Im Artikel Die 10 Plagen der Techie-Welt findet Ihr eine Auflistung des größten Bockmists, der unsere heutige IT-Welt prägt – von Monopolisten über unfähige Nutzer und Shop-Frontends bis hin zu technischen Detail-Plagen. Und genau diese technischen Details, diese digitalen Griffe ins Klo, bekommen als zehnt Plage hiermit ihren eigenen Beitrag. Es folgen Ärgernisse, die Computer und Nutzer meist seit Ewigkeiten terrorisieren; Features, die nie hätten existieren düfen, Features, die nie hätten fehlen dürfen und echte Bit-Verbrechen. Eine persönliche, nicht gerankte Hitliste von Epic Fails in der Welt der Bits und Bytes – Ergänzungen willkommen!

Im Artikel Die 10 Plagen der Techie-Welt findet Ihr eine Auflistung des größten Bockmists, der unsere heutige IT-Welt prägt – von Monopolisten über unfähige Nutzer und Shop-Frontends bis hin zu technischen Detail-Plagen. Und genau diese technischen Details, diese digitalen Griffe ins Klo, bekommen als zehnte Plage hiermit ihren eigenen Beitrag. Es folgen Ärgernisse, die Computer und Nutzer meist seit Ewigkeiten terrorisieren; Features, die nie hätten existieren düfen, Features, die nie hätten fehlen dürfen und echte Bit-Verbrechen. Eine persönliche, nicht gerankte Hitliste von Epic Fails in der Welt der Bits und Bytes – Ergänzungen willkommen!

1. Fenster-Ansichten unter Windows
„Liebe Armleuchter in der Windows-Entwicklung,
ich mag im Explorer die Detail-Ansicht, mit den Spalten Name, Größe und Datum. Ich würde das sooo gerne immer so haben – warum darf ich nicht?“
Was die Microsoft-Kasper da angerichtet haben, geht mir seit Jahren auf den Keks. Egal, was man wo einstellt, der verdammte Explorer mischt sich immer wieder in die Ansichten ein und ändert selbständig und ununterbindbar die Darstellung je nach Inhalten etwa in Miniaturen. Oder es werden, beispielsweise bei Musikdateien, zusätzliche Spalten eingeblendet, für Länge, Metadaten, etc. Was soll der Scheiss? Rechner sollten nichts (N I C H T S) tun, was ihnen nicht explizit befohlen oder gestattet wurde. 6, setzen.

So – IMMER! Aber nicht mit Windows.

2. Systemsteuerung unter Linux
Ja, Linux ist super. Ja, ich mag Linux. Ja, Linux kann so ziemlich alles. Aber nein, Linux schafft es einfach oft nicht, Otto Normaluser anzusprechen. Und so komplex und bisweilen schlampig die Windows-Systemsteuerung auch sein mag, sie ist ein konsistentes Konstrukt, ein eindeutiger zentraler Zugang zu sämtlichen Einstellungen. Unter Linux bleibt es ein Sammelsurium einzelner Tools, die selbst in ihrer Gesamtheit nur einen Teil abdecken – vieles bleibt der Kommandozeile überlassen. Mein Gott, Ihr ollen Nerds: Wenn Ihr Linux pushen wollt, müsst Ihr auch mal an die Massen denken und ein wenig elitäres Verhalten über Bord werfen. Eine Systemsteuerung in Windows-Manier würde den Umstieg massiv erleichtern. Wo ich gerade dabei bin:

Schönes System, nicht schön zu steuern.

3. Textkonfiguration
Programme über Textdateien zu konfigurieren hat Charme: Es geht schnell, alle Einstellungen sind an einer Stelle, es lassen sich leicht Backups anfertigen, Nutzer können problemlos jeweils eigene Configs nutzen, meist ist die Dokumentation super und Standard-Konfigurationen können aus Foren oder sonstwo kopiert werden. Und wenn Ihr, liebe Programmierer derartiger Tools, meint, Nutzer würden sich darüber freuen, sei Euch gesagt: Nei-en. Nö-ö. Äh-äh. Hinz und Kunz und Tom und Dick und Harry wollen Fenster und Häkchen – Texteditoren sind für diese Jungs und Mädels einfach unzumutbarer Nerdscheiss. Haben sie recht? Nein. Werden sie sich von Argumenten umstimmen lassen? Hmmmmmmmmmmmmmmmmm …

Wer’s kennt, liebt es, wer nicht, dürfte es hassen.

