Spiele und sogar Office-Dokumente lassen sich in Kodi integrieren. Wir zeigen, wie das mit dem Advanced Launcher klappt und Ihr ein Repository einrichtet.

Wenn an dem Kodi-Rechner eine echte Tastatur hängt, spricht eigentlich nichts dagegen, das Vergnügen für kurze Arbeits-Sessions zu unterbrechen – und Office-Dokumente zu öffnen. Nun, Spiele könnt Ihr auf die gleiche Art öffnen – und die werden sogar automatisch mit Fanart getaggt! Das ganze funktioniert wunderbar einfach mit dem Add-on Advanced Launcher, das sehr einfach zu nutzen ist, aber ein paar Schritte für die Installation benötigt. Einmal installiert, kann der Launcher aber auch Dinge wie Spiele scrapern (Meta-Daten suchen), laufende Videos pausieren, Kategorien verwalten und eben jedes beliebige Programm oder Skript starten. Los geht’s:

Kleiner Einschub: Hier findet Ihr eine Übersicht unserer mittlerweile recht zahlreichen Kodi-Artikel.

1. Anglescry-Repository einrichten

Repositories sind Quellen für Add-ons, hier, wie schon bei dem Amazon Prime Instant Video Add-on, eines, das nicht offiziell von Kodi stammt. Fügt zunächst unter System/File manager eine neue Quelle hinzu …

Im Dateimanager eine Quelle hinzufügen. Tipp: Auch c:\ schon jetzt hinzufügen.

2. Repo-URL

… mit der URL http://www.gwenael.org/Repository.

Die URL als Quellordner.

3. Aus ZIP installieren

Wechselt jetzt zu System/Add-ons und wählt zunächst „Install from ZIP“, …

Aus ZIP installieren.

4. Mehr ZIP

… dann repository.anglescry.xbmc-plugins …

Erstmal das Repo installieren.

5. Und installieren …

… und installiert die aktuellste Version des Add-ons.

Jetzt wird das eigentliche Add-on installiert.

6. Ersten Launcher einrichten

Wechselt zu Programs/Advanced Launcher und klickt auf die vorgegebene, leere Kategorie namens Default – oder ruft das Kontextmenü wie gewohnt auf. Der „Standalone launcher“ ist die Allzweckwaffe und startet ein beliebiges Programm – mit Argumenten wenn gewünscht! Über „Manage Sources“ könnt Ihr nochmal zum Dateimanager wechseln und das Laufwerk mit dem zu startenden Programm hinzufügen, hier etwa c:.

Ein erster Launcher entsteht.

7. Programm auswählen

Wählt hier die gewünschte EXE-Datei oder ein Batch-Skript; sofern Ihr unter Windows arbeitet. Für Tabellen bietet sich hier etwa die scalc.exe von LibreOffice/OpenOffice an.

Die zu startende App.

8. Datei auswählen – optional

Wenn Ihr kein Programm, sondern eine bestimmte Datei öffnen wollt, übergebt als Argument einfach den kompletten Dateipfad, vorzugsweise in Anführungszeichen. Übrigens: An dieser Stelle dürft Ihr natürlich allerlei Argumente übergeben, je nachdem, was das Programm unterstützt – die simple Dateiübergabe dürfte bei vielen, aber nicht zwangsläufig allen Tool funktionieren.

Datei als optionaler Startparameter.

9. Sonstige Einstellungen überspringen

Bei Office-Dokumenten braucht Ihr natürlich keine Angaben zu Scrapern oder Fanart machen, überspringt diese Punkte einfach – auch die hier zu sehende Plattform dient nur der Information.

Nur zur Info …

10. Launcher editieren

Wenn Ihr den fertig erstellten Starter abändern wollt, geht das wieder über dessen Kontextmenü.

Und noch mal nacharbeiten.

11. Noch mehr Optionen

Hier findet Ihr dann wieder die bekannten, sowie ein paar neue Optionen, beispielsweise die Möglichkeit, Kodi vorrübergehend in den Fenster-Modus zu versetzen (unter Advanced Modifications).

Kodi lässt sich auch optional in den Fenstermodus versetzen.

12. Dokumente und Kategorien verwalten

Über das Kontextmenü der Default-Kategorie lassen sich neue Kategorien anlegen, beispielsweise für Tabellen und Texte.

Erst mit eigenen Kategorien wird die Sache rund.

13. Und starten!

Einmal angelegt, könnte Ihr etwa die XLS-Datei „Meine_Tabelle“ in der Kategorie Tabellen mit scalc.exe öffnen – durchaus praktisch. Nicht nur praktisch, sondern spaßig wird das Ganze, wenn Ihr statt Office-Dokumente Spiele starten wollt – die dann bestenfalls genauso automatisch wie Filme und Serien mit schicker Fanart versorgt werden.

Kategorie – Datei – externes Programm.

Und der Vollständigkeit halber, hier ein Scrrenshot mit – mäßig – getaggten/gescraperten Spielen:

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, BSI-Mitarbeiter, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 24 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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