Linux & Co.

Linux-Terminal-Basics 4: Textdateien bearbeiten und anzeigen

Kommt Euch im Terminal garantiert mal vor Augen: Die Textdatei. Und dann will sie auch noch ge├Ąndert werden ...

Das Anzeigen von Textdateien macht im Terminal wohl kaum jemandem Sorgen – dennoch kommen da ein paar Tools zusammen. Die Bearbeitung ist wiederum ein wenig komplizierter. Manchmal kann man auch einfach den Editor nicht beenden – ich schw├Âre!

In unserer Serie zu Linux-Terminal-Basics zeigen wir Euch, wie Ihr einige der wichtigsten Aufgaben auf der Kommandozeile erledigen k├Ânnt – vom Navigieren, ├╝ber Dateioperationen, bis hin zu komplexen Suchauftr├Ągen. Als Terminal verwenden wir Bash und auch wenn Linux im Vordergrund steht, funktioniert fast alles auch unter Windows. Und nun noch die Links zur Einleitung und zur ├ťbersicht aller Artikel.

Textdateien lesen

Zum Lesen von Textdateien, ganz oder teilweise, bieten sich vier Tools an: cat, head, tail und more. Katzen zuerst: Mit cat werden Textdateien schlicht im Terminal ausgegeben, und zwar direkt nacheinander:

cat meine-datei.txt ~/texte/foobar.txt

Wenn die Texte allerdings super lang sind, w├Ąre es doch sch├Ân, den Text Seite f├╝r Seite lesen zu k├Ânnen. Und das erledigt more:

more meine-datei.txt

Mit der Leertaste k├Ânnt Ihr den Text dann durchbl├Ąttern.

Manchmal wollt Ihr aber vielleicht nur einen kurzen Blick in die Datei werfen und zum Beispiel nur die ersten f├╝nf Zeilen ausgeben – das macht head:

head -n 5 meine-datei.txt

Und f├╝r den umgekehrten Fall gibt es dann tail, um die letzten x Zeilen auszugeben:

tail -n 5 meine-datei.txt

Alle Tools bieten nat├╝rlich weitere Optionen, im Alltag gen├╝gen aber meist die Basics. Aber mal als kleiner Teaser:

more -10 +/.*Zusammenfassung.* meine-datei.txt

Oh, eine Suchfunktion – nett :)

Mehr zu tail, head und cat:

curl cli.help/cat
curl cli.help/head
curl cli.help/tail

Und so weiter …

Textdateien bearbeiten

Der Klassiker des Terminal-Horrors: Viele viele Menschen landen seit Jahrzehnten versehentlich mal im Standard-Texteditor ihrer Linux-Distribution. Und das meist dort, wo es gar keinen grafischen Desktop gibt. Und meist ist das vi. Das Gemeine am Texteditor vi: Wenn man nicht wei├č wie, ist es nahezu unm├Âglich, das fiese kleine Ding ├╝berhaupt zu beenden. Von einer Nutzung ganz zu schweigen.

Von daher solltet Ihr eigentlich nie eine Datei mit

vi meine-datei.txt

├Âffnen. In einem Terminal-Fenster auf einem grafischen Desktop ist das egal, im Zweifel einfach das Fenster schlie├čen. Aber schon in einer SSH-Session, zum Beispiel beim Einrichten eines Raspberry Pis, kann das eine b├Âse Falle sein.

Wenn Ihr aber in die Verlegenheit kommt: Das eigentliche Geheimnis steckt hinter der ESC-Taste! Damit wird n├Ąmlich der Befehlsmodus von vi aktiviert und unten erscheint eine eigene Kommandozeile – super, oder? Mit einem Doppelpunkt werden dort Befehle ausgef├╝hrt und wenn Ihr einfach nur raus wollt, ohne zu speichern (denn mittlerweile habt Ihr bestimmt versehentlich irgendwas eingegeben):

:q!

q steht freilich für quit und das Ausrufezeichen sorgt dafür, dass trotz ungespeicherter Änderungen auch wirklich beendet wird.

Sobald Ihr aus der Falle raus seid, nutzt lieber einen anderen Editor – mittlerweile steht die Alternative nano fast immer zur Verf├╝gung:

nano meine-datei.txt

Der gro├če Vorteil von nano: Es wird unten einfach direkt angezeigt, wie sich das Ding bedienen l├Ąsst. Und statt eines Befehlsmodus gibt es hier die deutlich gewohnteren Tastenk├╝rzel zum Steuern, etwa STRG+O zum Speichern und STRG+X zum Beenden.

Und nur falls Ihr euch fragt, warum vi immer noch so oft als Standard-Editor oder ├╝berhaupt l├Ąuft: Wenn man das Teil beherrscht, ist es einfach gro├čartig!

Weitere Hilfen f├╝r die Kommandozeile liefert unsere hauseigene Linux-Hilfe cli.help direkt im Terminal.

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerl├Ąnder, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler. Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des gro├čen Bruders eines Freunds. Wenn Ihr hier mehr ├╝ber Open Source, Linux und Bastelkram lesen und Tutonaut unterst├╝tzen m├Âchtet: ├ťber Kaffeesponsoring via Paypal.freue ich mich immer. Schon mal im Voraus: Danke! Nicht verpassen: cli.help und VoltAmpereWatt.de

2 Kommentare

  1. Leider wurde der Primus unter den Textanzeigern f├╝r Menschen vergessen: less, inkl. des f├╝r archivierte Logdateien sehr n├╝tzlichem zless. Die Beschreibung des Editors ist etwas Anti-vi und wo Strg-O, was allgemein f├╝r Open steht und Strg-X, mit dem man normalerweise ausschneidet, gewohnter sein sollen, erschlie├čt sich mir nicht. Gl├╝cklicherweise wurde emacs nicht erw├Ąhnt ;)

    1. less, zless und Dutzende weiterer Kandidaten habe ich aus demselben Grund wie emacs nicht erw├Ąhnt – es erschl├Ągt Einsteiger. Anti-vi: F├╝r Einsteiger definitiv ja! Ich pers├Ânlich nutze vim st├Ąndig, aber Spa├č macht das Ding wirklich nur, wenn man es st├Ąndig nutzt und die Bedienung dann entsprechend sitzt. Das STRG+O ist ohne Zweifel eine beh├Ąmmerte Tastenkombination, ich meinte einfach, dass ├╝berhaupt Tastenk├╝rzel genutzt werden statt verschiedene Modi. emacs ist aber bestimmt eine gute ├ťbung f├╝r komplizierte Gitarrenakkorde ;)

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