4. Zeilenumbrüche
Ihr mögt es kaum glauben, aber das hier ist ein echter Meilenstein direkt aus der IT-Hölle: Windows, Linux und Mac nutzen unterschiedliche Zeilenumbrüche. Bei Linux ist es Newline (NL), bei Mac Carriage Return (CR) und bei Windows CR+NL. Carriage Return? Ja genau, der gute alte Wagenrücklauf. Und wenn jeder unter 30 jetzt dumm guckt: Der Wagen ist dieses Ding von der Schreibmaschine (wie der Tintenpatronenhalter im Drucker), das eine Zeile vollpinnt und danach mechanisch zurückgeschoben (CR) und dann eine Zeile weiter runter (NL) gesetzt wird. Win übernimmt also 1:1 das Schreibmaschinenprinzip, Linux verzichtet auf den Analogkäse und bei Mac wird eigentlich immer nur eine Zeile ge- und dann immer wieder überschrieben … Das Problem: Viele, viele Tools verarbeiten Textdateien zeilenweise, kommen aber nur mit einem dieser Zeilenumbrüche zurecht. So kann es Euch zum Beispiel bei Volltextsuchen passieren, dass völlig falsche Trefferlisten präsentiert werden, weil die Such-Software keine Wort-Liste erkennt, sondern nur ein einziges langes Wort. Richtig nervig wird es beim Programmieren, da hier Zeilenumbrüche als Trenner von Befehlen genutzt werden. Aber selbst normale Endnutzer können unter dieser Höllenausgeburt leiden, etwa wenn Textdateien ausgetauscht werden und plötzlich die gesamte Absatzformatierung verschwunden ist und alles nur noch ein großer Textblock zu sein scheint.

Für Skripter und Programmierer eine echte Höllengeburt – Zeilenumbrüche.

5. Taskleisten mit On-Mouse-Over
Klickt man auf ein in die Taskleiste minimiertes Fenster, spendiert Windows den schönen Dialog zum Verschieben, Minimieren, Maximieren oder Skalieren des Fensters. Nun, früher mal. In Windows 7 zeigt dieser Klick eine Liste der mit diesem Programm zuletzt genutzten Dateien. Das alte Verschiebe-Menü bekommt man, indem man den Mauszeiger über das minimierte Fenster in der Taskleiste zieht, kurz auf das aufpoppende On-Mouse-Over-Menü wartet und dann darauf rechtsklickt. Wer denkt sich so einen Dreck aus? Dieser On-Mouse-Over-Käse funktioniert nämlich am laufenden Band nicht und das Menü ist nicht erreichbar. Da Windows aber nun recht häufig der Meinung ist, Fenster aus unersichtlichen Gründen auf Monitor 2 zu öffnen (der bei mir vom Bürostuhl nicht sichtbar ist), ist dieses Menü die Standard-Option, um das Fenster ohne Sichtkontakt wieder auf Monitor 1 zu ziehen. Kontextsensitivität und On-Mouse-Over-Menüs sind einfach unzuverlässiger Mist – wie wäre es denn, wenn Ihr sowas mal testet, bevor Ihr es in die Welt entlasst? Das wäre doch mal eine suuuuper Idee. Übrigens: Die Lösung für das Problem liegt in der Tastenkombination WIN+Pfeiltasten, die Fenster auch so zwischen Monitoren verschieben können.

On-Mouse-Over ist einfach unzuverlässig – lasst das.

6. Nur 2 von 3 Monitoren
Zwei Monitore per DVI, ein Fernseher per HDMI, eine Grafikkarte mit drei Buchsen – und dennoch darf ich nur zwei Geräte gleichzeitig ansteuern. Da muss schon wieder die Frage dieser komischen Schwedenwichtel herhalten: Wieso denn bloß? Wieso tut sie so? Unfassbar.

Gut, es gibt Möglichkeiten, aber das Standard-Setup erlaubt nur zwei Geräte gleichzeitig.

