Mit unseren Tricks erhöht Ihr ganz einfach die Akkulaufzeit Eurer Macbooks – ganz egal, ob es sich um ein Air, Pro oder ein kleines Retina handelt.

Macbooks sind wahre Dauerläufer und erzielen je nach Modell enorme Akku-Laufzeiten von bis zu 12 Stunden. Allerdings sorgen oft einige Kleinigkeiten dafür, dass der Akku nicht so lange hält, wie von Apple angegeben. Schuld daran sind oft Einstellungen und Software-Probleme, die im Hintergrund den Prozessor belasten und das Macbook schneller entladen, als nötig. Doch was tun, wenn das Air nach vier Stunden die Grätsche macht und das Pro sich nicht recht entscheiden will, ob es nach einer oder nach zwei Stunden den Dienst quittieren soll? Mit den folgenden 8 Tricks sollte der Akku deutlich länger halten.

1. Display und Keyboard dimmen
Einer der größten Stromfresser in jedem Notebook-System ist der Bildschirm, genauer gesagt seine Hintergrundbeleuchtung. Gerade Apples Retina-Displays sind keine Kostverächter und lutschen kräftig Milliampere aus dem Stromspeicher, übrigens einer der Gründe, warum Macbooks aus Apples Pro-Reihe bei weitem nicht die Laufzeiten der Air-Macbooks erreichen. Dimmt das Display deshalb entweder mit den Tasten F1 und F2 so weit wie möglich herunter, um eine deutliche Steigerung der Akkulaufzeit zu erzielen, oder stellt in den Systemeinstellungen unter „Monitore“ eine feste Helligkeit ein. Gleiches gilt, wenn auch im geringeren Maße, für die interne Tastatur: Dimmt die Beleuchtung oder schaltet sie komplett ab, um Strom zu sparen.

Helligkeit dimmen…

2. Energiespareinstellungen optimieren
Eine weitere Möglichkeit, die Akkulaufzeit zu strecken, findet Ihr ebenfalls in den Systemeinstellungen: Unter „Energie sparen“ könnt Ihr mit drei Haken und einem Schieber ein deutliches Plus an Akkulaufzeit erzielen: Klickt auf das Tab „Batterie“, schiebt den „Monitor ausschalten nach:“-Regler möglichst weit nach links und setzt die beiden Haken bei „Wenn möglich, Ruhezustand für Festplatten aktivieren“ und „Bei Batteriebetrieb den Monitor leicht abdunkeln“. Den Haken bei „Die Option ‚Power Nap‘ bei Batteriebetrieb aktivieren“ solltet Ihr hingegen ausschalten, denn die schlürft Euch den Akku leer, wenn Ihr das Book zugeklappt transportiert.

… Energiesparoptionen tweaken…

3. Bluetooth und WLAN deaktivieren
Gut, OK, die Deaktivierung von WLAN ist wenig sinnvoll, es sei denn, Ihr benutzt das Book irgendwo, wo Ihr ohnehin keinen Zugriff auf WLAN habt, etwa unterwegs in der Natur. Die Deaktivierung von Bluetooth hingegen ist sinnvoll, insbesondere wenn Ihr zuhause Maus und Tastatur per Bluetooth ans Macbook angeschlossen habt. Die beiden Geräte sucht der Mac dann nämlich ständig, was sich nicht stark, aber doch bemerkbar in der Akkulaufzeit niederschlägt.

… Bluetooth deaktivieren…

4. Auf USB- und Thunderbolt-Geräte verzichten
Verwendet Ihr unterwegs externe Medien und Geräte wie Festplatten, USB-Sticks oder TV-Tuner? Überlegt Euch, ob das wirklich nötig ist – oft genug können die Daten auch direkt auf der internen Festplatte des Macbooks abgelegt werden. Denn viele USB-Geräte, insbesondere klassische USB-Festplatten, sind ziemliche Stromfresser – je weniger Ihr verwendet, um so länger könnt Ihr mit dem Book arbeiten. Wenn Ihr nicht darauf verzichten wollt oder könnt, hilft auch das Einschalten der Ruhezustand-Option für Festplatten, wobei diese aber nicht von allen Geräten unterstützt wird (siehe Tipp 2).

