Was ist eine Torrent-Datei? Und wie kann ich sie nutzen? Wir zeigen, wie Ihr unter MacOS und Windows eine Torrent-Datei öffnen und ihre Inhalte herunterladen könnt.

Vielleicht seid Ihr schon das ein oder andere Mal bei Downloads auf sogenannte Torrent-Dateien gestoßen. Dabei handelt es sich um Dateien für das recht alte Filesharing-System Bittorrent. Bittorrent wurde in der Vergangenheit oft für Warez, Filez und anderes illegales Zeug missbraucht, ist aber heute eine und legale praktische Methode, große Dateien wie etwa Linux-Distributionen schnell herunterzuladen. Und so könnt Ihr unter MacOS oder Windows eine Torrent-Datei öffnen.

Was ist eine Torrent-Datei?

Die Torrent-Datei ist eine kleine Datei mit der Endung *.torrent. Sie gehört zum Bittorrent-Netzwerk und beinhaltet einige Informationen über die herunterzuladende Datei wie die IP-Adresse des sogenannten Trackers und Prüfsummen der Dateisegmente. Die Torrent-Datei ist also nicht der eigentliche Download, sondern eine „Karte“, die zum Download führt. Um den eigentlichen Download zu starten, benötigt Ihr also eine Software, die die Torrent-Datei lesen und daraufhin den Download starten kann. Wenn Ihr irgendwo eine Torrent-Datei findet – so wird etwa Ubuntu wie viele andere Open-Source-Softwarepakete per Torrent angeboten – könnt Ihr sie für den eigentlichen Download einsetzen.
Der Vorteil: Der Download erfolgt „Peer-to-Peer“, also zwischen den Nutzern des Torrent-Netzwerks. Gerade Entwickler von Linux-Distributionen können so massiv Serverkapazitäten sparen und müssen nicht viel Geld für teures Hosting ausgeben. Gleichzeitig erfolgt der Download auch deutlich flotter – und wird bei großem Interesse der Userschaft sogar noch schneller. Ihr seht: Torrents haben einige Vorteile! Doch zunächst braucht Ihr eine Software, die sie öffnen kann.

Große Files wie Linux-Distributionen laden über das Torrent-Netzwerk deutlich schneller als direkte Downloads.

Große Files wie Linux-Distributionen laden über das Torrent-Netzwerk deutlich schneller als direkte Downloads.

Bittorrent-Client µtorrent unter Windows installieren

Unter Windows gibt es ein einziges Torrent-Programm, das gut und zuverlässig ist: µtorrent, gesprochen „Mjutorrent“. Das Tool erlaubt die Verwendung von Torrent-Dateien und den Download der daran angeschlossenen Files. Ladet die Software von der µtorrent-Herstellerseite, und nur von dort. Denn andere Quellen jubeln Euch gerne anderen Kram unter. Das Programm wird einfach als EXE-Datei geliefert, die Ihr per Doppelklick startet. Anschließend könnt Ihr das Programm installieren. Wichtig: Opera müsst Ihr nicht mit installieren, entfernt im Lauf der Installation den Haken.

µtorrent für Windows ist eine gute Torrent-Software.

µtorrent für Windows ist eine gute Torrent-Software.

Bittorrent-Client Transmission unter MacOS installieren

Wenn Ihr einen Mac verwendet, könnt Ihr auch µtorrent verwenden. Wir empfehlen aber Transmission, weil es sehr einfach und effektiv ist. Transmission ist auch für Windows erhältlich, aber auf dem Mac schlicht die bessere Lösung, so wie µtorrent unter Windows. Installiert das Programm, indem Ihr das Disk-Image (*.dmg) doppelt anklickt und „Transmission“ aus dem Disk-Image in den Programme-Ordner kopiert.

Transmission installiert Ihr, indem Ihr das Disk-Image öffnet und die Datei in den Programme-Ordner kopiert.

Transmission installiert Ihr, indem Ihr das Disk-Image öffnet und die Datei in den Programme-Ordner kopiert.

Torrent-Datei herunterladen und freuen

Das war es im Grunde auch schon: Ihr könnt bei beiden Programmen in den Einstellungen noch Download-Ordner angeben, die Voreinstellungen reichen aber zunächst aus. Jetzt könnt Ihr auch Eure torrent-Dateien doppelt anklicken, die Dateiendung ist sowohl unter Windows, als auch unter MacOS mit dem Torrent-Programm verknüpft. Anschließend starten µtorrent beziehungsweise Transmission auf Eurem System. Ihr könnt also die Torrent-Datei öffnen. Allerdings müsst Ihr jetzt noch bestätigen, dass Ihr die Datei in die Downloadliste übernehmen möchtet. Klickt auf „Hinzufügen“ in Transmission beziehungsweise auf „OK“ in µtorrent, um das zu bestätigen. Es kann einige Sekunden dauern, bis der Download losgeht, also werdet nicht ungeduldig. Zumal die Datei jetzt im Idealfall mit maximaler Geschwindigkeit auf Eurem Rechner landet.

Mit einem Klick übernehmt Ihr den Torrent in die Download-Liste.

Mit einem Klick übernehmt Ihr den Torrent in die Download-Liste.

Achtung: Keine Raubkopien laden!