7. Android ohne Root
Vielleicht mein persönlicher Favorit: Android ist ein freies Betriebssystem. So wie Linux, nur eben für Mobilgeräte. Aber Android unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt von Linux, aber auch Mac OS und Windows: Der Besitzer, der Admin, der Betreiber, der Root-Nutzer, der Gott des Systems, egal, wie man ihn nennt, er hat keinen Admin-Zugriff. Nein, Ihr dürft nicht einfach rumfrickeln. Nein, Ihr könnt nicht jede Software installieren, geschweige denn deinstallieren. Auf einem freien System! Nein, Ihr müsst Euch erst in Euer eigenes System hacken – das bekannte rooten. Und warum das ganze? Weil die Android-Macher Nutzer für dermaßen dämlich halten, dass sie nicht mal eine optionale Freischaltung in den Systemeinstellungen anbieten – Ihr könntet ja was falsch machen. Uiuiui, gut das Ihr Pfeiffen uns rettet. Man stelle sich vor, man könnte auf seinem PC, seinem Windows, einfach was kaputtkonfigurieren oder sich Malware einfangen oder überhaupt machen, was man will …, obwohl, geht ja, und die Welt ist dennoch nicht untergegangen. Ein Betriebssystem ohne, meinetwegen optionalen, Admin-/Root-Zugriff geht gar nicht.

Freies System ohne Admin-Zugriff? Ab in die Hölle!

8. Partitionierung unter Windows
Gibt es viel grundlegendere Aufgaben, als das Unterteilen von Festplatten in unterschiedliche Laufwerke? Selbst zu Zeiten von 256-MB-Festplatten war das häufig notwendig, bei den heutigen 2-TB-und-größer-Platten ist es ein Muss. Und Microsoft? Scheint das für esoterischen Unfug zu halten, versucht uns unzuverlässigen, blödsinnigen, unkompatiblen Volumen-Mist als weniger flexible Alternative anzudrehen und hält einen Partitionierer souverän aus Windows heraus – was für ein Blödsinn. Noch so einer gefällig?

Einmal Partitionierer bitte.

9. Zwischenablage mit 1 Speicherplatz
Copy & Paste, in Kürzeln STRG+C und STRG+V, hat unsere ganze Art zu arbeiten geprägt wie kaum ein anderes Konzept – fragt mal den Copy&Paste-Politiker Guttenberg. Aber warum zum Geier hat die Zwischenablage nur einen einzigen Speicherplatz? Auf allen Systemen ist das so. Dass es auch anders geht, zeigt das hervorragende Ditto: Beliebig viele Speicherplätze, konfigurierbare Einfüge-Tasten, Beibehaltung des üblichen STRG+V/STRG+C, Vorschauen, Listenansichten, Gruppenbildung und und und – wir hatten zu Ditto schon mal eine kleine Serie, schaut’s Euch an, dann seht Ihr schon, was beim Clipboard falsch läuft.

So geht das: Ditto macht aus dem Clipboard mehr, viel mehr.

10. Größenanzeige von Ordnern
Dateibrowser zeigen in Listenansichten grundsätzlich die Größe der Dateien an und verschweigen genauso grundsätzlich die Größe von Ordnern. Ich für meinen Teil hätte diese aber gerne, um zum Beispiel Speicherfresser aufzuspüren – und das ohne Drittsoftware wie WinDirStat. Freilich, Ordnergrößen zu berechnen dauert bisweilen einige Zeit, aber das ließe sich mit Datenbank und festlegbaren Indizierungsintervallen durchaus bewerkstelligen – auf der Kommandozeile geht das schließlich auch! Uralt-Bockmist, den bitte endlich mal jemand abschaffen sollte.

Wie groß sind wohl die Ordner – wer will raten?

11. Ubuntu-Screenshot-Namen nicht kompatibel mit Windows
Inshirngeschissen: Das mieseste Linux aller Zeiten, das Unity-geschädigte Möchtegernwindows Ubuntu, hat es doch tatsächlich geschafft, Screenshot-Namen zu vergeben, die mit Windows dank Doppelpunkt nicht kompatibel sind – und so in meiner Cloud landeten, aber nicht nach Windows synchronisierten. Ubuntu ist eine Insel, oder was?

Dieser Quatsch ist kaum eines Kommentars würdig.

