180 Euro werden für eine Razer BlackWidow X Chroma fällig – dafür bekommt man sehr gute mechanische Tasten und ein tolles Beleuchtungskonzept. Es lohnt sich!

180 Euro für eine Tastatur ist schon eine Menge – im Falle der Razer BlackWidow X Chroma aber auch verdammt gut investiert. Für mich waren zwei Dinge relevant: Gute, taktile Klick-Tasten und programmierbare Beleuchtung. Und das Chroma-Konzept ist nicht bloß Spielerei: Programme, die viel über Tastatureingaben gesteuert werden, beispielsweise Spiele oder Bildbearbeitung (im Beispiel Gimp), lassen sich deutlich besser bedienen, wenn die wichtigsten Tasten hervorgehoben werden.

Natürlich startet der BlackWidow-Treiber Profile auf Wunsch automatisch mit bestimmten Programmen – genau wie auch andere Chroma-Geräte, etwa die DeathAdder-Maus.

1. Profil für BlackWidow anlegen

Startet Razer Synapse und wechselt zum Tab „Beleuchtung“. Hier legt Ihr über den Plus-Button ein Profil an, benennt es und verknüpft es mit dem gewünschten Programm, also zum Beispiel gimp.exe. Als Effekt wählt Ihr „Statisch“ und startet dann den Chroma-Konfigurator.

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Spiele und Bildbearbeitungsprogramme bieten sich an, aber auch Office oder Social-Media-Plattformen profitieren davon.

2. Wichtige Gimp-Tasten einfärben

Jetzt geht die Einfärberei los: Markiert eine Taste oder mehrere Tasten mit gedrückter Strg-Taste, dann eine Farbe und dann „Anwenden“ – schon sollten nur noch die gewünschten Tasten leuchten. Falls alle Tasten leuchten, löscht diesen Effekt vorher über den Button ganz unten im Fenster. Im Falle von Gimp hilft dann ein Cheat-Sheet mit Tastaturkürzeln. Ich habe mich für blau für Tasten entschieden, die allein gedrückt werden, gelb für Tasten mit Strg und rot für solche mit der Umschalt-Taste. Wenn man Gimp nicht ständig nutzt, ist das enorm hilfreich. Ein anderes Beispiel wäre Gaming – allein schon ein exklusiv leuchtender WASD-Block ist im dunklen Zimmer eine echte Bereicherung.

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Cheat-Sheets lassen sich wunderbar visualisieren, nicht nur für Gimp.

Es gibt natürlich noch etliche andere Effekte, von sanften Farbwechseln über „Sternenfunkeln“ bis hin zum Effekt „reaktiv“, bei dem jede angeschlagene Taste eine Zeit lang nachleutet. Über die – leider noch recht wenigen – Chroma Apps gibt es sogar nochmal deutlich mehr: Bei Tomb Raider werden etwa Ladezeiten und genutzte Tasten visualisiert und wenn Ihr im Spiel angeschossen werdet, blinkt die Tastatur rot auf – hübsch ist das alles, einiges aber sogar nützlich.

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So sieht die Tastatur ab sofort im Gimp-Betrieb aus.

Lohnt sich der Kauf eigentlich?

Bei einer dermaßen teuren Tastatur ist das eine gute Frage – die Antwort: Ja. Wenn man weiß, was man tut 😉 Die Razer-Green-Tasten sind hervorragend, recht ähnlich den Cherry MX Blue und somit perfekt nicht nur für Gamer sondern vor allem für Vielschreiber. Mechanische Tastaturen mit MX Blue bekommt man aber auch für unter 70 Euro in Form einer Cherry G80-3850 – vier Jahre war ich glücklich mit einer größeren Cherry G80-3000, die mittlerweile rund 100 Euro kostet.

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In den meisten Saturns und Media-Märkten düften die BlackWidows vorrätig sein – schaut, ob Euch die Tasten wirklich liegen! Quelle: Razer

Die BlackWidow in der X-Variante hat dafür ein recht massives Metallgestell und eben die Beleuchtung. Die Steuerung funktioniert hervorragend und mir persönlich helfen Programm-spezifische Beleuchtungen durchaus. Generell ist die dimmbare Beleuchtung sehr angenehm, selbst beim normalen Tippen ist es nett, den Numblock nicht zu bleuchten, die Ziffernreihe hervorzuheben und vielleicht noch die ein oder andere F-Taste zu animieren. Wer das Konzept ausreizt dürfte zufrieden sein, wer nur eine Hintergrundbeleuchtung will, bekommt die BlackWidow Ultimate bereits für 130 Euro. Ungefähr zum selben Preis wie die X-Variante gibt es auch die reguläre BlackWidow Chroma, die ein geschlossenes Gehäuse hat, USB- und Audio-Ports sowie zusätzliche Makro-Tasten.

P.S.: Kurz zum Thema Lautstärke: Ja, das Ding ist laut – richtig laut. Mechanische Tastaturen mit Klick-Tasten eignen sich einfach nicht als Nebenher-Tastatur, wenn andere gerade Serien gucken. Und auch im Großraumbüro dürfte nicht jeder happy sein. Das ist aber kein Makel, das soll so!

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Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, BSI-Mitarbeiter, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 24 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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