Bestes Casual Game ever? Peggle Deluxe! Hinter der quietschbunten Fassade steckt ordentlich Spieltiefe, die maximale Punkteausbeute verlangt ein wenig Leidenschaft. Ein Strategie-Guide für alle 55 Level.

Manche Artikel sind nützlich, manche Unterhaltung und andere reine Tipponanie … Den Wert des folgenden Machwerks soll die Nachwelt festlegen. Sie wird es wohl nie sehen. Aber egal: Peggle Deluxe ist ein großartiges 5-Euro-Spiel, dem ich schon seit vielen Jahren treu bin – mittlerweile ist es meist mehr Meditation als sonstwas. Das schöne an Peggle ist, dass hinter der bunten Casual-Fassade eine Menge Spieltiefe steckt. Easy to learn, hard to master – das passt hier sehr gut. Hier also mein ganz persönlicher Stragerie-Guide für alle 55 Peggle-Deluxe-Level.

Super-Casual-Game!

Zwei Dinge noch vorweg: Es geht hier um das Adventure mit 11 mal 5 Leveln und es geht auf Punkte. Und ich mache daraus keine Wissenschaft, man könnte mit Notizen, Probeläufen und Feintuning noch mehr Punkte herausholen, aber es soll ein Spiel bleiben. In den meisten Leveln funktioniert immer die gleiche Strategie mit derselben Spielfiguren, daher folgen zunächst die Basics, anschließend geht es durch alle Level einzeln. Dort gibt es dann Tipps zu Einstiegen und gegebenenfalls abweichenden Spielfiguren.

Basis-Strategie: Punkte machen

Die beste Punkteausbeute gibt es nicht mit Schüssen, die viele Kugeln abräumen, sondern mit Abschüssen einzelner Kugeln und dem Auffangen des Spielballs mit dem Körbchen. Zum einen läppern sich die Punkte, zum anderen gibt es nach 5 gefangenen Spielbällen 25.000 und nach 10 in Folge gefangenen nochmal 100.000 Punkte. Für das Feintuning: Je mehr Rote Kugeln aus dem Spiel sind, desto mehr Punkte bringen Abschüsse blauer und rosa Kugeln. Es lohnt sich also, möglichst viele rote Kugeln abzuschießen und erst dann die blauen beziehungsweise rosa Kugeln, sofern verfügbar.

Und um nun möglichst viele Einzelabschüsse realisieren zu können, solltet Ihr Euch eine Seite freischießen. Habt Ihr links oder rechts einen einigermaßen breiten Korridor, lassen sich die restlichen Kugeln ziemlich einfach einzeln abräumen – den Korb über Bande zu treffen ist erheblich einfacher. Könnt Ihr den Spielball nicht über Bande einlochen, versucht die anvisierte Kugel am besten so zu treffen, dass Ihr den Korb in der Mitte des Spielfelds trefft. Das hat zwei Vorteile: Zum einen habt Ihr irgendwann ein Gefühl dafür, wie der Spielball zuverlässig immer an derselben Stelle, der Mitte landet. Zum anderen braucht Ihr die Mitte gegebenenfalls auch beim Endspiel.

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Die Standardtaktik: Eine Seite abräumen, dann alle Kugeln einzeln abschießen.

Kleine Interlude: Natürlich klappt das nicht immer so klinisch rein und es lohnt sich durchaus häufig, mit den ersten Schüssen viele Kugeln abzuräumen. Und da solltet Ihr ein paar Punkte berücksichtigen: Je höher der Fever-Level, desto mehr Punkte. Möglichst die rosa Kugel involvieren. Grüne Kugeln möglichst bei höherem Fever-Level nutzen.

Basis-Strategie: Endspiel

Im Optimalfall räumt Ihr alle Kugeln ab und sobald Ihr die letzte versenkt habt, landet Euer Spielball unten in den Punktebunkern – die dann alle 100.000 Punkte bringen. Wenn Ihr den Level aber nicht komplett abgeräumt habt, gibt es die 100.000 Punkte eben nur in der Mitte. Es gibt beim Endspiel aber noch Platz für mehr Punkte: Extrapunkte gibt es, wenn Ihr mit dem letzten Schuss drei oder mehr Kugeln abräumt. Ist nur noch eine letzte rote Kugel übrig und befindet sich diese nicht allzu hoch, lohnt sich ein Kunstschuss: Schiesst auf den Rand des Körbchens, so dass der Spielball von dort auf die letzte Kugel prallt – das klingt vielleicht schwieriger als es ist. Für jeden Spielball, den Ihr noch im Köcher habt, gibt es nach Abschluss 10.000 Punkte, für den Kunstschuss 25.000 – mehr als zwei Fehlversuche solltet Ihr Euch also nicht erlauben. Auch gut: Versucht, zum Schluss zwei Kugeln übrig zu haben, die weit auseinander liegen und versucht beide abzuräumen – Long-Distance-Shots bringen schließlich ebenfalls Extrapunkte. Am besten sind zwei rote, um nichts zu riskieren.

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Vom Eimer auf die letzte Kugel – Kick the Bucket bringt Extrapunkte.