12. Erkannte Laufwerke ohne Laufwerksbuchstaben
Oh Windows, wieso tust Du uns das an? USB-Stick rein, Laufwerk erkannt, kein Laufwerksbuchstabe vergeben, Laufwkerk taucht folglich nicht unter „Arbeitsplatz“ auf – und der liebe User darf sich bis zur Datenträgerverwaltung durchklicken, um manuelle einen Buchstaben zu vergeben. Die technischen Hintergründe sind mir jetzt zu ausschweifend, aber mal ehrlich: Muss man die kennen, um diesen Mist zu hassen?

Wenn der verdammte Stick erkannt wird, gib ihm doch auch einen verdammten Buchstaben, Mann!

13. Die PATH-Variable unter Windows
Attention Ihr Menschen: Dieser von Dendemann geklaute Reim soll Eure Aufmerksamkeit auf einen Bug lenken, der sich in schätzungsweise drei Sekunden bereits vor Jahrzehnten hätte lösen lassen können. Die Pfad-/PATH-Variable unter Windows teilt dem System mit, unter welchen Ordnerpfaden nach Standardprogrammen geschaut werden soll. Gebt Ihr etwa in der Kommandozeile sowas wie „programm-abc.exe“ statt „c:/tools/programm-abc.exe“ ein, kann das nur funzen, wenn Windows weiß, dass standardmäßig unter „c:/tools/“ nachgeschaut werden soll. Diese Variable muss recht häufig manuell ergänzt werden und kann beliebig viele Pfade aufnehmen (für einzelne Dateiendungen zum Beispiel). Leider ist das Eingabefenster winzig klein und beschränkt sich auf eine einzige Zeile – natürlich nicht skalierbar. Dieses Feature hat kein einziger Microsoft-Programmierer jemals getestet. Garantiert nicht. So kaputt kann ja kein Mensch sein. Nun, das ist wohl eine recht naive Hoffnung.

Ja genau, das Fenster ist suuuper passend!

14. Nicht-gefangene Mauszeiger
Archive.org hat vor kurzem eine Sammlung alter DOS-Spiel bereit gestellt, die direkt im Browser läuft. Leider wird der Mauszeiger nicht im Spiele-Fenster gefangen und folglich sind Spiel-Curser und Windows-Curser nicht synchron – das Spiel ist unspielbar. Auch virtuelle Maschinen, zumindest mit VirtualBox, zeigen häufig dieses Problem – und es ist verdammt frustrierend, wenn man minutenlang versucht Zaubertricks zu entwickeln, damit man den Quatsch wenigsten irgendwie beenden kann. Schwierig, hier einen Schuldigen auszumachen, aber als Appell an die Allgemeinheit: Macht das weg!

Los, Programmierlemminge, fangt den Mauszeiger.

15. Freigaben einbinden unter Linux
Freigaben einbinden unter Linux ist immer wieder problematisch und häufig genug führt der Weg wieder über eine Textkonfiguration – super für versierte/interessierte Nutzer, ein weiterer Ich-wechsel-nicht-von-Windows-nach-Linux-Grund für alle anderen. Jungs, macht doch solche Standardaufgaben etwas einfacher und zuverlässiger. Is‘ doch nicht so schwer.

Wat’n Spass!

16. Eingabeaufforderung
Der Terminal ist unter Linux der wohl wichtigste Ort, von dort aus lässt sich einfach alles erledigen – für echte Linux-Nerds braucht es nichts anderes. Unter Windows nennt sich das Ding „MS DOS Eingabeaufforderung“ – noch Fragen? Das Ding ist einfach grottig, schon die fehlende Groß-/Kleinschreibung-Sensitivität nervt, ebenso die umständliche Kasperei mit Copy&Paste, aber vergleicht man den Funktionsumfang und die Usability mit Linux Terminals, kullern die Tränen, erstarken Erinnerungen an die Wauzis: „… haben keine Mama, haben keinen Papa, niemand hat uns lieb …“.

Also ne Bash ist das nicht.

