Apples Time Machine ist ein Segen – erst Recht, wenn Ihr dafür keine USB-Festplatte anschließen müsst. Wir zeigen Euch, wie die Sicherung im Netzwerk klappt.

Als frischgebackener Macbook-User hat sich Apples Time Machine schnell zu meinem Lieblings-Feature entwickelt. Automatische Backups und Wiederherstellungsfunktionen, ohne sich um Backup-Software kümmern zu müssen, hat schon was. Nervig ist nur, dass man dafür immer eine USB-Festplatte ans Macbook packen muss. Eine praktische Alternative ist das Backup auf einer Festplatte, die am WLAN-Router klemmt. Einige Hersteller integrieren die Time Machine-Funktion direkt in die Router, sodass die Einrichtung ein Kinderspiel ist.

In der Praxis bekommt Ihr damit eine vollfunktionale und vor allem günstige Alternative zu Apples TimeCapsule, die dem Original in nichts nachsteht. Die Time Machine-Backups im Netzwerk funktionieren genauso, als wäre die Festplatte direkt am Macbook angeschlossen; lediglich die Übertragung per WLAN ist entsprechend langsamer. Wollt Ihr später Dateien aus der Time Machine wiederherstellen, könnt Ihr die Festplatte mit der Netzwerksicherung natürlich auch direkt per USB ans Macbook anschließen – sie wird genauso erkannt, wie ein „klassisches“ Time Machine-Backup. Wir zeigen Euch die Einrichtung des Time Machine-Backups übers Netzwerk anhand eines Asus-Routers, genauer gesagt dem RT-AC68U. Auch andere Router-Hersteller wie Netgear oder Dlink bieten auf vielen Geräten eine direkte Unterstützung für Apples Backup-Lösung an. Übrigens: Auch wenn wir die Anleitung aufs Macbook konzentrieren, funktioniert der Vorgang natürlich genauso mit einem iMac oder einem Mac Mini!

1. USB-Festplatte am Mac formatieren

Das ist nicht unbedingt nötig, aber empfehlenswert: Schließt Eure USB-Festplatte an einen Mac an und formatiert sie mit dem Festplattendienstprogramm im Mac OS Extended-Format. Mehr dazu findet Ihr auch in unserer Anleitung zur Partitionierung von Festplatten unter Mac OS X.

2. USB-Festplatte am Router anschließen

Verbindet nun die fertig formatierte Festplatte mit dem USB-Anschluss Eures Routers. Sollte dieser auch einen USB 3.0-Port haben, solltet Ihr diesen bevorzugen – Backups, die Ihr direkt über Ethernet durchführt, werden dadurch beschleunigt. Im Beispiel nehmen wir eine alte 320 GB-Platte, die wir per externem USB-Gehäuse zur tragbaren HDD umfunktioniert haben. Ihr könnt aber jede externe Festplatte nehmen – angesichts der Speicherpreise bekommt Ihr diese ja im Moment wirklich günstig.

3. Time Machine-Funktionen im Router aktivieren

Nun müsst Ihr dem Router mitteilen, dass die angeschlossene Festplatte für die Time Machine vorgesehen ist. Im Beispiel loggt Ihr Euch in das Router-Menü ein und ins Menü „USB-Anwendung -> Time Machine“ navigieren. Aktiviert hier die Time Machine-Sicherung. Auf Wunsch könnt Ihr noch den Pfad auf der Festplatte auswählen, in dem die Sicherung stattfinden soll, und den maximalen Speicherplatz für die Time Machine-Backups einschränken. Wenn Ihr die Platte aber ohnehin nur für die Backups Eures Macs nutzt, könnt Ihr die Einstellungen so belassen.

4. Time Machine am Mac einrichten

Nun geht es am Macbook weiter. Öffnet die Time Machine-Konfiguration über die Systemeinstellungen und stellt den Schalter auf „Ein“, um die Backup-Funktion zu aktivieren. Klickt dann auf „Backup-Volume auswählen…“. Ist Euer Mac mit dem Router verbunden, taucht die Netzwerk-Festplatte nun in der Übersicht auf. Klickt sie nun doppelt an.

5. Router-Kennwort eingeben

Mac OS X fordert Euch nun zur Eingabe eines Passworts auf. Dabei handelt es sich nicht um Euer Admin-Konto auf dem Mac, sondern um das, mit dem Ihr Euch auf Eurem Router anmeldet.

6. Profit!

Das war es auch schon! Mac OS X beginnt nun mit dem Initial-Backup auf die Netzwerk-Festplatte, was – wie gesagt – eine Weile dauern kann. Danach funktioniert die Sicherung genauso, wie mit einer TimeCapsule und klappt auch, wenn das Macbook mit „Power Nap“ in den Ruhezustand versetzt wurde (vorausgesetzt, das Netzteil ist angeschlossen). Auf diese Weise könnt Ihr Euch das Rumhantieren mit USB-Festplatten für Time Machine ebenso sparen wie den Kauf der völlig überteuerten Apple-Lösung. Alles in allemn also eine wirklich praktische Hilfe im Mac-Alltag.

Weitere Tipps und Anleitungen rund um die verschiedenen Möglichkeiten von Time Machine findet Ihr übrigens hier.

Über den Autor

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

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Kommentare

    • Ach, diese Fritzboxen immer… Aber joa, das das ist schon ein nettes Zusatzfeature bei meinem Asus-Dingen. Hab’s per Zufall entdeckt, weil ich eigentlich was ganz anderes testen wollte – umso besser, da ich auch schon mit der TimeCapsule-Anschaffung geliebäugelt hab.

  • ja schön – das liest sich alles wunderbar, nur funktioniert der router mit der platte zuverlässig,
    denn sowohl im amazon.de als auch im geizhals.at liest man von verbindungsabbrüchen und problemen mit festplattenzugriffen, bzw thermischen problemen von asus routern….

    • Naja, das ist wohl eher ein Firmware-Problem denn eines mit der grundsätzlichen Funktionalität, oder? Wenn Du sowieso einen Asus-Router hast, kannst Du es ja einfach ausprobieren, oft sind die Bewertungen in Benutzerforen auch sehr verzerrt, weil sie hier naturgemäß nur Leute melden, die Probleme haben.

    • Hi Jan,

      ich kann in diesem Fall vor allem aus persönlicher Erfahrung sprechen, aber hier funktioniert das Backup über den Router seit einem Dreivierteljahr ohne Probleme (inklusive Wiederherstellung aus dem Netzwerk). Ich kenne auch jemanden, der das gleiche mit einem Asus RT-AC66 macht, von ihm habe ich auch noch keine Klagen gehört.

      Wie immer bei Drittanbieter-Lösungen können die Ergebnisse natürlich variieren, weil es auch unterschiedliche Kombinationen aus Routern und Festplatten gibt etc. Die Garantie, dass ALLES funktioniert, kann dir nie jemand geben (selbst mit der TimeCapsule soll es ja gelegentlich zu Problemen kommen, munkelt man im Apple Support-Forum 😉 )