Internetmenschen lieben genau drei Dinge: Katzen, Zooey Deschanel und Zombies. Bei Zooey und den Katzen ist klar, warum sie gemocht werden: Sie sind irgendwie ziemlich niedlich. Bei den Zombies liegt diese Liebe dann nicht mehr unbedingt auf der Hand, schließlich sind die nicht wirklich süß. Möglicherweise hängt die Zombieliebe im Netz damit zusammen, dass wir, die Internetmenschen, ja auch irgendwie zombieesk daherkommen: wenig geistreich, rotäugig und bucklig, aktiv, obwohl wir tot sein müssten, ungepflegt, mit ziemlich ekligen Essgewohnheiten.

Internetmenschen lieben genau drei Dinge: Katzen, Zooey Deschanel und Zombies. Bei Zooey und den Katzen ist klar, warum sie gemocht werden: Sie sind irgendwie ziemlich niedlich. Bei den Zombies liegt diese Liebe dann nicht mehr unbedingt auf der Hand, schließlich sind die nicht wirklich süß. Möglicherweise hängt die Zombieliebe im Netz damit zusammen, dass wir, die Internetmenschen, ja auch irgendwie zombieesk daherkommen: wenig geistreich, rotäugig und bucklig, aktiv, obwohl wir tot sein müssten, ungepflegt, mit ziemlich ekligen Essgewohnheiten.

Die Zombie-Apokalypse bedroht uns alle!

Nun sind Zombies, popkulturell gesehen, wirklich keine angenehmen Zeitgenossen: Egal, ob im vortrefflichen „28 Days Later“ (2003), dem ebenfalls sehenswerten „Dawn of the Dead“-Remake (2004), der Serie „The Walking Dead“ oder dem neuesten Streifen „World War Z“, der lose auf dem weitaus besseren und satirisch wertvollen Buch gleichen Namens basiert, dessen deutschen Fassung leider sehr schlimm als „Operation Zombie: Wer länger lebt, ist später tot“ betitelt wurde: Immer sind die Zombies vor allem deshalb fies, weil sie das tun, was in der Realität vor allem gute Shitstormer und Flashmobber auszeichnet: Sie treten in Massen auf und bedrängen auf primitivste Art harmlose Mitmenschen.

Trotz der brachialen Darstellung in Film und Literatur wären echte Zombies jedoch nichts, wovor man sich fürchten müsste: Die Totenstarre würde die wilden Beißer binnen weniger Stunden ausschalten, anschließend würden sie sich selbst verdauen. Es würde mächtig stinken, ansonsten würde die Zombiekalypse aber weitestgehend kampflos verlaufen und bestenfalls in lokal beschränkten Mini-Apokalypsen enden. Keine Gefahr also, selbst wenn irgend etwas irgendwann dafür sorgen würde, dass tote Menschen beißwütig und zähneklappernd durch die Weltgeschichte schlurfen.

Nun gibt es aber Menschen in den Sümpfen Floridas, die irgendwo in der siebten innerfamiliär gezeugten Generation den Sinn für die Realität eingebüßt haben, sogenannte „Zombie-Prepper„: Bei Preppern handelt es sich um „Vorbereiter“, Verrückte also, die Konserven und Schusswaffen horten, um für eine hollywoodmässige Apokalypse gewappnet zu sein. Einen Atomkrieg etwa, den Klimawandel, plötzlich auftretende Eiszeiten oder eben die Zombie-Apokalypse. Genau um die dreht sich auch unser Tutobizarr-Fundstück: In der Doku „Zombie Apocalypse“ des Discovery Channels spekulieren in Tarnfleck gekleidete Rednecks und „Wissenschaftler“ über die Wahrscheinlichkeit einer Zombiekalypse. Erwartungsgemäß lautet das Fazit, dass wir quasi direkt vor dem ganz großen Ausbruch stehen. Wir lernen: „Es ist keine Frage des ‚ob‘, sondern eine Frage des ‚wann‘.W

Der Zuschauer darf bei dieser Doku unter anderem verfolgen, wie eine besorgte Prepper-Mutter ihrer Grundschultochter das korrekte Platzieren von Kopfschüssen beibringt. Ein großer Spaß – nicht nur für Zombie-Fans. Wir Internet-Menschen mit den roten Augen, dem ungepflegten Äußeren und den seltsamen Essgewohnheiten sollten uns beim nächsten USA-Besuch jedenfalls dringend vor jeder Hinterwäldersiedlung in Acht nehmen – die Typen sind nämlich wirklich vorbereitet! Wir empfehlen stattdessen, mit Zooey Deschanel ein paar Kätzchen zu herzen. Die Zweideutigkeit ist freilich beabsichtigt.

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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