17. Dateilistenladezeiten
Zu den ersten Dingen, die Informatiker lernen, gehören Sortieralgorithmen. Das Sortieren der Elemente simpler Listen ist eine verdammt einfache Aufgabe für Mensch, Software und Maschine. Warum, oh Welt, muss ich dann bei meinem Testordner sage und schreibe 4:38 Minuten warten, bis die 21.525 Dateien statt nach Name nach Datum sortiert sind? Und warum kann sich fucking Windows nicht merken, dass ich das gerne immer nach Datum sortiert hätte? Was auch immer Windows in diesen laaaangen gut viereinhalb Minuten treibt, treibt mich deutlich schneller in den Wahnsinn. Aber hey, man könnte es wohl auch als echten USP sehen, kaum vorstellbar, dass sich andere Systeme an so lange Sortierzeiten wagen. Nun, eigentlich ist der explizit der Explorer schuldig – in der Eingabeaufforderung klappt das wunderbar fix.

4:38 Minuten zum Sortieren – Explorer, oh wunderbar.

18. Windows-Neustarts
Muss zu Windows und Neustarts noch was gesagt werden? Fehler XY, Lösung: Neustart. Updates: Neustart. Freigaben verloren: Neustart. Neustart hilft immer. Ich persönlich traue mich allerdings erst seit Windows 7, den Rechner ohne vorheriges Backup herunterzufahren – geglückte Neustarts machen viele glücklicher, als eine solche Sebstverständlichkeit es tun sollte.

ICH WILL ABER NICHT!

19. Registry
Ach kommt, was soll ich dazu noch sagen?

20. Installer mit Werbung
Schon mal bei der Installation von Software versehentlich eine verdammte Toolbar oder ähnliches mitinstalliert? „Optionale Software-Installationen“ mögen bei Freeware- und teils sogar Free-Software-Anbietern als legitimes Geschäftsmodell zur Monetarisierung angesehen werden, aber es bleibt billiger Kundennepp – ein Großteil der Nutzer installiert nun mal, indem er einfach auf jedes aufpoppende OK oder WEITER klickt, ohne groß drüber nachzudenken. Klar ist der Nutzer mindestens mitschuldig, aber es sit doch verdammt unsauber. Derlei Kram bei gekaufter, kommerzieller Software geht aber gar nicht. Mein Tipp: Bietet Euch eine Firma Spyware-Toolbars und sonstige Malware als „Option“ an, brecht die Installation ab, löscht die Datei und schreibt einen wütenden Brief an den Hersteller.

Gekaufte Software mit Werbung? Na, na, na.

21. Download-Downloader
Nein. Einfach nur Nein. Wenn ich ein Programm herunterladen will, will ich das Programm herunterladen, nicht ein Programm, dass das Programm herunterlädt. Ganz egal, wie sehr Download.com und wie sie nicht alle heißen da an Sicherheit reininterpretieren, es ist einfach nur Auf-Den-Sack-Geh-Software. Boykottieren!

Auch nein – doppeltgemoppelter Unsinn.

22. Verschlüsselung in Cloud nicht Standard
OK, Verschlüsselung lässt sich besonders einfach für DropBox und fast genauso einfach für alle anderen Anbieter inklusive OwnCloud einrichten, aber es hätte von vorneherein Standard sein müssen – zumindest bei den Bezahlmodellen. Und wer immer noch nicht verstanden hat, dass er „kostenlose“ Online-Speicher wie DropBox mit der Zurverfügungstellung seiner persönlichen Daten bezahlt, der setzt sich auch in Kaffeefahrtenbusse, lässt in Provinzturnhallen einsperren und kauft dort Heizdecken – Euch ist einfach nicht mehr zu helfen.

Ob DropBox oder OwnCloud, Verschlüsselung gibts für alle.

23. EULAs, AGBs, Datenschutzerklärungen
Im 10-Plagen-Artikel habe ich mich über unfähige Nutzer beschwert, und an der Gültigkeit ist nicht zu kratzen. Aber: EULAs, AGBs, Datenschutzerklärungen und ähnlicher Krempel sind mittlerweile oft dermaßen zahlreich, lang und kompliziert, dass man es 80 Prozent der Menschen wirklich nicht zumuten kann, diese zu lesen, geschweigedenn zu verstehen. Dabei sollte man auch nicht außer Acht lassen, dass EU in EULA für End User steht – Ihr solltet also eigentlich etwas verständliches vorgesetzt bekommen. Auch AGBs sind nach deutschem Recht explizit für Euch als Endkunden gedacht und sind daher auch in Einzelhandelsgeschäften angeschlagen. Wenn solche Vereinbarungen biblische Ausmaße annehmen und selbst von Juristen noch jahrelang diskutiert werden können/müssen, dann seid gewiss: Wer auch immer das geschrieben und euch vorgesetzt hat, will Euch nichts Gutes!

