Google besitzt eine Reihe spannender Experimental-Funktionen. Wir zeigen Euch, wo Ihr sie findet – und welche sich lohnen können.

Trotz vieler Macken ist Google Chrome derzeit der wohl mit Abstand beste Gratis-Browser auf dem Markt. Dank seines Add-On-Systems ist er extrem flexibel und ist eigentlich deutlich mehr als nur ein Browser; Chrome ist Googles „Betriebssystem“ für allerlei Web-Anwendungen. Mit den versteckten Experimental-Funktionen könnt Ihr sogar noch mehr aus Chrome heraus holen.

1. Experimental-Funktionen aufrufen

Um die Experimental-Funktionen unter Chrome aufzurufen, reicht es, in der URL-Zeile den Befehl chrome://flags/ einzugeben. Dadurch öffnet sich die Ansicht der enthaltenen Experimental-Funktionen der aktuell installierten Version.

Die experimentellen Chrome-Features bieten volle Kontrolle über Chrome.

Die experimentellen Chrome-Features bieten volle Kontrolle über Chrome.

2. Experimentelle Chrome-Features aktivieren

Ihr könnt die experimentellen Chrome-Features aktivieren oder deaktivieren, indem Ihr rechts neben dem Eintrag in der laaaangen Feature-Liste „Enabled“ (eingeschaltet) oder „Disabled“ (ausgeschaltet) auswählt.

Ihr könnt die Optionen ganz einfach ein- und ausschalten.

Ihr könnt die Optionen ganz einfach ein- und ausschalten.

3. Änderungen aktivieren

Wenn Ihr eine Option umstellt, meldet sich Chrome mit einem aufpoppenden Speichern-Dialog: „Ihre Änderungen werden beim nächsten Neustart von Google Chrome wirksam“. Mit dem „Relaunch Now“-Button könnt Ihr die Änderungen direkt übernehmen. Achtung: Ihr solltet vorher in anderen Tabs geöffnete Dinge abspeichern, sofern vorhanden.

Mit "Relaunch Now" startet Ihr den Browser neu und übernehmt die Einstellungen.

Mit „Relaunch Now“ startet Ihr den Browser neu und übernehmt die Einstellungen.

Achtung: Google behält sich vor, die Experimental-Features jederzeit in eine neue Chrome-Version zu übernehmen oder sie entfallen zu lassen. Zudem gibt es einige systemspezifische Features, die nur auf bestimmten Betriebssystemen angeboten werden.

10 spannende Chrome-Experimental-Features, die Ihr ausprobieren solltet

Viele der Features sind natürlich nur für Entwickler und Techniker interessant, doch es gibt einige spannende Funktionen, die Ihr an dieser Stelle nutzen könnt und die Chromes Verhalten deutlich zu verbessern können. Achtung: Alle Änderungen können zu einem instabilen Browser führen. Geht also kleinschrittig vor.

  • Simple Cache for HTTP ist eine leichte Cache-Variante, die sich die Vorteile des zugrundeliegenden Dateisystems des Rechners zunutze macht.
  • Number of raster threads auf „4“ einstellen beschleunigt die Bildberechnung (Achtung: CPU-intensiv!)
  • Fast tab/window close aktivieren lädt Chromes Javascript-Handler unabhängig von der GUI, was für schnelleres Beenden von Tabs und Fenstern sorgt.
  • Automatic tab discarding sollte aktiv sein, weil es Tabs stilllegt, solange diese im Hintergrund sind. Das spart RAM und CPU.
  • GPU rasterization kann Teile der Website-Berechnung auf die GPU umlegen.
  • Tab audio muting UI control zu aktivieren, ist superpraktisch, um lärmende Tabs ruhig zu stellen: Einfach auf das kleine Lautsprecher-Symbol klicken, schon ist Ruhe.
  • Enable Picture in Picture eröffnet die Möglichkeit einer Bild-in-Bild-Funktion für Videos. Leider haben wir das in unseren Versuchen nicht ans Laufen bekommen. Die zusätzliche Option verbirgt sich in Youtube, wenn Ihr doppelt (!) auf die rechte Maustaste klickt.
  • Omnibox UI Vertical Layout aktivieren erleichtert das Erkennen von Websites, weil der Titel über der URL in der Omnibox angezeigt wird.
  • Experimental QUIC protocol verbindet den Browser über Googles neues QUIC-Protokoll mit Websites, sofern diese das unterstützen.
  • Password generation einschalten erlaubt die automatische Erstellung von sicheren Passworten, wie etwa Apples Safari es auf Konto-Erstellen-Seiten anbietet.

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Über den Autor

Christian Rentrop

Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und manchmal in der echten Welt unterwegs.
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* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.

1 Kommentar

  • Hier funktioniert die Bild-in-Bild-Funktion, und zwar so:

    1. Beta-Version von Chrome laden
    2. In Chrome chrome://flags aufrufen und folgende Optionen aktivieren:
    3. #enable-experimental-web-platform-features
    4. #enable-surfaces-for-videos
    5. #enable-picture-in-picture
    6. Erweiterung von hier herunterladen und entpacken
    7. In Chrome chrome://extensions öffnen und Entwicklermodus aktivieren
    8. Chrome neu starten
    9. In chrome://extensions auf „Entpackte Erweiterung laden“ klicken
    10. Das Verzeichnis „src“ aus dem entpackten ZIP auswählen
    11. Youtube-Video aufrufen und oben rechts neben der Adresszeile auf das Symbol mit dem kleinen schwarzen Vierecke im großen Vierecke klicken

    Und hier das Ergebnis:
    Bild-in-Bild-Funktion von Chrome 68

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