Das größte Potenzial beim Endspiel bieten aber die Spielfiguren: Grundsätzlich sind der Zauberhase Warren und Kürbis Renfield die nützlichsten Charaktere – die Ausnahmen kommen bei den einzelnen Level-Besprechungen. Renfields zweimal durchlaufender Spielball kann zum einen gut Kugeln abräumen und ist zum anderen eine perfekte vorletzte Kugel: Erst die grüne Renfield-Kugel und von dort auf die letzte Rote und schon gibt es garantiert zweimal 100.000 Punkte. Das geht natürlich auch mit dem ollen Hamster, aber den spiele ich nicht. Warren hingegen ist immer Risiko und Chance: Im Optimalfall klärt Ihr den Level so, dass beim Abräumen auch die grüne Warren-Kugel getroffen wird – und diese sollte dann den Triple Score auswerfen … Schlimmstenfalls ist es aber beispielsweise des Hamsters Doppelspielball, daher klappt die Route zur letzten Roten nicht und schon sind die 100.000 Bunkerpunkte futsch. Kommt vor.

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So sollte ein Finish aussehen: Räumt Ihr beide ab, sind 200k Punkte im Sack.

Basis-Strategie: Feintuning

Zum Schluss noch ein paar Tipps für’s Feintuning. In relativ vielen Leveln gibt es einen ganz bestimmten ersten Schuss, der der hier vorgeschlagenen Strategie am dienlichsten ist, beispielsweise, um eine Seite freizuräumen. In anderen Fällen gibt es runde Gebilde zum Abräumen – hier lohnt es sich meist, eine so große Lücke in den Kreis zu schießen, dass Ihr den Spielball anschließend sauber in die Rundung ballern könnt – viele Steine auf einmal, am besten bei hohem Fever-Level und samt rosa Kugel sind bisweilen eben doch besser als Einzelschüsse. Und mehr Spaß macht es auch.

Damit steht die Basisstrategie. Ausnahmen gibt es in einigen Leveln, beispielsweise solltet Ihr einmal das Bjorn-Einhorn verwenden, weil rote Kugeln an äußerst schwierig zu erreichenden Stellen platziert sind. In einigen Fällen sind die Flipper angesagt, weil das Level-Design es einfach verlangt 😉 Und Fireball/Drache sowie Space Blast/Alien helfen bisweilen, allzu langweilige Level abzukürzen. Es folgen tolle Level, langweilige Level, Level, die ich lieblos abhandle, weil ich sie nicht mag und mindestens zwei Level, die einfach scheiss nervig sind.

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Ein Finish mit mehreren Kugeln gibt als Cool Clear Extrapunkte.

Ach, und damit es nicht zu einfach wird: Wenn Ihr alle 55 Level beim ersten Versuch packt, gibt es am Ende 10 Millionen Punkte Bonus! Und für jeden einzelnen Level ebenfalls je 100.000. Als Relation: Peilt einfach mal 30 Millionen Punkte insgesamt an – da macht der Bonus also immerhin ein Drittel aus! Einen Endstand von 40 Millionen solltet Ihr recht entspannt erreichen, je näher es gegen 50 Millionen geht, desto mehr werdet Ihr feststellen: Es artet in Arbeit aus …

Alle 55 Level als Galerie

Eine Bitte: Seht mir Rechtschreibfehler in den Bildunterschriften nach – das Korrekturlesen in den kleinen Eingabefeldern ist nervig …

Für die Harten …

Wer die lange Galerie wirklich durchgehalten hat, verdient noch ein paar Extratipps. Grundsätzlich seid Ihr ja immer bestrebt, 10 Abschuss-Spielball-Fangen-Kombis am Stück zu schaffen, um die Boni abzugreifen. Für die ersten 5 gibt es 25.000, für die zweiten 5 aber 75.000 Punkte! Also seht zu, bei den ersten fünf Kugeln schwierigere Schüsse zu nehmen und für die zweite Hälfte fünft einfache Abschüsse parat zu haben.

Wenn Ihr auf Punkte spielt, solltet Ihr Euch zudem ein paar ungefähre Etappenpunkte merken, also etwa, wieviele Punkte Ihr nach 10, 20, 30 und so weiter Level haben solltet, um am Ende auf ein gutes Ergebnis zu kommen – liegt Ihr deutlich darunter, startet das Adventure lieber von neuem. Generell gilt: Lasst Euch den Spaß nicht durch Punktejagt verderben. Ich spiele Peggle jetzt seit ca. 2008 – und das würde ich sicherlich nicht, wenn ich Wissenschaft daraus gemacht hätte. Zudem erwähnte ich es, es ist mittlerweile fast schon Meditation. Immer wieder ertappe ich mich, wie ich Gedanken nachhänge, dem TV lausche und mich viel mehr mit dem Bier beschäftige – und plötzlich drei Level fast unbewusst durchgezockt habe. Natürlich mit der zu erwartenden schrecklichen Punkteausbeute. Aber was solls.

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Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, BSI-Mitarbeiter, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 24 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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