Nicht nur Apple lässt sich Zubehör wie Lightning-Kabel fürstlich bezahlen. Doch Ihr könnt eine Menge Geld sparen, ohne auf Funktionen verzichten zu müssen.

Selbst die größten Apple-Apologeten kommen ins Schwimmen, wenn es daran geht, die Preispolitik in Sachen iPhone- und iPad-Kleinkram-Zubehör zu verteidigen. Ein besonders extremes Beispiel dafür sind die „revolutionären“ Lightning-Kabel, die im Zuge der iPhone 5-Vorstellung eingeführt worden. Jaaaaaaa, die Dinger sind stabil und jaaaa, ich finde es toll, dass man sie in nicht „falsch“ einstöpseln kann. Aber hey, trotz allem, funktional runtergebrochen sind es NUR USB-Kabel – und dafür möchte ich einfach keine 19 bis 29 (!!!) Euro bezahlen. Muss ich auch nicht, denn es gibt eine tatsächlich mehr als brauchbare Alternative!

Gefunden habe ich diese bei Amazon: Im Rahmen der AmazonBasics-Reihe verkauft der Online-Shop eine ganze Menge praktisches Zeugs, wie etwa Smartphone-Hüllen, Stative oder eben auch Kabel für alles mögliche. Mein TV-Setup habe ich schon seit längerem mit HDMI-Kabeln aus der AmazonBasics-Reihe verkabelt und stelle weder beim Blu-ray-Player noch bei der PS3 irgendwelche Bild- und Tonprobleme fest. Auch Audio-Rückkanal bzw. ARC funktioniert mit den Kabeln von Amazon ganz vorzüglich. Allerdings habe ich nur die kürzeren Kabel mit 0,9 und 2 Metern Länge im Einsatz und bin wahrlich nicht besonders „audiophil“. In den (ansonsten sehr guten) Bewertungen finden sich nämlich auch einige Kommentare, die bei den längeren Kabeln von Problemen sprechen. Wie auch immer, wenn man bedenkt, dass entsprechende HDMI-Kabel bei Media Markt, Saturn und Konsorten zum „Schnäppchenpreis“ von 20 Euro und mehr angeboten werden, könnt Ihr hier eine ganze Menge Kohle sparen (die AmazonBasics HDMI-Kabel beginnen bei rund 6 Euro). Verzichten müsst Ihr freilich auf „Features“ wie eine 5-fache Abschirmung und Gold-Coatings, aber hey, man kann nicht alles haben 😉

Die AmazonBasics HDMI-Kabel funktionieren in der Praxis hervorragend und sind wesentlich günstiger als die von Saturn und Co. (Bild: Amazon)

Doch zurück zum Apple Lightning-Schmuh: Da ich schon beim alten Dock-Connector recht durchwachsene Erfahrungen mit Billig-Kabeln gemacht habe und mir diverse Male gesagt wurde, dass das mit Lightning noch viel schlimmer sei, war ich ziemlich skeptisch, was Alternativ-Kabel anging. Ich hatte mir zwar mal für drei Euro ein nachgemachtes Lightning-Kabel bei eBay geschossen, dieses taugte aber lediglich dazu, einen iPod Touch aufzuladen – am iPad machte es genau gar nichts und an eine Synchronisation mit iTunes war ebenfalls nicht zu denken.

Günstige Kabel für (fast) jeden Zweck

Auf Empfehlung eines Freundes, der sein iPhone 5S und ein iPad Air damit versorgt, habe ich es dann aber doch einmal mit dem Lightning-Kabel von AmazonBasics probiert, und siehe da: Alles funktioniert. Der iPod Touch lädt, iTunes meckert nicht und selbst das iPad Mini Retina lädt und synchronisiert fleißig vor sich hin. Ich habe mir das 1,8 Meter-Kabel gegönnt – das ist mit 15,49 Euro zwar immer noch zu teuer für ein USB-Kabel (…), aber man spart fast 50 Prozent im Vergleich zu dem, was im Apple Store für ein Lightning-Kabel mit 2 Metern verlangt wird. Bei den kürzeren lassen sich immerhin noch rund 7 Euro einsparen.

Ganz perfekt sind die Amazon-Kabel allerdings nicht, denn die Umrandung des Steckers ist ein wenig dicker als beim Apple-Original. In den Kommentaren berichten viele Kunden von Problemen mit bestimmten Cases für iPhone und Co. Da hat man bei Amazon vermutlich nicht die Richtlinien von Apple durchgelesen 😉 Wie auch immer, im Zweifel könnt Ihr die Dinger ja einfach wieder kostenlos zurückschicken, ich bin jedenfalls froh, eine brauchbare und zumindest etwas günstigere Alternative gefunden zu haben.

Funktional stehen die Amazon Lightning-Kabel dem Apple-Original in nichts nach, lediglich die Passform kann zum Problem werden

Noch ein kleiner Nachtrag aus meinen Erfahrungen mit Amazon Basics: Ich habe mir irgendwann auch das USB-Netzteil gegönnt, weil dieses mit einer Ausgangsleistung von 2,1 Ampere (mehr dazu in unserem Tuto) aufwartet und damit auch ein iPad laden soll. Das klappt sogar und ist damit eine gute Alternative zum teuren Apple-Netzteil. ABER: Mit vielen anderen USB-Geräten macht das Amazon-Netzteil nicht wirklich Freude. Mein Google Nexus 5 braucht fast vier Stunden, bis es aufgeladen ist (mit dem Standard-Netzteil geht’s doppelt so schnell), mit einem Raspberry Pi hatte ich genau die Probleme, die Mit-Tutonaut Mirco in seinem Text beschreibt und beim 2013er Nexus 7 tut sich in Kombination mit dem Amazon-Netzteil nur etwas, wenn der Bildschirm aus ist.

Was sind Eure Erfahrungen mit alternativen Kabeln und anderem Zubehör? Seid Ihr mit AmazonBasics zufrieden, kennt Ihr noch bessere Lösungen oder setzt Ihr lieber auf teure Original-Qualität von Apple und Co? Wir freuen uns auf Eure Meinungen!

Über den Autor

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

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