Ihr wollt Windows 7, 8.1 oder 10 kostenlos als virtuelle Maschine testen? Kein Problem: Microsoft bietet fertige Windows-Versionen als Gratis-Download an.

Virtuelle Maschinen sind eine tolle Sache: in einer isolierten Umgebung könnt Ihr nach Lust und Laune an einem Betriebssystem herumspielen, ohne eure Produktivumgebung zu gefährden, Ihr könnt neue Programme ausprobieren, Netzwerke simulieren oder einfach mal ein neues System testen, bevor Ihr direkt darauf umsteigt. Doch während man Linux dank frei verfügbaren Images recht einfach virtuell ausprobieren kann, ist es bei Windows anders. Zwar könnt Ihr Euer laufendes Windows in eine virtuelle Maschine verwandeln, doch für die Einrichtung einer neuen virtuellen Spielwiese braucht ihr mindestens ein ISO-Image (welches es zumindest für Windows 8.1 nicht mehr frei im Internet gibt, wie es noch für Windows 7 der Fall war) und offiziell auch eine Lizenz – oder aber, Ihr schaut direkt bei Microsoft vorbei! Die Redmonder bieten seit einiger Zeit jedes Windows von Windows 7 über Windows 8.1 bis hin zum aktuellen Windows 10 als fix und fertige virtuelle Maschinen an, die Ihr nur herunterladen und sofort loslegen könnt – wir zeigen Euch, wie es geht!

Erfreulicherweise macht es Microsoft extrem einfach, die virtuellen Windows-Versionen herunterzuladen und einzurichten. Offiziell sind Sie für Entwickler gedacht, die die verschiedenen Version des Microsoft Internet Explorer ausprobieren möchten. Trotz des Profi-Fokus könnt Ihr die Downloadseite der Virtuellen Windows-Maschinen aber ohne Spirenzchen wie eine MSDN-Account oder andere Anmeldeschritte nutzen.

Mit virtuellen Maschinen könnt Ihr eine Menge Zeugs ausprobieren, ohne Schaden anzurichten

Doch damit nicht genug: Nicht nur finden sich virtuelle Maschinen mit jeder Windows-Version, Microsoft stellt diese auch für so ziemlich jede erdenkliche Virtualisierungslösung UND für die drei großen Betriebssysteme zur Verfügung. So könnt Ihr die Windows-VMs unter anderem mit dem kostenlosen VirtualBox einsetzen oder auch kommerzielle Lösungen wie VMWare Workstation oder die Mac OSX-Lösungen Parallels oder VMWare Fusion einsetzen.

Virtuelle Maschine als kostenloser Download

Ein kleiner Wermutstropfen: Bei den angebotenen Windows-Versionen für virtuelle Maschinen handelt es sich jeweils um die 32-bit-Version von Windows. Benötigt Ihr für Eure Testzwecke eine virtuelle Umgebung, in der Ihr auch 64-bit-Software testen könnt, hilft Euch das Download-Angebot leider nicht weiter.

Feiner Service: Ihr bekommt die virtuellen Windows-Installationen von Microsoft für so ziemliche jede Virtualisierungslösung

Sucht Euch einfach Euer Host-System und Eure Virtualisierungssoftware aus. Auf der rechten Seite könnt Ihr dann die Dateien für die Windows-Version Eurer Wahl herunterladen und anschließend entpacken. Nutzt am besten die “ Batch-Download“-Funktion und einen Download-Manager wie JDownloader 2 oder den Free Download Manager, mit denen Ihr mehrere Dateien herunterladen könnt. Anschließend könnt Ihr die entpackten Dateien in Eure VM-Software importieren; wie Ihr das bei VirtualBox macht, zeigen wir Euch Schritt für Schritt in unserer Anleitung.

Die Windows-VMs lassen sich mindestens 90 Tage ohne jede Einschränkung nutzen; bei einigen Varianten wie Windows 7 liefert Microsoft sogar eine Lösung mit, wie Ihr die Lizenz per Rearm-Funktion verlängern könnt. Alternativ könnt Ihr nach dem Ablauf der Testphase die virtuelle Maschine neu einrichten. Ab Werk sind die Windows-Installationen übrigens auf die englische Sprache eingestellt. Ihr könnt in der virtuellen Umgebung aber auch einfach über das Windows-Update die deutschen Sprachdateien herunterladen – falls Ihr dazu oder bei einem der anderen Aspekte Fragen habt, schreibt es einfach in die Kommentare. Ansonsten empfehlen wir unseren Einsteigerartikel zu virtuellen Maschinen, in dem Ihr die wichtigsten Grundlagen erfahrt.

Wir finden jedenfalls, dass Microsoft hier mal etwas wirklich cooles anbietet. Per virtuelle Maschine könnt Ihr Windows gefahrlos testen, ohne viel an Eurer Hardware herumbasteln zu müssen.

Über den Autor

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

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