Na, habt’er se gelesen? Na?

24. Captchas
Captchas scheinen ein Muss im heutigen Web, um sich vor Bots zu schützen, die sämtliche Plattformen vollspammen. Aber was sollen uns die immer wieder auftauchenden völlig unleserlichen Captchas sagen? Dass der Zutritt nur für Fachleute urzeitlicher Höhlenmalerei gestattet sein soll? Auch hier gilt mal wieder der Appell an die Anbieter: Testet Euren Dreck gefälligst, bevor Ihr ihn auf die Menscheit loslasst.

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25. FLOSS als Marketing
Ich bin überzeugter FLOSSler, ich bevorzuge Free Software statt „nur“ Open Source, Stallman ist mir lieber als Raymond und seit Jahren schreibe ich dagegen an, FLOSS mit Freeware zu verwechseln – mit anderen Worten: Als ethisch interessierter Pedant bin ich wohl nicht unbedingt repräsentativ. Aber wenn Firmen die gemeinnützige FLOSS-Idee als Marketing missbrauchen, sollten auch Ihr das kalte Kotzen kriegen: Immer wieder präsentieren Firmen neben einer kommerziellen Lösung auch eine freie Variante, meist Community Edition genannt. In vielen Fällen ist das völlig legitim. OpenOffice beispielsweise wurde früher quasi als offene, freie Beta-Version für das kommerzielle Star Office veröffentlicht. Dabei war OpenOffice aber stets ein vollwertiges, gut nutzbares Programm und Star Office kam dann mit etwas schickerer Oberfläche, ein paar Extras, mehr Vorlagen und so weiter. So weit, so gut. Häufig sind die Community-Varianten aber kaum mehr als massiv beschnittene Demos, die zwar die Grundfunktionalität zeigen, letztlich aber sehr weit davon entfernt sind, ernsthaft praxistauglich zu sein – sie sollen einfach nur User anfixen und dem Unternehmen ein gutes Image verschaffen. Meist sind dann auch die Communities hinter den Programmen recht klein, eigene Entwicklungen aus der Community entfallen oder beschränken sich auf ein paar Bug Reports hier und da. Der ganze Sinn von FLOSS ist damit ad absurdum geführt. Ein Beispiel für eher wenig hilfreiche Community Editions ist etwa die Business Intelligence Software Palo, die es mittlerweile nicht mal mehr als Binär-Download gibt – sie muss manuell kompiliert werden und ließ früher schon zu viel Nützliches/Unabdingbares des Kommerzgegenstücks von Jedox vermissen. Noch schlimmer sind Tools wie Joomla Commerce/EShop: In der Joomla-Add-on-Datenbank tauchen derlei Dinger doch tatsächlich unter der Lizenz GPL (also als Free Software) auf – und direkt darunter steht dann was von Paid Download. Und ja, es ist Kauf-Software. Früher hat dieses Produkt sogar im Text explizit mit Open Source geworben – das ist schon dreist.

Da passt doch was nicht zusammen?!

26. Updates mit ungefragten Neustarts
Ja, ich will, dass mein Rechner automatisch alle wichtigen Updates besorgt und installiert. Nein, ich will nicht, dass mein Rechner jemals ohne meine explizite Erlaubnis herunterfährt. Diese beiden Wünsche sind unter Win leider unvereinbar. Es ist an Dreistigkeit und Dummheit kaum zu überbieten: Windows besorgt sich Updates. Einige Updates erfordern einen Neustart. Windows meldet: Neustart in 10 Minuten – verschiebar auf ein oder vier Stunden, sofern Ihr denn rechtzeitig zum Rechner zurückeilt. Ansonsten schließt Windows munter Programme und Dateien, verliert Eure Daten und tut ganz dreist so, als wäre nichts passiert. Wirklich, liebe Leute, Neustarts ohne weitere Zustimmungen sind ein absolutes No-Go – Linux tut sowas nicht! Aber Linux muss sowieso so gut wie nie heruntergefahren werden, simples an- und abmelden reicht.

