Apple verspricht mit dem Touch Bar des Macbook Pro eine Verbesserung der Usability. Wie zeigen, wie Ihr den Touch Bar an jedem Mac testen könnt.

Ach ja, die neuen Macbooks mit dem Touch Bar… Ich weiß immer noch nicht, was ich davon halten soll. Mein Macbook Pro Late 2013 wird jedenfalls nicht so schnell ausgetauscht, zu gering ist für mich der Mehrwert der neuen Modelle. Immerhin: Wenn Ihr die App Duet Display besitzt, könnt Ihr den Touch Bar jetzt auf allen Macs im laufenden Betrieb testen – ohne Besuch im Apple Store.

Touchbar ausprobieren – an jedem Mac!

Wer sie noch nicht hat, muss sie für das Feature natürlich nicht kaufen: Die App Duet Display ist mit 20 Euro (derzeit auf 10 reduziert) relativ teuer! Wer sie allerdings schon hat, kann sein iPad am Mac – egal ob Desktop- oder Notebookrechner – anschließen, um das Touch-Display, das nun die F-Tasten ersetzt, auszuprobieren: Startet zunächst auf iPad und Mac die Duet-App, bis das iPad den Mac-Bildschirm anzeigt.

Duet-Display erlaubt das Einblenden des Touch-Bar auf dem iPad – übrigens inklusive Touch-Funktion.

Klickt dann in der Menüzeile das Duet-Symbol an und setzt hier bei „Touchbar Enabled“ einen Haken. Ab sofort wird der (virtuelle) Touch Bar des Macs auf dem iPad-Display eingeblendet.

Unter Safari zeigt der Bar natürlich andere Tasten an…

Praktischerweise ist er voll funktional und kann damit auch wunderbar im praktischen Betrieb getestet werden.

… als unter Fotos. Wirklich praktisch finde ich das nicht.

Überflüssige Spielerei

Nachdem ich ein wenig mit dem Touch Bar herumgespielt habe, muss ich sagen, dass ich ihn für absolut überflüssige Spielerei halte. Die Funktion ist nett, man hätte sie aber auch als zusätzliches Bedienelement zwischen Tastatur und Trackpad einbauen können. So müsste man bei der Arbeit nicht ständig umgreifen, wie es bei der aktuellen Lösung der Fall ist. Alternativ wäre auch eine Position im Bildschirm sinnvoll gewesen, unter Beibehaltung der F-Tastenreihe. Oder notfalls als zusätzliches Bedienelement oberhalb der F-Tasten.

Emojis gefällig? Wer iMessage offen hat, kann am Touch Bar direkt die richtigen Emoticons auswählen. Darauf hat die Welt gewartet…

Die Alternative: Touch Bar anzeigen mit Touché

Die F-Tasten zu ersetzen, die bislang eine blinde Regelung von Lautstärke, Bildschirmhelligkeit und allerlei anderen Kleinigkeiten ermöglichten, halte ich deshalb für keine gute Idee. So wie Apple das gelöst hat, ist es irgendwie sinnfrei. Weshalb das Macbook Pro 2016 mit Touch Bar definitiv von meiner Einkaufsliste gestrichen ist. Ich weiß nicht, was Apple gejuckt hat, diesen Mini-Touchscreen einzubauen, als Bedienelement ist er jedoch eher lästig als praktisch. Naja: Immerhin kann man den Mac (noch) eine Zeitlang ohne Touch Bar bedienen – ich werde jedenfalls nicht umsteigen und falls ich mir doch ein neues Macbook Pro kaufen sollte, zur Variante ohne Touch-Bar greifen.

Wer übrigens kein iPad oder Duet Display hat, kann den Touch Bar auch über die kostenlose App Touché ausprobieren: Dabei wird der Touch-Bar wie ein zusätzliches Menüelement auf dem Bildschirm des Macs eingeblendet. Die Funktionen könnt Ihr mit der Maus auswählen.

Mit der Gratis-App Touché könnt Ihr den Touch Bar auf jedem Mac anzeigen. Er lässt sich hier mit der Maus bedienen.

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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