Mit dem Mfi-Gamepad SteelSeries Nimbus kommt beim iOS-Gaming deutlich mehr Freude auf. Ich habe das Gerät unter die Lupe genommen – und bin begeistert!

Gamecontroller ist nicht gleich Gamecontroller: Wer Spiele auf dem iPhone und iPad mit einem Gamepad spielen will, muss auf die „Mfi-Kompatibilität“ achten: „Made for iPhone“ heißt das und bedeutet, dass nur dieses Zubehör von Apple zertifiziert ist und wirklich funktioniert. Der mit knapp 60 Euro nicht ganz günstige Gamecontroller SteelSeries Nimbus ist ein solches Gamepad. Ich haben ihn ausprobiert.

Jump’n Run, Shooter, Autorennen? Alles besser mit Controller!

Seit Jahren schon vermarktet Apple iPhone, iPad und iPod touch auch als Spieleplattform. Kein Wunder: Tausende Spiele warten im App-Store darauf, ausprobiert zu werden. Die Touch-Steuerung unter iOS macht in schnellen Spielen allerdings in etwa so viel Freude wie eine Hefepilzinfektion im Schritt: Sie treibt einen in den Wahnsinn, auch wenn alles funktioniert. So sind iOS-Klassiker wie Giana Sisters, Leos Fortune oder auch das Action-Adventure Oceanhorn zwar auch mit Touch spielbar, doch Freude kommt nicht auf. Gerade in flotten Jump’n Runs kommt es auf eine präzise Steuerung an, doch auf dem Touch-Display verrutscht zu schnell der Finger. Und das bedeutet im Zweifel: Game-Over. Schon deshalb ist ein Gamepad eine sinnvolle Anschaffung – egal, ob unter iOS, MacOS, Windows oder Android.

Zocken macht mit Gamepad gleich viel mehr Spaß – gerade bei Plattformern, Shootern und natürlich Jump'n Runs.

Zocken macht mit Gamepad gleich viel mehr Spaß – gerade bei Plattformern, Shootern und natürlich Jump’n Runs.

Steelseries Nimbus: Eines für alle

Genau hier kommt das Mfi-Gamepad SteelSeries Nimbus ins Spiel. Das für iOS-Geräte und das Apple-TV zertifizierte Gamepad liegt nicht nur gut in der Hand, sondern besitzt auch alle nötigen Knöpfe, um vom einfachen Jump’n Run bis zum komplexen Action-Adventure alle Spiele ordentlich zocken zu können. Das in Optik und Haptik an einen XBox-Controller erinnernde Gamepad ist optimal auf die Bedürfnisse von iOS-Zockern angepasst. Allerdings funktioniert das Nimbus nicht nur unter iOS und tvOS, sondern auch am Mac (und vermutlich auch am PC und unter Android), weil es einfach per Bluetooth 4.1 gekoppelt wird.

Vier Action-Tasten, zwei Analogsticks und natürlich das Steuerkreuz machen das Nimbus sehr flexibel. (Quelle: SteelSeries)

Vier Action-Tasten, zwei Analogsticks und natürlich das Steuerkreuz machen das Nimbus sehr flexibel. (Quelle: SteelSeries)

iOS-Gaming: Alles, was ein Controller braucht

SteelSeries Nimbus ist ein außerordentlich praktisches und ergonomisches Gamepad. Es liegt gut in der Hand, ist nicht zu leicht und nicht zu schwer. Auch tastenseitig ist alles da, was man braucht: Neben dem obligatorischen Steuerkreuz zwei Analog-Sticks, vier Aktionstasten plus noch einmal vier Schultertasten – genug also, um mit den meisten Games und Emulatoren zu funtionen.. Außerdem gibt es einen Home-Knopf, der Euch zum Beispiel in Spielen ins Hauptmenü, Ingame-Menü oder zurück zum Startbildschirm bringt. Ein Bluetooth-Knopf versetzt das Gamepad in den „Koppeln“-Modus. Es kann sich bis zu fünf Geräte merken, die dann einfach nur per Bluetooth-Menü verbunden werden können.

Vier Schultertasten reichen aus. Geladen wird per Lightning-Buchse. (Quelle: SteelSeries)

Vier Schultertasten reichen aus. Geladen wird per Lightning-Buchse. (Quelle: SteelSeries)

Kleines Manko: Ladefunktion

Geladen wird der fest verbaute Akku über die Lightning-Buchse, die auch für das Aufladen von iPhone und iPad (oder Apples Magic Mouse und Magic Keyboard am Mac) zuständig ist. Das bedeutet: Wo immer Ihr Euer iPhone oder iPad laden könnt, könnt Ihr auch den Controller laden – keine zusätzlichen Kabel, keine zusätzlichen Ladegeräte. Das ist perfekt für den Einsatz mit iPhone, iPad und Mac. Der fest verbaute Akku hält mit einer Ladung laut Hersteller rund 40 Stunden, er muss also nicht all zu oft an die Buchse. Er benötigt allerdings seine Zeit zum Aufladen, wir haben knapp eine Stunde von leer nach voll gemessen (Lightning-Kabel am iMac).
Die LED auf der Oberseite zeigt an, wie voll der Akku schon ist. Allerdings kann das Gamepad während des Ladevorgangs nicht verwendet werden – im Hinblick auf einen eines Tages vielleicht schwächelnden Akku leider keine optimale Lösung. Leider wird der Akkustand nicht per Bluetooth übertragen.