… nicht benötigte USB-Geräte auswerfen…

5. Nicht benötigte Programme schließen
Auch wenn Mac OS X seit Mavericks Apps und Programme, die nicht verwendet werden, dank der Funktion „App Nap“ in den Hintergrund schiebt und versucht, diese möglichst RAM- und energiesparend „einzulagern“, sind sie trotzdem potentielle Stromfresser. Sie saugen entweder am Akku, weil sie Hintergrundprozesse laufen lassen oder weil sie schlicht schlecht programmiert sind. Ganz nebenbei verbrauchen sie trotz aller Kompression Arbeitsspeicher, den aktive Programme dringender benötigen. Die Folge: Der Mac lagert ständig RAM auf die Festplatte aus, was gerade auf Systemen mit geringer RAM-Ausstattung und klassischer Magnetfestplatte tüchtig am Akku zieht. Schon deshalb sollten nicht mehr benötigte Programme – wie übrigens auch Browser-Tabs und -fenster – geschlossen werden.

… unbenutzte Programme beenden…

6. Energiefresser entlarven und stoppen
Leert sich der Akku scheinbar in Windeseile von alleine? Gerade auf Geräten, die als Hauptrechner dienen, sind oft viele Programme installiert, die Strom ziehen, ohne in dem Sinne aktiv zu sein. Dazu zählen hauptsächlich Hintergrundprozesse, etwa Cloud-Dienste wie Dropbox und Apples Fotostream, aber auch Flash- und Java-Applets in vergessenen Browserfenster, etwa Werbebanner oder Youtube-Videos. Um sie aufzuspüren, müsst Ihr die Aktivitätsanzeige starten und hier im Tab „Energie“ nach dem „Durschnittlichen Energiebedarf“ sortieren. Hier seht Ihr gleich, ob und wenn ja welches Programm der größte Stromfresser ist. Schaltet es ab, wenn Ihr es nicht benötigt.

… Stromfresser aufspüren…

7. Akku kalibrieren
Wenn Ihr Euer Macbook sehr häufig an- und abstöpselt oder es nie den Schreibtisch verlässt, kann es passieren, dass die interne Akku-Ladekontrolle falsche Werte speichert. Das führt dazu, dass auch bei einem gesunden Akku die Laufzeit nach und nach abnimmt und das Macbook nicht mehr so lange im Akkubetrieb durchhält. Gegen dieses Problem hilft die so genannte Kalibrierung des Akkus: Lasst das Macbook komplett leer laufen, bis es von alleine ausgeht. Wartet anschließend mindestens fünf Stunden und ladet das Macbook erst anschließend wieder ohne Unterbrechung komplett auf. Danach sollte der Akku wieder deutlich länger halten.

… Akku kalibrieren…

8. Für die richtige Temperatur sorgen
Es klingt banal, hat aber einen nicht zu verachtenden Einfluss auf die Laufzeit von Akkus: Bei Kälte büßen diese nämlich stark an Kapazität ein, während große Hitze ihnen einen dauerhaften Schaden zufügen kann, wodurch sie Kapazität und Lebensdauer einbüßen. In einem Support-Dokument beschreibt Apple, dass die Idealtemperatur für Macbooks zwischen 10 und 35 Grad Celsius liegen sollte, kurze Ausflüge in heißere oder kältere Gefilde sind sicher auch kein Problem, allerdings sollte auf Dauerbetrieb in praller Sonne verzichtet werden.

… und auf die richtige Temperatur achten (Bild: Apple).

Tipp: Natürlich helfen auch viele unserer Performance-Tricks dabei, die Akku-Laufzeit zu erhöhen.

(via)

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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