Mit Synology Hyper Backup erstellt Ihr im Handumdrehen Backups der Daten auf Eurem NAS . Wir zeigen Euch, wie das Programm funktioniert.

Mit dem Upgrade auf den Disk Station Manager 6.0 hat Synology auch die Backup-Funktionen seiner NAS-Lösungen umfangreich überarbeitet. Eine zentrale Rolle spielt dabei das neue Synology Hyper Backup. Damit sichert Ihr die Daten auf dem NAS wahlweise auf einer externen Festplatte, einem anderen NAS oder auch auf einen Cloud-Speicher. In dieser Anleitung für Hyper Backup konzentrieren wir uns zunächst darauf, die NAS-Daten auf einer USB-Festplatte zu sichern.

Bei Hyper Backup handelt es sich um die Nachfolgeversion des klassischen Datensicherungs-Assistenten von Synology , den wir Euch in dieser Anleitung bereits ausführlich vorgestellt haben. Ihr könnt damit alle Daten, die auf Eurem Synology-NAS lagern auf ein externes Speichermedium sichern. Auch ein Backup auf diversen Cloud-Diensten oder extern gelagerten NAS-Systemen ist drin. Ein solches Offsite-Backup Eurer Daten solltet Ihr auf jeden Fall in Erwägung ziehen, um vor Katastrophen gefeit zu sein: Nimmt ein Einbrecher Euer NAS mit oder fackelt Eure Wohnung ab, bringt ein reines USB-Backup nämlich nur wenig… Trotzdem konzentrieren wir uns in diesem Tuto auf die Option, die NAS-Daten auf einer externen USB-Platte zu sichern. Damit sind die Daten und Einstellungen Eures NAS im Ernstfall ganz einfach zu retten, was mir persönlich nach einem Festplattenausfall schon mal das virtuelle Leben gerettet hat 🙂

Mit Synology Hyper Backup sichert Ihr die Daten Eures NAS lokal oder in der Cloud – auf Wunsch sogar verschlüsselt

Praktisch: Die Daten können mit Hyper Backup verschlüsselt werden und sind damit vor fremden Blicken geschützt. Auch können externe Laufwerke automatisch ausgeworfen werden. Das ist in Zeiten von Verschlüsselungstrojanern absolut empfehlenswert.

Eine weitere, schöne Neuerung von Synology Hyper Backup ist die automatische Versionsierung Eurer Backups. Ihr könnt damit auch eine ältere Version einer Datei wiederherstellen, wenn Ihr versehentlich die falschen Änderungen vorgenommen habt – vergleichbar mit Apples Time Machine und ebenso hilfreich. Aber der Reihe nach!

1. Neue Backup-Aufgabe in Hyper Backup anlegen

Hyper Backup ist nach dem Update auf den Disk Station Manager 6.0 automatisch auf Eurem Synology-NAS installiert. Meldet Euch also im NAS-Backend an und startet Hyper Backup über das Startmenü des DSM. Klickt auf der Startseite des Programms unten links auf das Plus-Symbol und wählt den Befehl „Datensicherungsaufgabe“.

2. Sicherungsziel für NAS-Backup auswählen

Im ersten Schritt legt Ihr nun fest, wohin die Daten Eures NAS gesichert werden sollen. Wie schon erwähnt könnt Ihr die Daten sowohl lokal als auch via Cloud-Backup auf diverse Dienste oder einen Rsync-fähigen Server schieben. Im Beispiel führen wir das Backup auf eine externe USB-Festplatte durch, die direkt an das NAS angeschlossen ist. Klickt dazu auf „Lokaler freigegebener Ordner und externer Speicher“ und dann auf „Weiter“.

3. Zielordner für das Backup auswählen

Nun teilt Ihr Hyper-Backup mit, wohin die NAS-Daten gesichert werden sollen. Bei „Gemeinsamer Ordner“ wählt Ihr in diesem Fall die ans NAS angeschlossenen Festplatte, die in der Regel mit einem Namen wie „USBShare“ oder ähnlich in der Liste auftaucht. Anschließend tragt Ihr bei „Verzeichnis“ den Ordner ein, in dem Eure Dateien später landen.

4. Zu sichernde Daten wählen

Nun legt Ihr fest, welche Ordner und Dateien auf dem NAS ins Backup aufgenommen werden sollen. Setzt dazu einfach die entsprechenden Häkchen vor den Ordnern. Ihr könnt natürlich auch bestimmte Unterordner sichern lassen. Dazu erweitert Ihr die Ansicht mit einem Klick auf die kleinen Dreiecke und wählt dann die Ordner aus. Ihr könnt die Auswahl später jederzeit ändern, um weitere Ordner zu sichern oder Daten vom Backup auszuschließen (ich sichere beispielsweise meine Musiksammlung nie mit, weil ich mir die Songs im Notfall von Google Play Music zurückholen kann).