Vorgesehen für iOS: SteelSeries' Nimbus ist ideal für iPhone- und iPad-Gamer.

Vorgesehen für iOS: SteelSeries‘ Nimbus ist ideal für iPhone- und iPad-Gamer.

Unterstützte Games unter iOS und tvOS

So viel zu der Hardware: Das SteelSeries Nimbus ist schlicht und einfach ein gutes Gamepad. Doch wie schaut es mit der Software aus? Zunächst einmal sind weder unter iOS, noch unter MacOS alle Spiele Controller-tauglich. Unter tvOS sieht das anders aus, weil konstruktionsbedingt am AppleTV natürlich immer ein Controller im Spiel ist. Ob es sich dabei jetzt um die Apple-TV-Remote oder das Gamepad handelt, spielt keine Rolle.

Die Kopplung ist auch unter MacOS schnell erledigt. Das Nimbus merkt sich bis zu 5 Geräte.

Die Kopplung ist auch unter MacOS schnell erledigt. Das Nimbus merkt sich bis zu 5 Geräte.

Für iOS und tvOS pflegt SteelSeries eine Liste von unterstützten Spielen auf der Website sowie eine App, allerdings wird diese nicht wirklich vollständig. Wesentlich kompletter ist die Online-Liste von Mfi-Game-Controller-Apps – hier findet Ihr jede Menge Spiele, die Mfi-Controller unterstützen – darunter einige echte Knaller! Die obengenannten Spiele Giana Sisters oder Leo’s Fortune funktionieren zum Beispiel wunderbar mit dem Controller, er arbeitet präzise und ohne Verzögerung. Das Spielgefühl ist mit Controller ein völlig anderes als ohne: Plötzlich machen Platzformer auch am iPad Spaß und das Tablet wird zur tragbaren Spielekonsole.

Wie unter iOS müssen Mac-Spiele Bluetooth-Controller unterstützen. In OpenEmu geht es problemlos.

Wie unter iOS müssen Mac-Spiele Bluetooth-Controller unterstützen. In OpenEmu geht es problemlos.

Geht das SteelSeries Nimbus auch am Mac?

Auf der Packung des Nimbus prangt ein MacOS-Logo, allerdings wird die MacOS-Funktionalität nirgendwo weiter beschrieben, weshalb ich zunächst dachte, dass es sich um einen Fehler handelt. Zwar lässt sich das Nimbus mit dem Mac koppeln – sonst passiert aber zunächst nichts. Ein erstes Spiel – das eigentlich grandiose FlatOut 2 konnte aber mit dem Controller nichts anfangen. Ein Gegencheck zeigte aber: Auch ein USB-Controller wollte nicht, es lag also am Spiel selbst. Genau hier ist der Knackpunkt: Die Spiele müssen Bluetooth-Gamepads am Mac unterstützen, was bei vielen Titeln nicht der Fall ist. Ein Test mit OpenEmu löste das Problem jedoch: OpenEmu unterstützt das Nimbus-Gamepad, wodurch es im Emulator problemlos genutzt werden kann. Beweis erbracht: Das Nimbus-Gamepad funktioniert am Mac – nur eben nicht mit jedem Spiel.

Das SteelSeries Nimbus ist ein ziemlicher Öschi – hier mit dem iPad Pro 10,5".

Das SteelSeries Nimbus ist ein ziemlicher Öschi – hier mit dem iPad Pro 10,5″.

Fazit: Ein guter Kauf

Ich habe mich lange gescheut, ein iOS-Gamepad anzuschaffen. Einerseits, weil ich wenig spiele und es unter iOS ohnehin nicht so viele Spiele gibt, die mich interesseren. Ich gehöre bei Plattformern eher zur Retrogaming-Fraktion, aber mit Giana Sisters, Leo’s Fortune, Oceanhorn oder dem grandiosen Super Mega Worm hatte ich schon einige vor längerer Zeit angeschaffte Games im Petto, die mit dem Controller deutlich mehr Spaß machen als ohne Und ich werde weitere suchen. Mir fehlt noch ein gutes Autorennen, sowohl am Mac, als auch am iPad. Insgesamt kann ich aber ein positives Fazit ziehen: Ein Mfi-Gamecontroller für iOS lohnt sich – und das SteelSeries Nimbus ist in vielerlei Hinsicht der König dieser Controller-Klasse: Es ist präzise, ergonomisch, sehr robust und als einziges Gerät seiner Klasse mit einem Lightning-Anschluss ausgerüstet.

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Über den Autor

Christian Rentrop

Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und manchmal in der echten Welt unterwegs.
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