Ihr wollt unter Android ungetaggte Musikdateien oder selbst zusammengestellte Ordner hören? Die Open Source App Vanilla Music kommt mit allen Daten wunderbar klar, bietet viele nützliche Optionen und bleibt dabei wunderbar übersichtlich – schaut selbst!

Bibliotheken. Also die aus Software, die unter Windows Bilder zusammenfassen oder Metadaten zu lokaler Musik liefern. Ich kann sie nicht mehr sehen. Nicht als einzige Option. Klar, für perfekt getaggte Alben einzelner Künstler ist das alles super. Aber schon Sampler bringen manch eine Musik-App durcheinander und plötzlich seht Ihr in der Künstlerliste 25 Einträge mehr – weil natürlich jeder Künstler vom Sampler samt zugehörigem Album in die Bibliothek wandert. Und selbst, wenn die App Kauf-Sampler versteht – spätestens bei ungetaggten Dateien oder eigenen Zusammenstellungen, Stichwort Party-Ordner, hilft nur noch eines, die gute alte Ordneransicht.

Es gibt etliche Musik-Abspiel-Progrämmchen für Android und viele davon sind Schrott – mal mit Werbung zugekleistert, mal ohne Equalizer, mal ohne Ordneransicht (super Google!), mal ohne Player im Benachrichtigungsbildschirm, mal ohne Widgets, mal ohne was auch immer. Trotz vieler anprobierter Apps lande ich zumindest immer wieder bei einer: Vanilla Music. Vanilla ist Open Source Software, verfügbar über F-Droid oder natürlich auch den Play-Store, und somit schon mal kostenlos und werbefrei. Und Vanilla hat alle oben erwähnten Funktionen, wobei vor allem die Ansichten super sind.

Dateiansicht!

Darüber hinaus gibt es haufenweise Einstellungen, es lohnt sich, einmal drüber zu schauen; hier ein paar interessante Optionen: ReplayGain, Headset-/Bluetooth-Unterstützung, Pause wenn Kopfhörer ausgesteckt wird, eigene Aktionen für Wischgesten oder Druck aufs Cover, festlegen der Standardaktionen, Schütteln als Auslöser für Aktionen, Bildschirmsperre verhindern, zu Last.fm scrobblen, Prefetch. Und wenn Ihr das alles nicht wollt, habt Ihr eben einen wunderbar übersichtlichen Music-Player ohne Nervkram. Lasst Euch von den Bildern überzeugen.

P.S.: Wer es ganz simpel mag: Der SicMu Player ist ebenfalls Open Source und beschränkt sich auf eine reine Dateibaumdarstellung – für alle, die „einfach nur Musik abspielen“ wollen.

Plain Dead Simple – SicMu Player.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, BSI-Mitarbeiter, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 24 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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