Apple hat auf dem Event eine Reihe von Neuheiten präsentiert. Wir haben den neuen iMac, die neuen iPads und den neuen Mac Mini einmal angeschaut.

Das Apple-Event vom 16.10.2014 ist vorbei und wieder hat und – gebenedeit sei der heilige Steve – Apple uns eine Reihe von neuen Produkten vorgestellt. Leider nicht ganz das, was erwartet wurde: Das erwartete große iPad mit 12″-Display fehlte ebenso wie das Macbook Air mit Retina-Display. Dafür gab es zwei neue iPads, einen iMac mit Retina-Display – und endlich ein Update des inzwischen 26 Monate alten Mac Mini, der eine Aktualisierung nötig hatte wie kein anderes Gerät in Apples Line-Up. Wir haben die auf der Keynote neu vorgestellten Geräte schon einmal aus der Ferne unter die Lupe genommen und uns erlaubt, sie einzuordnen.

iPad Air 2
Technologieträger und Fortschritt: Mit neuem 64-Bit-Prozessor A8x und einem erneut schlankerem Design zeigt Apple, dass sie in Sachen Tabletdesign noch immer die Nase vorn haben. Interessant am iPad Air 2 ist das neue, spiegelungsarme Display, das hoffentlich endlich Lesen in der prallen Sonne erlaubt. Da Apple darauf aber trotz der provkativen Kindle-Werbung mit den zwei Damen am Strand nicht hingewiesen hat, ist wohl eher wahrscheinlich, dass auch das iPad Air 2-Display spiegelt – nur eben nicht mehr ganz so schlimm. Neu ist der Fingerabrucksensor Touch-ID im Home-Button, zudem hat Apple erkannt, dass viele Menschen das Tablet auch als Kamera verwenden und ihm eine abgewandelte Version der iPhone 5S-Kamera mit 8 Megapixeln und allen Funktionen der Kamera im iPhone 6 wie etwa die Zeitlupenaufnahmen, verpasst. Der Arbeitsspeicher soll, so bislang aber noch nicht bestätigt, endlich bei zwei Gigabyte RAM statt bisher einem liegen. Alle Kritikpunkte am generellen Design des iPad bleiben erhalten: Weiterhin fehlt die Möglichkeit, SD-Karten direkt ins Gerät zu stecken und auch ein USB-Anschluss bleibt Wunschdenken. Und so ist das iPad Air 2 sicher ein gutes Tablet – hat aber wie seine Vorgänger keine Ambitionen, Notebooks ernsthaft abzulösen.

Das iPad Air 2 ist mit neuester Technik ausgestattet.

iPad Mini 3
Verdächtig, dass Phil Schiller dem iPad Mini 3 im Rahmen der Keynote nur so wenig Raum gegönnt hat. Kein Wunder: Anders als im vergangenen Jahr, als iPad Air und iPad Mini Retina mit nahezu gleichen technischen Daten an den Start gingen, wurde dem iPad Mini in diesem Jahr nur ein Touch-ID-Sensor verpasst. Ansonsten scheint es weitestgehend mit dem Vorjahresmodell identisch zu sein, wenn man die technischen Daten vergleicht. Wer also nur die 16- oder 32-Gigabyte-Version benötigt und keine Touch-ID, kann mit dem jetzt im Preis gesenkten iPad Mini 2 mit Retina-Display ein technisch aktuelles Gerät – sofern Apple nicht im Mini 3 den Arbeitsspeicher auf zwei Gigabyte erhöht hat, was leider noch nicht bekannt ist.

… das iPad Mini 3 hingegen besitzt weitestgehend die gleiche Specs wie der Vorgänger.

iMac Retina
Endlich gibt es den iMac Retina – doch wie schon beim Erscheinen der Macbook-Retina-Reihe vor zwei Jahren ist er mit 2.599 Euro relativ teuer, auch wenn es toll ist, was Apple da in das nicht überarbeitete 27″-iMac-Gehäuse gequetscht hat. Der iMac Retina besitzt unglaubliche 14,7 Millionen Pixel, was einer Auflösung von 5120 x 2880 Pixeln entspricht – das ist Weltklasse. Leider hat Apple wie bei allen „ersten Versionen“ deutlich an der sonstigen Hardware gespart: Zwar gibt es in der Grundkonfiguration eine fette AMD Radeon R9 M290X Grafikkarte mit 2 GB GDDR5 Arbeitsspeicher, und auch der Prozessor ist flott, RAM- und Festplattenkapazität in der Standardausführung sind aber mit 8 Gigabyte und einem terabytegroßem Fusiondrive von vorgestern – hier wäre wenigstens eine SSD und 16 Gigabyte RAM angebracht gewesen. Und so muss, wer den iMac wirklich nutzen will, tüchtig erweitern, womit sich schnell Preise weit jenseits der 3.000 Euro ergeben. Unsere Empfehlung: Nächste Generation abwarten oder zum Vorgänger greifen, vermutlich gibt es spätestens nächstes Jahr auch die 21,5″-Variante, die wesentlich günstiger sein dürfte.

Mit dem 5K-Display erreicht der iMac Retina bisher nicht gekannte Bildqualität.

Mac Mini
Eher eine Fußnote war der Mac Mini: Am Gehäuse hat sich nichts geändert, in Sachen Hardwareausstattung zieht der Einsteiger-Mac mit dem Macbook Air gleich, allerdings besitzt er eine konventionelle Festplatte. Der RAM in der kleinsten Version dürfte wie beim Spar-iMac gelötet sein, sich aber in den größeren Varianten tauschen lassen. Hinzu kommen wie auch beim Retina-iMac zwei Thunderbolt 2-Ports, die darauf hindeuten, dass Apple auch ein 5K-Thunderbolt-Display in der Hinterhand hat: Für dessen Ansteuerung werden die beiden Ports nämlich benötigt.

Der Mac Mini ist nach wie vor als Einsteiger-Mac beliebt.

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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Kommentare

  • Der iMac ist sicher nett, aber solange ich nicht regelmäßig mit 4k-Videos arbeiten muss, schaue ich lieber aus dem Fenster, wenn ich scharfe Bilder sehen will und spare mir die 2.500 Euro…

    iPad Air: Wow, dünner. Toll. Dafür immer noch nix in Richtung „echter“ Produktivität (Mehrfenster-Ansicht, Maus-Support, Digitizer etc.). Das macht die Konkurrenz durchgehend besser (selbst Sasmung 😉 ) Hab gerade im Urlaub wieder gemerkt, dass ein iPad selbst mit Keyboard einen Laptop einfach nicht ersetzen kann.

    Der Rest ist okay, aber kein Wow-Effekt. Den hatte ich hingegen als nicht iPhone-User beim iPhone 6, von daher sind Geschmäcker wohl einfach verschieden.

    Für mich ist das größte Highlight, dass das iPad Mini faktisch auf dem gleichen Stand bleibt und mein 2er damit nicht so schnell in die geplante Obsoleszenz driftet, wie man es sonst von Apple gewohnt ist 😉