Jaja, wieder mal Reboot.

27. Breitbild …, niiicht
Dass ich Peggle Deluxe für das beste Casual Game aller Zeiten halte, habe ich schon häufiger postuliert. Dass ich aber bis heute nicht zum Nachfolger Peggle Nights Deluxe gewechselt habe, liegt vor allem daran, dass es sich auf Breitbildmonitoren partout nicht spielen lässt. Im Vollbildmodus hat Teil 1 links und rechts einen schwarzen Rand, weil es nunmal auf 4:3 ausgelegt ist. Teil 2 ebenso – allerdings gibts hier keine Ränder, vielmehr wird das Bild gedehnt. Bei Filmen ist die Verzerrung vielleicht nur ärgerlich, bei einem Spiel, bei dem es ausschließlich um Kugeln und Physik geht hingegen Grund genug, es als unspielbar zu betrachten. Im Fenstermodus geht es natürlich auch ohne Verzerrung – aber wer will schon ein so schönes Spiel in einem verdammten Mini-Fenster zocken? Eine größere Dummheit ist mir persönlich selten untergekommen.

Verdammt – Screenshots vom Vollbild werden nur als Fensterversion gespeichert. Im Vollbild ist alles Runde im Bild oval.

28. Unbekannte Dinge: svchost
Äh, Microsoft? Hallo? Jemand da? Seit Anbeginn der Zeit tummeln sich im Taskmanager etliche Prozesse namens svchost.exe, die gerne auch mal für Computerlahmlegungen verantwortlich sind. Warum bitte steht da nicht, was sie tun? Das Kürzel steht für Service Host, ist also ein Gastgeber-Prozess, der ein anderes Programm ablaufen lässt, kurz gesagt. Mit Taskmanager-Alternativen wie Process Hacker ist es auch gar kein Problem, sich anzugucken, welche Programme dahinter stecken. Nutzern nicht verraten, was auf ihren eigenen Systemen läuft? NEIN!

Waaaarum? Ich will wissen, was auf meinem elenden Rechner läuft!

29. Versteckte Funktionen
Wenn eine Funktion erst dann zur Verfügung steht, wenn eine bestimmte Bedinung erfüllt ist (geöffnetes Dokument, Premium-Lizenz, etc.), dann ist sie in der Regel ausgegraut, inaktiv in Menüs zu finden. Und dann gibt es da noch diese Helden, die eine Funktion komplett aus der GUI entfernen – und erst wieder zeigen, wenn eben eine Voraussetzung erfüllt wird. Schönes Beispiel dafür ist das eigentlich gute Thunderbird: Die Funktion „Anworten mit Vorlag“ existiert erst, wenn eine Vorlage existiert – da muss man aber erstmal drauf kommen! Gängigen Usability-Richtlinien entspricht das jedenfalls nicht. Die komplette Thunderbird-Autoresponder-Story findet Ihr hier.

Ausgegraut, OK. Nicht vorhanden, nicht OK.

30. Rechts-Drag&Drop
Drag&Drop nutzt Ihr dauernd: Linke Maustaste gedrückt halten und dann ziehen – tolle Sache. Aber warum zum Teufel wird dieses Potenzial nie verdoppelt? Wo bitte ist Drag&Drop mit der rechten Maustaste? Nun, mit Dateien im Explorer geht es tatsächlich, aber es bleibt die löbliche Ausnahme. Wir glorreich sich Rechts-Drag&Drop einsetzen lässt, demonstriert das tolle Fenster-Werkzeug NiftyWindows: Damit könnt Ihr Fenster beispielsweise verschieben oder skalieren, ohne mit dem Mauszeiger die Kanten und Ecken genau treffen zu müssen – Rechts-Drag&Drop ungefähr in die Mitte und schon verschiebt Ihr; Rechts-Drag&Drop ungefähr links/rechts/oben/untern und schon skaliert Ihr. Nifty Windows kann noch viel, viel mehr, auch viele Dinge, die Windows gar nicht kann (Aufrollen, Transparenzen und mehr) – aber das ist eine andere Story, die kommt demnächst mal.

Mehr Drag&Drop bitte!

