Die Kodi-Bibliothek könnt Ihr um eigene Hauptkategorien (Nodes) erweitern und Vorgaben verändern – für mehr Ordnung und weniger Klicks. So geht’s:

Kodis Bibliothek bietet standardmäßig einige Hauptkategorien/Standard-Hierarchien, beispielsweise ist der Weg zu Serien nach Titel „Video/TV Shows/Title“ und zu Action-Filmen „Video/Movies/Genre/Action“. Solche Hierarchiestufen schimpfen sich Nodes – und mit dem Kodi-Add-on Library Node Editor könnt Ihr eigene Nodes anlegen oder bestehende ändern. Auch komplett eigene Strukturen sind machbar. Interessant sind eigene Nodes vor allem, wenn Ihr zum Beispiel viele Tatorte oder Harry-Potter-Filme habt, die jeweils in einer eigenen Hierarchie dargestellt werden sollen – das spart Klicks und ist übersichtlicher.

Unsere sonstigen Kodi-Artikel findet Ihr hier.

Derartige Aufteilungen könnt Ihr freilich auch mit Intelligenten Playlisten realisieren – aber wer gewohnheitsmäßig viel durch die normalen Bibliotheksstrukturen stöbert, bekommt hiermit eben doch Mehrwert. So funktioniert der Library Node Editor: Im Add-on findet Ihr nochmal die normale Kodi-Hierarchie, allerdings mit den Optionen zum Ändern, Erstellen und Löschen von Nodes. Legt Ihr einen neuen Node an, bestimmt Ihr, welche Art von Inhalt er beinhaltet (Filme, Serien, Episoden) und nach welchen Kriterien gefiltert werden soll. Zum Filtern stehen Euch alle Eigenschaften von Titeln zur Verfügung, also beispielsweise Titel, Genre, Regie, Studio, Jahr und so weiter. In den Eigenschaften können dann jeweils Ausdrücke enthalten sein, nicht enthalten sein oder exakt angegeben werden. Zum Beispiel: Filter „Tatort“ enthält Filme, die im Titel das Wort „Tatort“ haben.

Die Bedienung ist supersimpel. Nun, ja, ist sie – aber es ist schon viel Klickerei. Darum exerzieren wir das jetzt mal Bild für Bild mit dem genannten Tatort-Filter durch. Wundert Euch nicht: Es sind viele Bilder und sehr wenig Text, da schlichtweg ständig durch irgendwelche Pfade gewandert wird.

1. Library Node Editor Installieren

Das Add-on findet Ihr wie immer aus dem Hauptbildschirm über „Programs/Add-ons/Get more“.

Installieren

2. Navigieren …

Startet das Add-on und navigiert jetzt zu den Filmen.

Erste Nodes

3. Angekommen: Filme

Ihr seid jetzt auf der Hierarchiestufe Filme – wo Euch Kodi die Auswahl nach Titel, Jahr und so weiter anbietet.

Mehr Standard-Nodes.

4. Neuer Node

Erstellt einen neuen Node.

Node erstellen

5. Node-Titel

Für unser Beispiel gebt Ihr „Tatort“ ein.

Olle Kamelle

6. Node anwählen

Begebt Euch also in den neuen Tatort-Node.

Euer eigener Node

7. Content-Art bestimmen

Klickt zunächst auf „Add content“, um die Art der Inhalte zu bestimmen.

Filme, Serien, Episoden?

8. Content-Art: Filme

Filme!

9. Der leere Node

Noch ist der Node leer – setzt einen Filter über „Add rule“.

Leerer Node

10. Titel enthält …

Als Meta-Datum wählt Ihr „Titel“, als Bedingung „contains“ und darunter kommt der Wert (value):

Titel entählt …

11. … Tatort

Gebt also den gewünschten Text ein, der im Titel einer Datei enthalten sein soll. Fertig.

… Tatort

12. Navigieren

In der Bibliothek seht Ihr jetzt Euren neuen Eintrag direkt in der obersten Filme-Hierarchiestufe – und darunter entsprechend die Filme, die Euren Filter durchlaufen.

Yeiiii – Tatorte als gleichberechtigte Haupthierarchiestufe.

13. Noch ein Beispiel

Umfangreiche Seriensammlungen lassen sich grob einteilen, etwa in Krimis und Sitcoms; auch ein Node, der nur erste Folgen aus ersten Staffeln (–> Piloten) zeigt ist kein Problem. Schade: Das Add-on kann Filter einzelner Nodes nur per UND verknüpfen, also etwa die beiden Regeln „Folge muss 01 sein“ und „Serie muss 01 sein“ kombinieren und Piloten ausspucken. Ein Node für Serien, die entweder Crime oder Action sind, ist leider nicht möglich. Da leisten die intelligenten Playlisten doch deutlich mehr.

Genres als Hauptkategorien

Tipp: Wenn Ihr „Parent Nodes“ erstellt, findet Ihr im neuen Node nicht direkt die Filme, Serien oder Episoden, die Ihr gefiltert habt, sondern zunächst wieder Kodis-Standard-Nodes Titel, Jahr, Genre, Studios, Tags und so weiter.

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Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, BSI-Mitarbeiter, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 24 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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