Wenn der Akku von Macbook, iPhone und iPad schwächelt, muss er nicht kaputt sein: Meistens sind Software und Ladeelektronik schuld. Wir zeigen, wie Ihr dem Akku wieder Beine macht.

Wenn der Akku bei Apples Mobilgeräten Macbook, iPad und iPhone schwächelt, muss das nicht unbedingt darauf hinweisen, dass der Akku demnächst gewechselt werden muss: Manchmal spinnt auch einfach die Stromverwaltung des Geräts. Die lässt sich allerdings recht einfach wieder auf Vordermann bringen. Wenn man weiß, wie es geht.

Neues Leben einhauchen, wenn der Akku schwächelt

Der Akku von Mobilgeräten ist nach wie vor ein Verschleißteil. Daher gibt er irgendwann den Geist auf. Normalerweise redet man von rund zwei Jahren oder 1.000 Ladezyklen, bis er plötzlich massive Ermüdungserscheinungen an den Tag legt und die Akkulaufzeit zurückgeht. Allerdings kann ein Akku bei der richtigen Pflege durchaus länger halten: Ich kenne ein iPhone, das seit 2010 in der Familie kursiert und immer noch den ersten Akku hat, ohne dass nennenswerte Probleme mit dem Durchhaltevermögen auftreten. Aber das ist wohl eher die Ausnahme. Bei Apple-Geräten gibt es – neben dem „echten“ Akkudefekt – in aller Regel zwei Gründe für vorzeitig schwächelnde Stromspeicher: Entweder, zuviel Gedöns läuft im Hintergrund – oder die Ladeelektronik spinnt.

Mit Tools wie KnockKnock lassen sich Hintergrundprozesse aufspüren.

Zuviel Gedöns im Hintergrund

Die wohl einfachste Methode, die Akkulaufzeit von iPhone, iPad und Macbook zu erhöhen, ist das Abschalten oder Herunterfahren von Akkufressern. Das können unter iOS Apps mit Hintergrundprozessen oder das System selbst sein. Auf dem Mac sind es nicht selten stromfressende Tasks im Hintergrund und der Browser, die den Akku leer lutschen. Am Macbook könnt Ihr viele Probleme lösen, indem Ihr solche Prozesse aufspürt und Apps sauber deinstalliert. Auch auf dem iPad/iPhone hilft in aller Regel das Abschalten von Systemfunktionen und das Deinstallieren leistungsfressender Apps, um Strom zu sparen und einem scheinbar aus dem letzten Loch pfeifenden Akku wieder Beine zu machen. Doch was, wenn Ihr all diese Tricks durchgeführt habt – und sich keine Besserung einstellt?

Mit Apps wie Netflix könnt Ihr den Akku schneller leer machen.

Den Akku von Macbook, iPad und iPhone kalibrieren

Wenn der Akku trotz aller Prozessbereinigungsmaßnahmen noch immer keine ausreichende Laufzeit aufweist, kann der Fehler an der Ladeelektronik liegen. Zwar soll man Lithium-Ionen-Akkus immer aufladen, wenn noch ein wenig Strom auf dem Akku ist. Doch häufiges Laden bei halbem Ladestand oder das dauerhafte Betreiben am Netzteil mit zahllosen Mini-Ladevorgängen kann die Ladeelektronik durcheinander bringen. Das Resultat sind Akkus, die sich außerordentlich schnell entladen, obwohl es keinen Grund dafür gibt. Um dieses Problem zu beheben, müsst Ihr die Akku-Elektronik neu kalibrieren, was auf allen Geräten gleichermaßen funktioniert:

  1. Lasst den Akku komplett leer laufen. Nehmt das iPad, iPhone oder das Macbook dafür komplett vom Strom und arbeitet normal weiter. Ignoriert die Warnmeldungen über den Akkustand. Wenn Ihr den Vorgang beschleunigen wollt, könnt Ihr ein aufwändiges Spiel spielen oder mit einer App wie Netflix einen Film gucken.
  2. Ihr werdet bemerken, dass das Entladen gegen Ende plötzlich langsamer geht. Ein deutliches Indiz auf einen schlecht kalibrierten Akku. Wartet ab, bis das Gerät von alleine in den Standby-Modus geht, weil es keinen Strom mehr hat.
  3. Jetzt gilt es, aufzupassen: Nehmt das Original-Netzteil (!) und schließt das Gerät am Strom an. Ladet es anschließend vollständig auf, ohne es zwischenzeitlich zu benutzen. Wenn die Akku-Anzeige auf 100 Prozent ist, könnt Ihr das Gerät wieder benutzen. Der Akku ist jetzt kalibriert und sollte wieder deutlich länger halten.

Wenn Ihr anschließend noch Probleme haben solltet, ist es möglicherweise dann doch Zeit für einen Akkuwechsel. Oder Ihr besorgt Euch eine tragbare Powerbank.

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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