5. Optional: NAS-Anwendungen mitsichern

Neben Euren Dateien sichert Hyper Backup auch die Einstellungen des NAS-Systems. Auf Wunsch könnt Ihr in diesem Schritt nun noch die Daten der verschiedenen Apps auf Eurem NAS sichern lassen, beispielsweise von der Synology Photo Station. Aktiviert die entsprechenden Einträge und klickt auf „Weiter“.

6. Backup-Verschlüsselung, Zeitplan etc. einstellen

Nun folgt ein Schritt, in dem Ihr den Backupvorgang benennen und weitere Einstellungen vornehmen könnt. Ihr solltet die Backups natürlich nach Möglichkeit regelmäßig durchführen. Aktiviert dazu bei „Zeitplane“ die entsprechenden Optionen und legt fest, wie oft und zu welcher Tageszeit Ihr die NAS-Sicherung durchführen wollt (ich empfehle ein tägliches Backup, sicher ist sicher ;-). Wollt Ihr Eure Daten verschlüsseln und per Passwort vor fremden Blicken schützen, aktiviert das Häkchen bei „Client-seitige Verschlüsselung aktivieren“ und tragt ein Kennwort ein. Achtet aber darauf, dass Ihr dieses Kennwort auf keinen Fall vergessen dürft, da Ihr die Daten sonst nicht wiederherstellen könnt!

7. Optional: Backup-Medium nach Backup auswerfen

Im gleichen Schritt habt Ihr auch die Möglichkeit, das Backup-Medium nach erfolgreichem Backup auswerfen zu lassen. Damit könnt Ihr Euch vor Angriffen durch Crypto-Trojaner schützen, die bekanntlich auch vor NASen nicht halt machen. Bedenkt aber, dass Ihr in diesem Fall jedes Mal die Festplatte aus- und wieder einstöpseln müsst, wenn Ihr das nächste Backup durchführt. Wenn Euch das nicht stört, aktiviert ein Häkchen bei

8. Versionierung der Backups festlegen

Kommen wir zur interessantesten Neuerung von Hyper Backup: Der Versionierung. Aktiviert Ihr in diesem Schritt die Option „Sicherungsrotation aktivieren“, speichert Hyper Backup von jeder gesicherten Dateien genau so viele Versionen, wie Ihr bei „Anzahl der Versionen“ festlegt. Auf diese Weise könnt Ihr später bei Bedarf eine ältere Version einer Datei wiederherstellen – ein Segen bei Dokumenten oder Bildern, die fälschlicherweise bearbeitet wurden. Die Versionen werden nur dann erstellt, wenn sich zwischen zweier Backups auch etwas an den entsprechenden Dateien ändert.

Die Vorschau hilft dabei, die Arbeitsweise der „smarten“ Versionierung in Hyper Backup zu verstehen

Beachtet, dass die Versionierung von Dateien und Ordnern natürlich mehr Platz auf dem Backup-Medium frisst: Je mehr Versionen Ihr erstellt, desto größer werden die Backups. Hyper Backup bietet Euch mit der Version „Smart Recycle“ ein (meiner Meinung nach) recht cleveres System zur Archivierung Eurer Dateien. Aktiviert Ihr die Option, löscht Hyper Backup sehr alte Versionen automatisch, während von neueren Backups mehr Versionen gesichert werden. Auf diese Weise könnt Ihr bei Bedarf noch weiter „zurückreisen“. Entscheidet Euch für eine von beiden Varianten. Hyper Backup visualisiert über die Grafik, wie viele Versionen  von Dateien mit den von Euch festgelegten Einstellungen erstellt werden und wie alt die älteste Version einer Datei tendenziell sein wird.

9. Hyper Backup-Einrichtung abschließen und erstes Backup durchführen

Das war es auch schon! Mit einem Klick auf „Übernehmen“ ist der Backup-Job eingerichtet und Hyper Backup kann die erste Sicherung durchführen. In Zukunft erstellt das System regelmäßig Sicherungen Eurer NAS-Daten. Im Benachrichtigungsfenster des DSM oder auch per E-Mail werdet Ihr über erfolgreiche Backups oder auch Probleme dabei informiert. Auf der Startseite von Hyper Backup findet Ihr sämtliche eingerichteten Backup-Jobs, die Ihr bei Bedarf bearbeiten oder löschen könnt. Die Einrichtung eines NAS-Backups auf einen Online-Speicherdienst funktioniert im Grunde genauso, sodass Ihr mit wenigen Klicks für mehr Sicherheit Eurer wichtigen Daten sorgen könnt.

