Der Mini-Rechner Raspberry Pi ist mehr als ein Bastelspaß für Nerds: Wir haben 9 wirklich praktische Anwendungsmöglichkeiten entdeckt, mit denen Ihr den kleinen Rechner optimal nutzen könnt.

Wir Tutonauten haben ja auch noch unsere Raspberry Pi-Minirechner. Und obwohl wir ständig vergessen, dass viele Nutzer da sicher ein gehobenes Interesse dran haben, sind wir bisher nicht dazu gekommen, die ein oder andere Anleitung abzufeuern. Das wird sich aber im nächsten Jahr hoffentlich ändern, zumal die Version B+, die endlich mehr USB-Anschlüsse hat, schon längst auf der Wunschliste steht. Um die Wartzeit zu überbrücken, haben wir Euch hier erstmal ein paar wirklich coole Dinge zusammengestellt, die man mit dem Raspberry Pi machen kann – ideal für kalte Winterabende!

Raspberry Pi als Kodi-Mediacenter-PC

Hier haben wir tatsächlich schon eine Reihe Anleitungen im Petto: Mit der kostenlosen Mediacenter-Software „Kodi“ (ehemals XMBC) für den Raspberry Pi verwandelt Ihr Euren Raspberry Pi nämlich in ein praktisches und stromsparendes Mediacenter und könnt auf diese Weise Smart-TV-Funktionen an jedem Fernseher nachrüsten – und diese auch gleich mit dem Smartphone bequem von der Couch aus steuern.

Mit Kodi wird der Fernseher zum SmartTV

Raspberry Pi als Airplay- und DLNA-Empfänger

Und nicht nur das: Kodi erlaubt auch die Nutzung des Raspberry Pis als Airplay-Empfänger für Apple-Geräte und UPnP/DLNA-Receiver für Android und Windows. Leider wird nicht die allerneueste Airplay-Version unterstützt, weshalb sich diese Funktion derzeit nur für Audiostreaming und (leichtes) Videostreaming ohne DRM von iPad, iPhone oder Mac aus eignet. Praktisch ist es trotzdem: Per Audio-Klinke mit der Stereoanlage verbunden, kann der Raspberry Pi jedes Audio-Gerät mit Line- oder Cinch-Eingang netzwerkfähig machen – und die Musiksammlung ohne Kauf von teurer Zusatzhardware in einen Stream-Empfänger verwandeln.

Kodi verwandelt den Raspberry Pi in einen Airplay-Empfänger.

Raspberry Pi als Mini-Linux-PC

Als vollwertiger ARM-Rechner kann der Raspberry Pi natürlich auch als Mini-PC eingesetzt werden. Diverse Linux-Varianten stehen für den Mini-Rechner zur Verfügung, besonders empfehlenswert ist jedoch das Raspbian-Betriebssystem, ein auf die ARM6-Architektur des Raspberry Pi angepasstes Linux, das durch geringe Hardware-Anforderungen glänzt. Achtung: „Normale“ PC-Linuxe laufen nicht, weil diese die ARM-Architektur nicht unterstützen, Ihr benötigt angepasste Versionen.

Natürlich kann der Raspberry Pi auch als Desktop-Rechner eingesetzt werden.

Der Micro-Computer als preiswertes Mini-Notebook

Einmal mit dem Raspbian-System ausgestattet, kann der Raspberry Pi natürlich auch als Hauptplatine für ein kleines Notebook herhalten. Hier gibt es zahlreiche Bastel-Anleitungen im Web, deutlich eleganter ist jedoch das leider noch nicht im Handel verfügbare Indiegogo-Projekt Pi-Top: Ein 3D-gedrucktes Notebook-Gehäuse für den Raspberry Pi, mit dem der Kleinrechner zu einem Notebook wird.

Durch das Pi-Top-Projekt wird der Pi zum Notebook (Bild: Indiegogo.com)

Raspberry Pi als Mini-Webserver

Wie jedes Linux eignet sich natürlich auch Raspbian für den Einsatz als Mini-Webserver. Natürlich sind hier am heimischen DSL-Anschluss und mit der niedrigen Performance des Kleinstrechners keine Wunder zu erwarten, eine Website für den breiten Gebrauch würden wir hier nicht hosten. Nichtsdestotrotz können natürlich PHP, Apache, MySQL und andere Webserver-Tools installiert werden – ideal, um zum Beispiel preiswert eine Testumgebung für ein WordPress-Blog auf die Beine zu stellen.

Der Raspberry Pi kann auch als Server dienen.

Raspbi als persönliche Cloud

Wer Dropbox, iCloud und Co. nicht über den Weg traut, findet mit einem Raspi übrigens auch eine hübsche Alternative: Mit der Software Owncloud lässt sich der Kleinstrechner nämlich ohne Weiteres in einen Owncloud-Server verwandeln. Hier lassen sich Dateien, Videos, Fotos und allerlei andere Daten ablegen und von überall auf der Welt am heimischen Internet-Anschluss abrufen.

Mit Owncloud kann der Pi als Cloud-Server arbeiten.

Der Mini-PC als als Time Capsule-Alternative

Gut, mit Backup-Lösungen ist nicht zu spaßen, als nettes Bastelprojekt für die kalten, trüben Tage können wir aber durchaus empfehlen, mit dem Raspberry Pi ein Time Machine-Backup-System aufzusetzen, wenn man denn einen Mac benutzt. Wir haben das vor einiger Zeit einmal ausprobiert, wirklich zuverlässig lief es nicht – aber vielleicht sind die zugehörigen Software-Schnittstellen ja inzwischen weiter.

Auch als Time Machine-Volume kann der Raspberry Pi arbeiten.

Raspberry als Airprint-Empfänger und Print-Server

Ihr habt einen Drucker, der nicht netzwerkfähig ist und/oder nicht Apples AirPrint-Technologie unterstützt? Kein Problem mit dem Raspberry Pi: Der Kleinrechner kann nämlich auch als Airprint-Empfänger und Print-Server eingesetzt werden und hilft dabei, Dokumente im Netzwerk oder von einem iOS-Gerät aus zu drucken – eine hübsche und günstige Lösung für alle, die gerne basteln.

… oder als Retro-Spielekonsole

Natürlich kann der Raspberry Pi noch mehr: Wer auf Retro-Games steht, dürfte sich vielleicht freuen, dass der kleine Computer problemlos Emulatoren laufen lässt – und Spiele der 8- und 16-Bit-Ära am heimischen Fernseher wiedergibt. Mit dem Retropie-Projekt kommt eine Distribution auf den Raspberry, die Emulatoren für alle wichtigen Systeme der 80er und 90er Jahre enthält, darunter für Nintendos NES/SuperNES, MegaDrive, PC-Engine, Amiga, C64 und viele andere. Spiele werden bequem per Dateifreigabe vom PC oder Mac auf den Rechner verschoben, USB-Joysticks und Gamepads lassen sich ebenfalls einrichten. Wir haben hier eine Anleitung für Euch geschrieben, mit der Ihr Euren Raspberry Pi bequem als Spielekonsole verwenden könnt.

Emulatorenpakete wie RetroPie oder EmulationStation holen Spieleklassiker zurück ins Wohnzimmer.

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Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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