Wenn die Fotos-Mediathek zu fett wird, könnt Ihr sie mit ImageOptim verlustfrei verkleinern, ohne auch nur ein Bild zu löschen. Der Clou dabei: Ihr verliert nichts – gewinnt aber reichlich Speicherplatz.

Die Mediathek von Apples Fotos-App in MacOS wächst Tag für Tag, Größen weit über 100 Gigabyte sind keine Seltenheit. Das Problem: Nur wenige Nutzer haben die Muße, die Bilder zu sortieren und können sich von überflüssigen Schnappschüssen trennen – bis irgendwann das Limit erreicht ist. Doch keine Sorge: Mit dieser Anleitung könnt Ihr die Größe der Fotos-Mediathek um bis zu 30 Prozent reduzieren – ohne auf Bilder oder Qualität verzichten zu müssen.

1. ImageOptim installieren

Der Schlüssel zur Reduktion der Datenmenge der Fotos-Mediathek ist das Tool ImageOptim: Die Freeware komprimiert JPEG- und PNG-Dateien, ohne dass diese Qualitativ reduziert werden. Dazu werden sie einfach neu berechnet: Ein JPEG oder PNG ist technisch gesehen nicht groß anders als ein Zip-Archiv: ImageOptim „entpackt“ es und packt es neu mit einer effektiveren Routine. Die Folge: Deutlich geringere Dateigrößen – ohne Qualitätsverlust.

2. ImageOptim richtig einstellen

Installiert das Programm, indem Ihr es entpackt und in den Programme-Ordner legt. Es startet mit einer Drag&Drop-Oberfläche. Wählt in der Menüzeile „ImageOptim -> Einstellungen“, um die richtigen Parameter zu finden und zu verhindern, dass sich die Qualität der Bilder reduziert. Wählt zunächst die Kompressionsroutinen aus: ImageOptim probiert diese im Rahmen der Umwandlung aus und nimmt die jeweils beste. Je mehr Ihr anwählt, desto mehr Rechenleistung benötigt das Programm. Wählt beide JPEG-Optionen, greift zu zwei oder drei PNG-Kompressoren und achtet darauf, dass KEIN Haken bei „JPEG-Metadaten entfernen“ gesetzt ist, sonst fehlen nachher Geotags und andere Metadaten. Wählt am besten die gleichen Einstellungen wie im Screenshot.

Wechselt jetzt ins Tab „Qualität“. Hier darf nichts aktiviert sein, andernfalls werden Eure JPEGs verlustbehaftet komprimiert: Die Bildqualität ginge flöten. Also: Wenn da ein Haken ist, schaltet ihn ab.

Zuguterletzt könnt Ihr noch das Tab „Geschwindigkeit“ anwählen: Hier stellt Ihr ein, ob Ihr lieber schnell fertig sein möchtet oder am Ende besonders hoch optimierte Fotos haben wollt. Je weiter der Regler rechts ist, desto besser werden die Bilddateien optimiert. Gleichzeitig dauert es aber auch länger und bringt den Mac zum Kochen. Eine der mittleren Einstellungen ist in aller Regel ausreichend.

3. Bilder aus der Fotos-Mediathek optimieren

Nun, da das Tool richtig eingestellt ist, könnt Ihr Euch an die eigentliche Optimierung machen. Dazu müsst Ihr die Fotos direkt aus der Mediatheks-Datei in ImageOptim ziehen! Wichtig: Macht zunächst ein TimeMachine-Backup. Beendet außerdem die Fotos-App auf dem Mac. Ruft danach Euren Bilder-Ordner auf, wo Ihr normalerweise die „Bibliothek Fotos“ finden solltet, und klickt diese mit der rechten Maustaste an. Wählt „Paketinhalt anzeigen“.

Nun könnt Ihr innerhalb der Fotos-Bibliothek die Struktur der Daten sehen. Wichtig: Verändert hier nichts, sonst könnte es nachher Probleme mit Fotos geben. Öffnet stattdessen den Ordner „Masters“: Hier findet Ihr die Originalbilder, sortiert nach Jahr und Monat.

Zieht nun einen Jahresordner in ImageOptim. Das Tool beginnt, die Bilder zu optimieren. Je nach Menge und Optimierungsmöglichkeiten kann das eine ganze Weile dauern. Nicht wundern: Der Mac lüftet sich in dieser Zeit die Ventilatoren aus dem Leib, weil diese Arbeit massiv auf den Prozessor geht. Gleichzeitig zeigt das Tool an, wie hoch die Komprimierung der einzelnen Bilder ist. Wiederholt den Vorgang mit anderen Jahres-Ordnern, sobald ImageOptim durchgelaufen ist.

4. Zuguterletzt: Papierkorb leeren

Sodele: Hört der Rechner auf zu rödeln, sind die Bilder sind optimiert, je nach Kamera und Motiv mal mehr, mal weniger. Nun müsst Ihr nur noch den Papierkorb leeren. Der Grund: ImageOptim nimmt sich bei der Optimierung das Originalbild vor, analysiert es und reduziert die Dateigröße bestmöglich, ohne dass es dabei zu Qualitätsverlust kommt. Diese neue Version des Fotos legt das Tool dann an der ursprünglichen Position ab. Das eigentliche Original mit der höheren Dateigröße wird in den Papierkorb verschoben. Genau deshalb müsst Ihr diesen auch anschließend leeren: Je nach Menge der optimierten Bilder liegen hier sonst mehrere Gigabyte an Fotos herum, die Ihr nicht mehr benötigt.

Übrigens: Falls Ihr noch Aperture oder iPhoto nutzt, ist die Vorgehensweise die Gleiche.

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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