Der beliebte Greenscreen-Effekt montiert vor einfarbigem Hintergrund aufgenommene Personen in Videos und Bilder – wie man es von Nachrichten, Galileo Big Picture und etlichen SciFi-Filmen kennt. Für perfekte Ergebnisse ist recht aufwändige Technik, insbesondere bezüglich der Beleuchtung gefragt. Für simple Youtube-Videos wie Moderationen oder irgendwelche Spaß-Clips geht es auch kostenlos: Als Software gibt es mit Lightworks eine kostenlose Profi-Software für alle Plattformen, für die Beleuchtung tut’s zur Not auch Tageslicht und statt teurer Greenscreen-Leinwand, soll uns ein Handtuch genügen. Im Folgenen zeigen wir in moderaten zwölf Schritten, wie Ihr Euch selbst vor einen bewegten Fotohintergrund montiert.

Der beliebte Greenscreen-Effekt montiert vor einfarbigem Hintergrund aufgenommene Personen in Videos und Bilder – wie man es von Nachrichten, Galileo Big Picture und Filmen kennt. Für perfekte Ergebnisse ist aufwändige Technik, insbesondere Beleuchtung gefragt. Für simple Youtube-Videos, Moderationen oder irgendwelche Spaß-Clips geht es auch kostenlos: Als Software gibt es mit Lightworks Free eine kostenlose Profi-Software für alle Plattformen, für die Beleuchtung tut’s zur Not auch Tageslicht und statt teurer Greenscreen-Leinwand, soll uns ein Handtuch genügen. Im Folgenen zeigen wir in moderaten zwölf Schritten, wie Ihr Euch selbst vor einen bewegten Fotohintergrund montiert (Ergebnis-Video unten).

1. Aufnahme
Für diese Anleitung mussten Wand und Handtuch dran glauben: Ein halbwegs stramm an die Wand getackertes hellgründes Handtuch – andere Farben gingen natürlich ebenso, grün und blau bieten sich aber an. Hier bieten zwei Tageslichtlampen recht komfortable Beleuchtung, aber zwei gute Deckenfluter oder ähnliches tun’s auch. Einmal aufgebaut, filmt Euch, einen Moderator oder das Meerschweinchen vor dem grünen Hintergrund – möglichst Schattenfrei.

Motiv und Handtuch – für die Anleitung wird’s reichen.

2. Lightworks begins
Installiert zunächst Lightworks Free. Mit Lightworks ließe sich wohl auch der nächste Blockbuster schneiden, aber keine Angst, der erste Schock über die leere und komplexe Nutzeroberfläche ist schnell verflogen. Importiert zunächst den Clip und ein Bild über den zweiten Button im Tools-Menü. Über den dritten Button öffnet Ihr einen sogenannten Edit, eine Timeline zum Bearbeiten, und zieht den Clip hinein.

Die Oberfläche ist zunächst komplett leer – öffnet Fenster über die Tool-Box.

3. Zweiter Edit
Öffnet nun einen zweiten Edit – dieser ist jetzt unten rechts mit Record gekennzeichnet und nimmt im Folgenden die Teile auf, die Ihr aus dem Rohmaterial schneidet.

Zweiter Edit-Bereich.

4. Schneiden
Markiert nun im ersten Edit Anfang und Ende des Bereichs, den Ihr nutzen wollt – mit i für den Anfang und o für das Ende (in, out). Anschließend klickt Ihr v – damit wird der markierte Bereich in den zweiten Edit übernommen, wo auch alles weitere statt findet. Alternativ könnt Ihr für Markierung und das Kopieren auch die Buttons am Player-Fenster nutzen.

Per v landet der markierte Bereich im zweiten Edit.

5. Neuer Track
Fügt nun über das Kontextmenü der Spurt V1 einen neuen Video-Track unterhalb von V1 ein.

Zweite Spur.

6. Bild einfügen
In den neuen Track zieht Ihr nun das Foto – ein Video könnte es natürlich genauso sein.

Bild einfügen.

7. Greenscreen-Effekt
Ruft das Kontextmenü der Videospur auf und fügt den Effekt Keying/Greenscreen ein.

Greenscreen-Effekt – wobei es nicht grün sein muss, lediglich eine Farbe, die nicht im Motiv vorkommt.

8. Greenscreen anpassen
Zunächst solltet Ihr über die Pipette Eure genaue Hintergrundfarbe festlegen. Dann müsst Ihr, sofern Ausleuchtung und Farben nicht absolut perfekt sind, ein wenig mit den Reglern spielen, bis Hintergrund und Motiv genau getrennt sind. Über den Reveal-Knopf bekommt Ihr die Ansicht wie hier im Bild, die deutlich einfacher zu nutzen ist. Entfernt das Häkchen aber wieder, wenn Ihr fertig seid.

Ein wenig Zieherei und die Maske ist schon sehr sauber.

9. Bild animieren
Ihr seht hier, dass das Hintergrundbild zu klein ist – fügt also den Effekt DVE der Foto-Spur hinzu.

Per DVE (Digital Video Effect) lässt sich sSkalieren, positionieren, blenden und bewegen.

10. Anfang festlegen
Unten in den Effekteinstellungen setzt Ihr den Zeitzeiger auf den Anfang des Clips. Skaliert und positioniert das Bild nun über die Schieberegler – hier ist es größer geworden und nach unten links verschoben worden. Wichtig: Aktiviert die kleinen blauen Kreise vor den Schiebereglern! Das aktiviert die Keyframes – mit diesen werden separate Größen- und Positionswerte für Anfang und Ende des Clips gesetzt und das Bild bewegt sich entsprechend gleichmäßig von Anfang zu Ende. Setzt jetzt über den Plus-Button den Anfangs-Keyframe.

Über Keyframes verändern sich Effekte über die Zeit.

11. Ende festlegen
Bewegt den Zeitzeiger nun ans Ende des Clips, legt wieder Werte für die Position fest und erstellt über das Plus-Symbol einen Ende-Keyframe. Natürlich könnt Ihr auch noch Dutzende weitere Keyframes einfügen – das geht übrigens mit allen Effekten!
Übrigens: Der Unsinn mit dem Buch soll nur verdeutlichen, dass der Greenscreen-Effekt ziemlich pingelig ist – das Buch ist auch grün, es ist aber nicht mal ein Artefakt drauf zu sehen.

Grün ist nicht gleich grün …

12. Exportieren
Wenn Ihr wollt, könnt Ihr noch ein wenig Feintuning betreiben, das Video bekommt Ihr jedenfalls über das Tools-Menü-Icon mit dem gelben Pfeil – in der kostenlosen Free-Variante spuckt Lightworks allerdings nur maximal 720p-Videos im Format H.264/mp4 aus. Und damit Ihr Euch etwas unter dem Effekt vorstellen könnt, hier natürlich auch noch das grausige Resultat:

Feintuning, exportieren, fertig.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, BSI-Mitarbeiter, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 24 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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