming-Beta derzeit nach und nach für immer mehr Teilnehmer. Bei uns trudelte die Einladung für das Beta-Programm nach etwa zwei Wochen per Mail ein – für die Zwischenzeit empfehlen wir ein nettes Brettspiel.

3. In-Home-Streaming starten

Ist die ersehnte Einladung endlich eingetroffen, könnt Ihr erfreulicherweise recht einfach loslegen. Startet auf beiden Steam-Rechnern den aktuellen Beta-Client und hängt die beiden ins gleiche Netzwerk. Nach einigen Sekunden solltet Ihr im Reiter Bibliothek alle Spiele sehen, die auf den verbundenen PCs installiert sind. Klickt nun einfach auf „Stream“, um den Titel über das Netzwerk zu streamen – einfacher geht es kaum.

4. Streaming-Infos einsehen

Wie gesagt, das Feature ist derzeit noch in einer vergleichsweise frühen Beta-Phase. Dementsprechend werden während des Streams eine Reihe von Infos wie die Framerate, die Verzögerung durch die Netzwerkübertragung und mehr angezeigt. Per Druck auf die Taste „F6“ erhaltet Ihr noch mehr Infos.

5. Weitere Optionen und Support

Sollte nicht alles funktionieren, kann dies freilich viele Gründe haben. Als erstes solltet Ihr prüfen, ob das Spiel auf dem Host-Rechner ruckelfrei läuft und gegebenenfalls die Grafikoptionen anpassen (in den meisten Spielen könnt Ihr dies auch während des Spiels direkt auf dem Computer, auf den Ihr streamt!). Außerdem könnt Ihr in den Einstellungen von Steam unter „In-Home-Streaming“ die Auflösung herunterschrauben und die Framerate anpassen, was sich vor allem bei wackeligen Netzwerkverbindungen lohnt. Sollte das alles nichts bringen, schaut einfach in der Steam-Gruppe vorbei, bei der Ihr Euch bereits angemeldet habt, und stellt Eure Fragen. Für viele Probleme finden sich hier bereits ausführliche Lösungen.

UPDATE 2: Steam In-Home Streaming mit allen Spielen nutzen
Noch ein kleiner Nachtrag zur finalen Version von Steam In-Home Streaming: Ihr könnt das Feature auch mit Spielen verwenden, die nicht aus dem Steam-Katalog stammen! Wie das geht, zeigen wir Euch in unserer aktuellen Anleitung.

Über den Autor

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

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