Mit Windows 10 integriert Microsoft endlich virtuelle Desktops in sein Betriebssystem. Wir zeigen Euch, wie Ihr das praktische Feature benutzt.

Unter Linux und Mac OS X gehören virtuelle Desktops seit Jahren zur Standardausstattung. Windows-User mussten bislang zu externen Lösungen wie Dexpot oder VirtuaWin greifen, um Windows 7 oder Windows 8 mit virtuellen Schreibtischen zu erweitern. Im kommenden Windows 10 ist das nun vorbei: Microsoft integriert die virtuellen Desktops endlich direkt ins System. Anhand der aktuellen Windows 10 Technical Preview zeigen wir Euch, wie Ihr das praktische Feature nutzt.

Vor allem auf kleinen Laptop-Displays, die nicht per externen Monitor erweitert werden, können virtuelle Desktops eine echte Arbeitserleichterung darstellen. So könnt Ihr beispielsweise auf einem Schreibtisch in Word ein Dokument schreiben, während auf einem anderen (und damit außerhalb Eurer Sicht) ein Musikplayer läuft.

1. Virtuelle Desktops hinzufügen

Die Option, einen virtuellen Desktop unter Windows 10 einzurichten, versteckt sich in der Taskleiste des neuen Systems. Klickt hier auf die Schaltfläche “Task View” (standardmäßig das dritte Symbol von links), um eine Übersicht der offenen Fenster zu sehen. Hier klickt Ihr nun auf “Add a Desktop”, um einen neuen virtuellen Desktop zu erstellen. Durch einen Klick auf den nun erscheinenden Schreibtisch könnt Ihr zwischen den VDs wechseln.

2. Zwischen den Desktops umschalten

Öffnet Ihr nun ein Programm, erscheint dieses nur auf dem gerade aktiven Desktop. In der “Task View“ seht Ihr nun neben den geöffneten Programmen auch die verfügbaren Desktops, die Ihr per Klick öffnen könnt. Haltet Ihr den Mauszeiger über einen der Desktops, seht Ihr auch, welche Programme auf diesem aktiv sind.

3.Programme zwischen den Desktops verschieben

Wollt Ihr nun ein offenes Programm in Windows auf einen anderen virtuellen Desktop verschieben, erledigt ihr dies ebenfalls über die Task View. Sucht einfach die Voransicht des entsprechenden Programms und klickt sie mit der rechten Maustaste an. Wählt aus dem Kontextmenü den Eintrag “Move to“ und verschiebt es auf den Desktop Eurer Wahl.

4. Auf anderen Desktops geöffnete Programme finden

Neben der Task View bietet auch die Taskleiste von Windows 10 einen Überblick über alle geöffneten Programme – auch die, die sich auf einem anderen virtuellen Desktop befinden. Ihr erkennt diese an den unterstrichenen Symbolen in der Taskleiste. Klickt Ihr diese an, wechselt Windows 10 nicht nur zum zugehörigen Programm, sondern auch auf den virtuellen Desktops.

5. Virtuelle Desktops löschen

Genauso einfach, wie Ihr die virtuellen Desktops anlegen könnt, schmeißt Ihr sie auch wieder aus dem System. Klickt dazu wieder auf “Task View” und bewegt den Mauszeiger über den virtuellen Desktop, den Ihr schließen wollt. Nach einem Moment erscheint oben rechts ein kleines “x” – ein Klick darauf entfernt den Desktop wieder aus Windows 10. Programme, die darauf geöffnet sind, werden natürlich nicht geschlossen. Stattdessen bewegt Windows 10 die Programmfenster auf einen anderen offenen Desktop.

Insgesamt macht Microsoft mit der Integration der virtuellen Desktops in Windows 10 unserer Meinung nach einen Schritt in die richtige Richtung. Wir sind gespannt, wie sich das Feature bis zur finalen Version von Windows 10 im kommenden Jahr noch entwickeln wird. Spannend wird vor allem die Integration ins System und die Steuerung der virtuellen Desktops per Tastatur und Maus. Wenn Microsoft es schafft, die Lösung ähnlich komfortabel zu gestalten, wie es Apple mit “Mission Control“ gelungen ist, dürfte Notwendigkeit von externen Programmen für virtuelle Desktops unter Windows 10 stark sinken.

Über den Autor

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

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