Welche Geräte sind in meinem Heimnetzwerk? Welche Ports sind offen? OK, dann bitte Verbindung zu Gerät XY aufbauen. Unter Android funktioniert das genau so!

Wenn Ihr wissen wollt, welche Geräte sich alles in Eurem Heimnetzwerk tummeln, ist das Smartphone das perfekte Werkzeug. Mit der Open-Source-App Network Discovery findet Ihr alle LAN- und WLAN-Geräte mit einem Tap und könnt auch direkt Verbindungen herstellen.

Network Discovery

Wenn Ihr Euch mit dem Thema beschäftigt, werdet Ihr vermutlich etliche Android-Apps finden, die das Netzwerk scannen, aber Network Discovery ist eine sehr gute Wahl: Sie ist Open Source und somit kostenlos und Werbung gibt es auch nicht. Verfügbar ist Network Discovery bei F-Droid und Google Play. Die Bedienung ist supersimpel und die Software erledigt genau die drei Dinge, die man mal eben auf der Couch nutzen möchte: Netzwerk-Scan, Port-Scan und gegebenenfalls Aufruf des Geräts.

Startet die App und tappt auf Discovery – ein paar Sekunden später sollten Eure W-/LAN-Geräte auftauchen. Wählt ein Gerät aus, am besten einen Rechner oder eine NAS, falls sowas im Netz läuft. Nun wird nach offenen Ports gescannt. Bei einigen Ports werdet Ihr einen Connect-Button sehen. Darüber gelangt Ihr meistens zu einer Weboberfläche (http, https) oder einem Terminal (ssh).

Wofür ist das gut?

Nützlich ist das für allerlei. Zunächst könnt Ihr Euch super einfach einen Überblick über Geräte im Netzwerk verschaffen. Gehört da vielleicht irgendwas nicht hin? Ein längst vergessener Raspberry Pi? Ein smarter Kühlschrank? Oder das Smartphone des Nachbarn? Mittlerweile sind dermaßen viele Geräte vermeintlich „smart“ und somit in der Regel auch online, dass sich selbst im Haushalt schnell ein Dutzend Geräte ansammelt.

Über den Port-Scan seht Ihr zudem ganz schnell, ob es grobe Sicherheitslücken gibt. Wenn sich beispielsweise alte Geräte mit telnet (Port 23) auftun, schaut mal lieber nach, ob das so sein soll. Tipp: NEIN.

Das schönste Feature aber ist die Konnektivität. Es läuft zum Beispiel ein Kodi-Mediacenter im Netz und Ihr habt die Adresse nicht parat? Mit Network Discovery könnt Ihr mit nur zwei Klicks das Gerät finden und die Weboberfläche von Kodi öffnen. Für Frickelfreunde dürfte es interessant werden, wenn SSH auftaucht. Auch hier seid Ihr nur einen Aufruf davon entfernt, einen Terminal dieser Maschine zu bekommen. Das sind zwar meistens Linux-Systeme, die man so ansteuert, aber auch Windows-Nutzer können so mit wenigen Befehlen Nützliches anstellen. Ein Beispiel: Euer Mediacenter-Rechner oder -Raspberry-Pi scheint langsamt oder das NAS macht ständig Bin-Beschäftigt-Geräusche – mit dem Befehl „top“ werdet Ihr auf sehr vielen Geräten einen Prozessmanager aufrufen und sehen, ob vielleicht ein Programm auf vollen Touren läuft. Oder natürlich: Ausschalten, neustarten, Dateien kopieren und so weiter.

heimnetzwerk_android_scan

Netz auf Geräte scannen, Gerät auf Ports scannen, über Port verbinden – schnell und einfach

Vermutlich sitzt kaum ein Nicht-Techie auf der Couch und schreckt plötzlich mit dem Gedanken „Hey, Netzwerk-Scans!“ auf, aber allen, die auch nur ein wenig neugierig sind, sei Network Discovery für ihr Android-Smartphone sehr ans Herz gelegt. Man ist ja auch mal in anderer Leute Netzen unterweges …

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule …

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn – als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und „Hundedinger“ steht – und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, Ex-BSI’ler, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 26 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch …

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