Bisher glaubte ich immer, dass die Verpixelung in TV-Sendungen bei der Nachbearbeitung eingefügt werden. Wie man sich täuschen kann.

Wer liebt sie nicht, die Anbrüll-„Dokus“ im privaten Nachmittagsprogramm. Der Plot ist immer gleich: Irgendwas passiert, dann kommt die Polizei und dann wird für maximale Authentizität nach Herzenslust rumgebrüllt. Eben fand wieder so ein Dreh, typischerweise mit Medienmädchen-Praktikantinnen, prolligen Fake-Polizisten und einem stark alkoholisierten Regisseur – bei mir gegenüber statt. Und was soll ich sagen… ich hätte schwören können, dass die die Nummernschilder später im Rechner verpixeln. Tun sie aber nicht.

Ja, Ihr seht richtig: Das Nummernschild ist verpixelt. Im echten Leben.

Offensichtlich haben die vergessen, die Nummernschildverpixelung für unbeteiligte Autos wieder abzunehmen. Ich wusste bisher gar nicht, dass es so etwas überhaupt gibt und schwanke jetzt zwischen Anerkennung und „WTF?!“. Eigentlich hatte ich gedacht, dass so etwas bei der Nachbearbeitung im Rechner gemacht wird, aber vermutlich ist ein Cutter, der so etwas kann, teurer als eine TV-Praktikantin, die mal eben eine Mattscheibe irgendwo anbringt. Nun, so oder so werde ich dem Handwerker wohl sagen, dass das Ding noch drauf ist. Die echte Polizei versteht bei so etwas nämlich sicher keinen Spaß.

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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