Proxys helfen, Websperren auf Seiten wie YouTube oder der BBC zu umgehen. Über ein Open Source-Tool findet Ihr ganz einfach kostenlose Proxys-Server.

Websperren sind ärgerlich und pervertieren den Gedanken eines „World Wide Webs“. Ob es sich nun um eine eingeschränkte Rechtslage bei gestreamten Inhalten oder gar eine reine Zensurmaßnahme handelt, wenn der Besuch einer Website mit dem Hinweis „Dieser Inhalt ist in Deinem Land nicht verfügbar“ endet, ist der Frust groß. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, eine Content-Sperre zu umgehen, beispielsweise für in Deutschland nicht verfügbare YouTube-Videos.

Eine universellere Lösung zum uneingeschränkten Surfen bieten so genannte Proxy-Server. Nutzt ihr diese, werden alle Seitenaufrufe über einen externen Server abgewickelt. Das Ergebnis: Eine aufgerufene Website sieht nicht Eure persönliche IP-Adresse, sondern die des Servers, über den Ihr sie aufruft. Auf diese Weise könnt Ihr nicht nur Eure eigene IP verschleiern und so eine Rückverfolgung Eures Surfverhaltens zumindest erschweren. Ihr spielt der besuchten Seite auch eine andere Herkunft und könnt damit auf regional beschränkte Dienste wie den BBC Player zuzugreifen. Steht der verwendete Server im nicht gesperrten Ausland, erhaltet Ihr ohne großen Aufwand Zugriff auf die Inhalte. Dank des quelloffenen Proxy Searchers wird die Nutzung eines Proxys zum Kinderspiel.

1. Proxy Searcher installieren

Im Internet stehen Tausende kostenlose Proxy-Server bereit – Ihr müsst nur den richtigen finden. Das Open Sourc-Programm Proxy Searcher hilft dabei. Ladet es von der Homepage herunter und installiert es auf Eurem PC. Die Nutzung des Programms ist erfreulich einfach: Klickt nach dem Start einfach auf „Search“ und wartet eine Weile.

2. Den richtigen Server auswählen

Das Programm führt nun eine Reihe von Suchanfragen und Tests durch, um freie Proxydienste zu finden. Ihr könnt die Ergebnisse nach IP-Herkunftsland („Country“) und Geschwindigkeit („Speed“) sortieren. Sucht am besten einen Server heraus, der im Land der Zieladresse liegt und dessen Geschwindigkeit im grünen Bereich liegt.

3. Proxy-Konfiguration mit einem Klick übernehmen

Falls Ihr über den Internet Explorer oder Mozilla Firefox surft, könnt Ihr die Proxy-Einstellungen mit einem Klick auf das entsprechende Symbol übernehmen und den Proxy direkt nutzen. Bei Opera wechselt Ihr den Proxy unter „Einstellungen/Erweitert/Netzwerk“. Für Chrome empfehlen wir die Installation von Proxy Switchy ). Hier tragt Ihr die ermittelte Server-Adresse und den Port ein, um die Sperren zu umgehen. Denkt daran, die Einstellungen gegebenenfalls wieder zu entfernen, wenn Ihr nicht dauerhaft über den eingestellten Server surfen wollt.

4. IP-Adresse überprüfen

Ob alles funktioniert hat, seht Ihr beim Besuch der Webseite www.ip-address.com oder auch IPChicken. Wird hier eine ausländische Herkunft verifiziert, könnt Ihr höchstwahrscheinlich auch sicher auf gesperrte Inhalte auf YouTube und Co. zugreifen.

Noch ein wichtiger Hinweis: Anders als bei einem VPN-Dienst werden die Daten, die Ihr über einen Proxy verschickt, standardmäßig nicht verschlüsselt – sendet also nach Möglichkeit keine sensiblen Infos über eine solche Verbindung. Auch sind die Server, die unter „Type“ mit „Transparent“ kategorisiert sind, so konfiguriert, dass die besuchte Seite über ein entsprechendes Skript herausfinden kann, dass Ihr mit einem Proxy unterwegs seid und den Zugriff eventuell sperren. Nutzt in einem solchen Fall einfach einen anderen Server oder filtert die Liste auf die „High Anonymous“-Server, die die Infos verschleiern.

Über den Autor

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

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