Es gibt Spiele, die genialer sind als Pokémon Go. Spiele, die süchtiger machen als Flappy Bird und dabei miesere Grafik haben als alle Teile von C64-Star-Wars zusammen. Ach ja: Schnell Tippen lernen kann man mit ZType übrigens auch.

Eben kam eine Nachricht von einem Freund: Ich möge die Website http://zty.pe besuchen. Hier fand ich eine Art Shoot’em Up im Stil von Darius, dessen Konzept ich aber erst nicht kapiert habe. Dann wurde mir klar: Das „Spiel“ ist nichts weiter ist als Tipptrainer: Statt wie in klassischen Spielen dieser Art blöde auf einer einzelnen „Feuer“-Taste herumzukloppen und zu versuchen, möglichst viele Gegner abzuschießen, muss man hier die Worte eintippen, die an den Gegnern angeschlagen sind, um sie abzufeuern. Und das ist irgendwie sogar cooler als Pokémon Go!

Es fängt einfach an…

Tippen statt Ballern

OK, OK, ich geb’s zu, die Erwähnung des Nintendo-Suchtspiels war jetzt natürlich nur zum Clickbaiting gedacht, gegen Pokémon Go kann NICHTS anstinken. Aber falls Ihr trotzdem zwischendurch mal eine Pause vom Viecherjagen braucht, lohnt sich durchaus ein Blick auf den „coolen Tipptrainer im Shooter-Design“, auch wenn das jetzt wie die Eigenwerbung für einen Schulbuchverlag klingt. Denn das kleine Browsergame ist erstaunlich genial: Einerseits, weil sich trotz Simpel-Grafik jemand viel Mühe bei den Effekten gegeben hat und die musikalische Untermalung stimmt. Und andererseits, weil das Konzept von ZType erstaunlich unterhaltsam ist: Immer schneller regnen immer mehr englische Worte von oben herab, die mit jedem Buchstaben des Wortes einen Schuss abbekommen. Der Clou: Einfach wild Buchstaben eintippen reicht nicht, man muss schon die Reihenfolge des gewählten Wortes einhalten, sonst fällt kein einziger Schuss mehr. Ist ein Wort komplett abgetippt, gibt es einen Knall und der jeweilige Wort-Gegner verschwindet.

… wird immer schwerer…

Anspruchsvolle Level

Klingt immer noch schnarchiger Pädagogen-Unterhaltung? Gut, dann sag‘ ich Euch was: Es macht so viel Spaß, weil es selbst geübte Vielschreiber wie mich spätestens ab Level 5 ordentlich ins Schwitzen bringt: Die Worte werden immer länger und komplexer, es werden mehr und mehr und am Ende knallt das letzte Buchstabenmonster dann doch ins eigene Raumschiff. Mehrere Leben gibt es nicht, stattdessen zählt das Spiel die persönliche Bestleistung innerhalb der Sitzung. Keine Highscore-Listen, keine Gegner, nur das suchtfördernde Flappy-Bird-Prinzip: Man will einfach immer besser werden. Und weil das Spiel rasant fieser wird, das miese Level 5 also in kürzester Zeit erreicht ist, will man nochmal spielen. Und nochmal. Und nochmal. Aber genug getippt – ich schieße jetzt weiter Raumschiffe in ZType ab, die Pokémons haben jetzt erstmal Pause.

… und am Ende will man ZType gleich nochmal spielen.

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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