Raspi ohne Tastatur und Maus? Wer von Windows aus auf den Raspberry Pi zugreifen will, benötigt SSH-Zugriff – und das geht ganz einfach mit Putty.

Immer wieder ist es notwendig oder nützlich, über das Netzwerk auf den Raspberry Pi zuzugreifen – für Anleitungen, zum Warten, um Software zu installieren oder einfach nur, weil eben weder Maus noch Tastatur am Pi hängen. Das geht ganz einfach per SSH, was sich unter Windows problemlos mit dem Tool Putty bewerkstelligen lässt. Alles was Ihr braucht, sind das kleine Gratis-Programm und die IP des Pis – so geht’s:

1. IP-Adresse des Raspberry Pi herausfinden

Die Adresse des Pis könnt Ihr am einfachsten über den Router erfahren – bei der Fritzbox etwa unter Heimnetz/Netzwerk. Oder Ihr verwendet Ifconfig, wie hier unter Punkt 7 beschrieben.

Die Pi-IP gibts über den Router.

2. Putty einstellen

Installiert und öffnet Putty. Wählt jetzt als Host Name die IP vom Pi, als Connection type SSH und startet dann die Verbindung mit dem Open-Button. Am besten speichert Ihr das Profil, um nicht ständig die IP eingeben zu müssen. Nun öffnet sich ein Kommandozeilenfenster und Ihr könnt Euch mit dem normalen Nutzernamen samt Passwort vom Pi anmelden. Und falls das nicht geht, ist vermutlich SSH beim Pi nicht aktiviert – was zu ändern ist:

SSH und mehr – immer über Putty.

3. SSH aktivieren

Viele Distributionen wie etwa Xbian erlauben standardmäßig SSH-Zugriff, die Standard-Distri Raspbian hingegen verlangt explizit die Aktivierung. Das erledigt Ihr über das Konfigurationsmenü, das Euch am Ende der Installation präsentiert wurde – aufzurufen über
sudo raspi-config
Kodi-Distris wie Xbian oder OpenELEC bieten die SSH-Option meist in ihren eigenen Menüs.

SSH gibts unter Advanced Options, das Menü über raspi-config.

4. Den Raspberry Pi fernsteuern

Ihr könnt den Raspberry Pi nun per Terminal fernsteuern, als säßet Ihr direkt davor. Im Putty-Fenster könnt Ihr jede Terminal-Funktion des Pis verwenden, Software-Updates durchführen oder Programme installieren. Das ist besonders praktisch, wenn Ihr den Pi nicht jedes Mal an Monitor und Tastatur anschließen wollt, um etwas zu ändern.

Und so siehts dann aus – nicht spektakulär, aber ungeheuer nützlich.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, BSI-Mitarbeiter, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 24 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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