Nun sind 30 echt wiederliche IT-Pickel ausgedrückt und den Schreiberling dieser Zeilen dürstet es nach was Offlinigem – aber ich freue mich auf Eure Eingaben. Was nervt Euch schon seit eh und jeh im Web, auf PCs, Smartphones oder sonstwo, wo es technisch zugeht?

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, BSI-Mitarbeiter, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 24 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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Kommentare

    • Punkt 12 (USB-Laufwerk ohne Laufwerksbuchstaben) ist ein Win-Problem, logisch.

      Aber zu Punkt 11: Doppelpunkte gehören nicht in Dateinamen, völlig egal, ob Linux und Mac damit umgehen können oder nicht. Mal so als Beispiel für Auch-Linux-ist-nicht-perfekt:
      „-doofi.txt“ ist ein Dateinamen, der sich unter Linux im Browser erstellen lässt (nicht im Terminal!). Und was passiert wohl, wenn man einen Befehl wie
      ls *.txt
      über diesen Ordner laufen lässt? Genau, der Dateiname wird als Option interpretiert, weil ls eben irgendwann zu
      ls -doofi.txt
      kommt und, wat’n Wunder, diese „Option“ funktioniert natürlich nicht. Man könnte da argumentieren, dass der Befehl generell
      ls ./*.txt
      lauten sollte, um eben solche bekloppten aber irgendwo regulären Dateinamen zu entproblematisieren, aber die Tatsache, dass sich solche Namen im Terminal gar nicht erst erstellen lassen, sollte schon Grund genug sein, zu erkennen, dass der Fehler eher bei den Machern der Dateibrowser liegt. Nun eigentlich schuldig ist natürlich die Konvention, die Bindestriche am Anfang von Dateinamen erlaubt. Aber zurück zu den Ubuntu-Screenshots: Doppelpunkte gehören nicht in Dateinamen. Zumal Linux immer Wert darauf gelegt hat, wie FLOSS generell, dass mit anderen Systemen interagiert werden kann.
      Wie geht denn Mac mit -doofi.txt um?

        • Möööp. Das gilt auch für Programme, Skripte und viele andere Dinge mit GUI – da läuft doch im Hintergrund auch nichts anderes. Es ist einfach keine wirklich gute Konvention, die bei POSIX auch durchaus diskutiert wird. Viele (viiiiele) Anregungen gibts hier:
          http://www.dwheeler.com/essays/fixing-unix-linux-filenames.html

          Insofern scheint sich der GUI-Browser tatsächlich offener gegenüber dem Standard zu zeigen – der aber leider blöde ist. Der Terminal ist restriktiver und erlaubt problematische Dateinamen gar nicht erst. Wirklich unproblematisch ist also nur Terminal-only. Und mal ernsthaft, warum zum Geier muss jemand einen Bindestrich an den Anfang eines Dateinamens setzen?

  • Vor ein paar Wochen hätte ich auf die meisten dieser Probleme noch mit „Kauf dir’n Mac“ geantwortet, doch je länger ich die Dinger benutze, desto mehr Ärgernisse fallen mir auf – mittlerweile gilt die Antwort wohl nur noch für rund 25 der 30 Ärgernisse :-p

    Das mit den Monitoren dürfte aber entweder eine Treiber- ohne eine Hardware-Sache sein, da ich mehrere Menschen mit AMD-Hardware kenne, die drei Monitore als Standard im Einsatz haben und nichts umstellen müssen…

  • Ach so, und als jemand, der regelmäßig Menschen mit Android-Smartphones helfen muss, bin ich nach wie vor SEEEEHR froh, dass die nicht ab Werk gerootet sind 😉

    Eine Art „Root-Schalter“ in den Entwickleroptionen wäre indes schon wünschenswert, so weit dringen „normale“ Smartphone-User ja in den Einstellungen wohl nur selten vor.

    • Ha – wer offenen Auges ins Messer rennt (–> trotz Fachwissen zu Mac konvertiert), kann die Forderung nach Freiheit natürlich nicht nachvollziehen. Aber da Smartphones ja nun Mobilcomputer sind und keine Telefone mehr: Könntest Du Dir einen stationären Rechner ohne Admin-Zugriff vorstellen?
      Jaaaa, in der Praxis würde es wohl dazu führen, dass viel mehr Menschen den Ausdruck bricken kennen würden – mehr zum vertutoen für uns :–)=