Wie Ihr die gesicherten Daten vom NAS bei Bedarf wiederherstellen könnt, zeigen wir Euch in einem gesonderten Tuto. Alternativ dazu könnt Ihr auch den Hyper Backup Explorer verwenden, um die NAS-Backups unter Windows, Mac OS X oder Linux wiederherzustellen. Wie das geht, zeigen wir Euch hier. Ihr wollt noch mehr Tipps und Anleitungen zu den NAS-Systemen von Synology? Haben wir – einfach hier entlang! Und wenn Ihr wissen wollt, was so ein NAS noch alles kann, schaut einfach hier vorbei.

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Über den Autor

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

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Kommentare

  • Danke für das Tutorial, habe noch zwei Fragen:

    Was passiert wenn die Festplatte zum festgelegten Zeitpunkt nicht angeschlossen ist? Wird das Backup automatisch gestartet sobald die Platte dran ist oder erst wenn der nächste Zeitpunkt kommt?
    Wie ist wenn ich abwechselnd zwei Platten benutzen möchte. Muss ich dafür zwei Backuppläne anlegen oder kann Hyperbackup beide Platten in einem Plan benutzen?

    • Hi Jeff,

      bei deiner ersten Frage kann ich Entwarnung geben: Wenn du die Festplatte aussteckst, überspringt die NAS die nächsten Sicherungen natürlich (und meldet das ggf. auch per E-Mail an dich). Sobald du die Platte wieder einsteckst, wird die nächste Sicherung wieder nach Plan (oder auch manuell über den DSM) durchgeführt. So war es zumindest bei meiner 213+, mit der ich das Tuto erstellt habe.

      Den Wechsel mit zwei Platten habe ich aber noch nicht getestet. Ich mache zusätzlich noch ein externes Backup auf HiDrive, das reicht mir an Redundanz 😉 Wenn ich demnächst noch ne externe HDD in die Finger kriege und Zeit habe, werde ich es aber mal testen.

      • Danke, ich will die Platte halt nur einmal wöchentlich ins Büro bringen um laufen zu lassen. Da das aber nicht immer zum gleiche Zeitpunkt klappt und das System das geplante backup einfach überspringt wird es wohl am sinnvollsten sein einen oder zwei Speicherpunktr mehr einzurichten damit man dann nicht zwei Wochen Ausfall hat weil man einen Tag verpasst hat.

      • Hi zusammen,
        Ich hatte bisher oft bei Kunden zwei externe HDDs verwendet. Mit der neuen Version (HyperBackup) geht das nicht mehr oder zumindest nicht mehr genau so wie früher. Habt ihr das inzwischen ausprobiert und allenfalls gelöst? Danke!

  • Die Anleitung war schon hilfsreich. Ich kann aber die eingestellten Datensicherungsaufgaben nicht mehr löschen. Auf der von Ihnen erwähnte Startseite kann ich diese zwar bearbeiten, aber nicht löschen.
    Haben Sie Kenntnis darüber, ob auf dem DSM 6.o auch das Programm Datensicherung und Repikatoren verfügbar ist.
    Vielen Dank.

  • Hallo!
    toll wenn sich jemand so schön kümmert, dass jeder Gelegenheit bekommt, schneller, mehr, einfacher zu verstehen.
    Hat jemand schon eine Lösung, wie man die Bucket-Dateien vermeiden kann, ohne die Anwendung zu hacken? Würde gern das Backup auf der separaten Festplatte bei Bedarf an einen anderen Rechner anschließen können, ohne die Dateien mit Zusatzsoftware lesbar machen zu müssen.
    Dank und Gruß, Till

  • Vielen Dank für die tolle Anleitung, hat Erleuchtung gebracht. :-)) Zu dem Wechsel der Platten eines anderen Kommentars kann ich von meiner Seite den Tipp geben: Ich habe lediglich beide Platten einmal pro Woche zur selben Zeit dran, die rote Platte vorne angeschlossen, die blaue hinten am NAS. Der Task im NAS ist bei beiden externen Platten auf die selbe Zeit eingestellt (also zwei Aufgaben einrichten). Sobald einer anfängt, geht der zweite Task in den Wartemodus und startet erst, wenn der erste durchgelaufen ist. Anschließend werde ich per Mail je Task benachrichtigt und ziehe beide (bereits getrennte) verschlüsselte Versionen vom NAS ab und lagere diese an unterschiedlichen Plätzen. Die Versionierung übernimmt ja der Task schon selbst und zwei Platten sind es ja dann trotzdem.