Der Flic Button will den Alltag erleichtern: Das Kickstarter-Projekt startet auf Knopfdruck alle Aktionen auf dem Smartphone oder im Haus. Wir testen, wie gut das klappt

Der Flic Button ist… Ein Knopf. Ein Knopf, um alles zu bedienen. Ähm, ja… Das war es eigentlich auch schon. Doch hinter dem Flic Button aus Schweden steckt weitaus mehr, als man auf den ersten Blick vermutet: Per App wird der flexible Knopf zur Bedieneinheit für Eure smarten Leuchten, findet Euer verlegtes Smartphone, startet eine Playlist, ruft Euch ein Taxi (!) oder… spielt einfach nur einen Ton ab. Grund genug für unseren Gastautor Benjamin Mewes, das „IFTTT fürs echte Leben“ einmal genauer zu testen. 

Das Thema schaltbare Buttons scheint zurzeit groß in Mode zu sein. Ständig kommen neue Konzepte über Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter auf den Markt. Wir haben uns die schwedische Lösung Flic Button geschossen , die bereits seit einiger Zeit finanziert ist und jetzt auch Käufern außerhalb von Kickstarter und co zur Verfügung steht.

Der Flic Button ist kaum größer als eine 1 Cent-Münze, kann aber deutlich mehr 😉

Einrichtung: In fünf Minuten startklar

Der Knopf kommt recht spartanisch in einer kleinen Pappverpackung an. Also ausgepackt, Handy (bzw. Tablet) gezückt und unter iOS oder Android die App installiert. Nun muss noch Bluetooth aktiviert werden und schon kann der Knopf eingerichtet werden.

Dazu wählt ihr für die drei möglichen Aktionen „Klick“, „Doppelklick“ und „Gedrückt Halten“ den passenden Service-Provider aus. Derer gibt es schon einige: Sonos, Philips Hue, Spotify, etc. Jeder Provider stellt eine Art Widget zur Verfügung, das eine Funktion auslöst. So kann auf jede Aktion vom Button mehrere Provideraktionen gelegt werden. Beispiel:

Die Einrichtung der Klick-Aktionen per App ist komfortabel

Ein Klick löst die Aktion „Licht zu 100% an“ für alle Hue Leuchten aus und stoppt dabei die Wiedergabe der Musik auf euren Sonos-Boxen. Ein Doppelklick danach dimmt die Lampen auf 50% und setzt die Wiedergabe auf dem Sonos fort.

Von diesen Aktionen gibt es mehr als ein gutes Dutzend. Zudem lassen sich auch IFTTT-Kanäle mit dem Flic Button steuern, um Onlinedienste wie Gmail oder Facebook einzubinden. Eurer Fantasie sind daher kaum Grenzen gesetzt. Seit dem letzten Software-Update können auch Systemfunktionen wie das Auflegen von Telefongesprächen oder der Auslöser für die Smartphone-Kamera genutzt werden.

Funktionalität: Der Button im Alltag

Der Button ist permanent via Bluetooth LE mit eurem mobilen Gerät verbunden und kann auch nur von einem Gerät gleichzeitig bedient werden; die Nutzung des Buttons mit mehreren Endgeräten ist zurzeit leider nicht möglich – ein klarer Minuspunkt für den Flic Button.

Durch die begrenzte Reichweite des Flic Buttons von unter 50m müsst ihr Button und Handy immer in der Nähe haben. Das ist zu verschmerzen, jedoch wäre es besser wenn der Flic Button selbstständig nach alternativen Geräten sucht, wenn der favorisierte Empfänger nicht in Reichweite ist.

Im Test überzeugte der Button durch eine beständige Erkennung der Aktionen und konnte ebenfalls mit seiner langen Batterielaufzeit punkten. Da der Knopf mit einer wechselbaren Knopfzelle betrieben wird, spricht nichts gegen eine lange Nutzung.

Viele Aktionen, immer neue Partner

In den letzten Monaten kamen immer wieder neue Funktionen hinzu. Zuletzt konnten Volvo und Bosch Safety als Premiumpartner gewonnen werden. Durch den recht niedrigen Einstiegspreis von 20-25€ ist der Flic Button sicherlich schon im jetzigen Zustand eine sinnvolle Investition für Gadget-Fans

Immer mehr Dienste und Geräte werden durch den Flic Button unterstützt

Ich warte noch auf die vollständige Implementierung der versprochenen Fitness-Funktionen, denn ich denke, dass ein intelligenter Knopf beim Laufen wesentlich sinnvoller ist, als eine umständliche Bedienung per Touchscreen. Besonders in diesem Bereich sehe ich noch großes Potenzial des kleinen, handwerklich gut verarbeiteten Buttons.

Fazit: Der Button für den Geek von heute!

Der Flic Button ist ein ausgereiftes Produkt mit guter Software, das in Zukunft durch Updates eigentlich nur noch besser werden kann. Eine Möglichkeit den Button an mehreren Geräten zu betreiben, wäre allerdings mehr als wünschenswert. Ich bin gespannt was die Kooperation mit Volvo bringt und freue mich auf die zukünftigen Fitness-Anwendungen mit Flic Unterstützung.

Zur Flic-Homepage

Über den Autor

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

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