Verschlüsselte ZIPs sind wohl die plausibelste Art, anderen geschützte Dateien zukommen zu lassen – weil jeder irgendein ZIP-Tool auf dem Rechner, Tablet oder gar Smartphone hat. 7-Zip lässt sich unter Windows so einrichten, dass packen und verschlüsseln von Ordnern direkt im Kontextmenü zur Verfügung steht.

Wer häufig verschlüsselte ZIP-Archive erstellt, wird sich über eine kleine Abkürzung freuen: Über einen Registry-Eintrag könnt Ihr mit dem Open-Source-Programm 7-Zip direkt über das Kontextmenü von Ordnern passwortgeschützte Archive erstellen, ohne den Umweg über das Hauptprogramm gehen zu müssen. Auf Wunsch geht das auch mit voreingestelltem Passwort.

1. Registry bearbeiten

Öffnet den Registry-Editor über Win+R und dann „regedit“. Die Einträge für Ordner-Kontextmenüs findet Ihr unter: HKEY_CLASSES_ROOT\Directory\shell. Erstellt dort einen neuen Schlüssel (das geht per Rechtsklick auf den Ordner „shell“), der so heißt, wie es im Kontextmenü auftauchen soll, beispielsweise „7zCrypt“. Erstellt dann in diesem Schlüssel wieder einen Schlüssel namens „command“. Klickt den command-Schlüssel an, dann seht Ihr auf der rechten Seite einen Eintrag – doppelklickt diesen, um ihn zu bearbeiten und gebt folgenden Befehl ein:

"C:\Program Files\7-Zip\7z.exe" a -p %1.zip %1

Zunächst gebt Ihr den Pfad zur 7z.exe in Anführungsstrichen an. Es folgt das Kommando a – für add, also zu einem Archiv hinzufügen. Das -p steht für ein Passwort. Wenn Ihr ein Passwort vorgeben wollt, dann hängt es einfach direkt (ohne Leerzeichen!) dran: -pMeinPasswort. Die Variable %1 steht für den Namen des Ordners, der vom Explorer übergeben wird, so dass ein ZIP erstellt wird, dass genauso heißt, wie der Ordner selbst. Abschließend wird der zu zippende Ordner als Quelle angegeben.

OK, die Registry ist langweiliger Uraltscheiss – aber doch so verdammt nützlich …

2. ZIPs erstellen

Klickt jetzt auf einen beliebigen Ordner und Ihr findet Euren erstellten Eintrag – per Klick wird das Archiv erstellt, gegebenenfalls samt Passwortabfrage.

Natürlich könnt Ihr hier noch viel mehr herumspielen und auch Kontextmenüs von Dateien manipulieren. 7-Zip bindet sich ja eigentlich schon selbst recht gut ins Kontextmenü ein, aber viele andere Programme nicht – und mit dieser Methode lassen sich im Grunde alle Programme einbinden, die über die Kommandozeile ansprechbar sind. Ein weiteres nützliches Beispiel:Ordner via Kontextmenü in der Shell öffnen.

Viel schneller könnt Ihr verschlüsselte Archive kaum erstellen.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, BSI-Mitarbeiter, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 24 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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