Ganz wichtig beim Bittorrent-Netzwerk ist, dass Ihr hier auf gar keinen Fall illegalen Downloads startet. Auch wenn Ihr allerorts im Netz auf solche stoßen dürftet. Denn Filme, Musik, eBooks und anderes Zeug, was nicht aus seriösen Quellen stammt, ist hier zumeist raubkopiert. Das Problem dabei ist, neben der Urheberrechtsverletzung, dass Bittorrent konzeptbedingt die IP-Adressen der einzelnen Teilnehmer offenlegt und Dateien automatisch auch zum Download anbietet. Sobald Ihr illegale Dateien ladet – und damit anbietet –, macht Ihr Euch strafbar.
Im Bittorrent-Netzwerk wimmelt es zudem von Abmahnanwälten im Auftrag der Rechteinhaber, die Euch noch Monate später Abmahnungen wegen des Download-Angebots zuschicken. Dieses gefährliche Hochladen ließe sich theoretisch zwar abschalten, aber das werden wir Euch hier nicht erklären, da wir keine Urheberrechtsverletzungen unterstützen wollen.
Bei Linux-Distributionen und anderen legalen Gratis-Angeboten ist das Hochladen aber kein Problem und vollkommen legitim, ja nutzt sogar dem Netzwerk.

Über den Autor

Christian Rentrop

Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und manchmal in der echten Welt unterwegs.
Spendier‘ mir einen Kaffee.

1 Kommentar

  • „Dieses gefährliche Hochladen ließe sich theoretisch zwar abschalten, aber das werden wir Euch hier nicht erklären, da wir keine Urheberrechtsverletzungen unterstützen wollen.“

    Diesen Zusammenhang sehe ich nicht. Es gibt sehr gute Gründe für das Abschalten von Uploads – das zu erklären unterstützt in keinster Weise Urheberrechtsverletzungen. Zumal es dann schon zu spät wäre, da bereits der Download nicht legitim ist.

    Das wäre, als würde ich einem Autofahrer nicht verraten, wie er in den zweiten Gang schalten kann, weil ich das als Unterstützung zum Totfahren von Menschen mit überhöhter Geschwindigkeit deuten würde … Aber es gibt sehr gute Gründe für das Schalten in den zweiten Gang, nicht?!

    Einige Clients bieten direkt die Option, auf Uploads zu verzichten, bei anderen könnte man die Anzahl der Uploads oder der übertragenen Daten soweit heruntersetzen, dass praktisch auch nichts mehr durch kommt.

    Aber es gibt ein gutes Argument, das zu lassen: Netzwerke dieser Art haben seit jeher Upload-Aktivitäten belohnt und Leecher (Nur-Downloader) bestraft. Wenn ich µtorrent hier beispielsweise bezüglich der Uploads komplett herunter fahre, bricht auch der Ubuntu-Download unmittelbar ab. Es könnte Tage dauern, bis das ISO fertig geladen ist – sofern es denn überhaupt passiert.

    Aber wenn man mit Torrent downloaden will und weiterhin einen Teil seiner eigenen Upload-Bandbreite benötigt, ist die Begrenzung auf zum Beispiel 50 Prozent der Transferrate keine schlechte Idee. Bei µtorrent findet man sie unter Einstellungen/Transferlimit. Weitere diesbezügliche Einstellungen liegen im Menü Einstellungen/Bandbreite.

    Und nur, dass keine Missverständnisse aufkommen: An Torrent ist genauso wenig illegal, wie an HTTP! Urheberrechtlich geschütztes Material gibt es über Torrent, über HTTP, hergottnochmal, sogar über FTP ;) Torrent ist nur ein Protokoll, über das man völlig frei hoch- und runterladen kann. Welche Inhalte dort auftauchen, hat nichts mit dem Protokoll zu tun.

    Dass in der Praxis mehr illegale Inhalte per Torrent angeboten werden, als es über HTTP der Fall ist – aber sicher doch. Und wenn jemand meint, der gerade angelaufene Star-Wars-Film wäre legal für lau zu haben, ist er wohl entweder 8 Jahre alt, oder es ist eh Hopfen und Malz verloren.

    Naja, jedenfalls glaube ich persönlich nicht, dass nebulös begründetes Vorenthalten von Informationen ein guter Weg ist, Menschen vor unbewusst illegalen Aktivitäten zu schützen, Urheberrechtsverletzungen zu vermeiden oder sonst etwas Ehrenwertes zu erreichen. Nun, das Vorenthalten meiner EC-Karten-PIN unterstütze ich und es wird das ehrenwerte Anliegen stärken, mein Geld auf meinem Konto zu halten … aber das wäre jetzt Polemik ;)

    P.S.: µTorrent ist standardmäßig übrigens ziemlich werbeverseucht. Das lässt sich über Einstellungen/Erweitert ändern – einfach die folgenden Optionen auf „false“ setzen:

    offers.left_rail_offer_enabled/left_rail_offer
    gui.show_plus_upsell
    offers.sponsored_torrent_offer_enabled/sponsored_torrent_offer_enabled
    bt.enable_pulse
    gui.show_notorrents_node
    offers.content_offer_autoexec

    Das sollte eigentlich genügen, um die lästige Werbung aus der GUI zu verbannen ;)

    Bye bye Werbung

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