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Das Ergebnis überzeugt voll und ganz - hängt aber vor allem vom Rezept ab.

Test: WMF KÜCHENminis Eismaschine – mit Video

Mini-Eismaschine für 300 ml, hochwertig designt, mit Kühlakku – spendiert das Teil für 50 Euro gutes Eis? Überzeugt Euch selbst, wir zeigen’s im Video.

Wer wollte nicht schon mal eine Eismaschine haben? Wenn sie nur nicht so groß wären … WMF hat mit seiner KÜCHENminis-Serie vor allem Singles und Zweipersonenhaushalte im Visier und bietet auch eine Eismaschine. Und die ist endlich mal klein genug, um sie problemlos ins Regal zu stellen. Wie alle Produkte der Serie überzeugt außen hochwertiges Chromagan, die Optik passt also auch. Aber kann eine 50-Euro-Maschine mit Kühlakku wirklich was? Zumal sich hier nicht der Arm dreht, sondern der Akku …

Funktionsweise und Features

Die Funktionsweise ist bei allen günstigen Maschinen dieselbe: Eine doppelwandige Schüssel mit Kühlflüssigkeit (aka Kühlakku) wird im Eisfach runtergekühlt, anschließend wird darin die vorbereitete Eismasse gerührt – mehr passiert da nicht. Bei teuren und großen Geräten ist ein Kompressor integriert, der die Kühlung selbst übernimmt.

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Klein genug für’s Regal, genug Eis für bis zu zwei sehr disziplinierte Meschen.

Bei WMF ist eine Sache anders als bei der Konkurrenz: Normalerweise dreht sich der Rührarm, hier dreht sich die Schüssel. Im Endeffekt kommt das exakt auf dasselbe hinaus. Vielleicht ein Vorteil: Der Rührer muss nicht an einer Achse befestigt werden, auf die dann die Kraft des Motors einwirkt. So wird der Rührer hier auch an zwei Punkten eingehängt und geht über die volle Breite des Deckels. Die Schüssel wiederum bietet unten deutlich mehr Angriffsfläche für den Motor, was die Kraft besser verteilt. Da das allerdings auch bei der üblichen Rührarmkonstruktion kein großes Problem zu sein scheint, hatte WMF vielleicht ganz andere Gründe … Aber wie gesagt, es spielt für das Ergebnis keine Rolle.

Ansonsten gibt es nur Ein-/Ausschalter, ein LCD-Display für den Timer sowie ein recht kurzes Stromkabel. Als Zubehör liegen ein Verschlussdeckel für die Schüssel und ein ganz ordentlicher Eislöffel bei. Die Kapazität liegt bei 300 ml – für eine Person eine ordentliche Portion.

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Bei WMF dreht sich die Schüssel, nicht der Rührer.

Verarbeitung

Trotz des großflächigen Chromagans beherrscht natürlich Kunststoff das Geschehen. Der macht allerdings einen ordentlichen Eindruck und riecht auch nicht unangenehm. Deckel und Schüsselhalterung liegen recht lose auf dem Gerät und können für den Betrieb ein wenig arretiert werden. Das wirkt auf den ersten Blick alles ein wenig lütt, aber es wirken hier auch keinerlei Kräfte ein. So kann man es durchaus als Vorteil sehen, da die Inbetriebnahme so ziemlich simpel ist.

Der Rührer wird „fest aber beweglich“, wie die Anleitung verrät, in den Deckel gesetzt. Kurz: Es wackelt, es hat Spiel. Das ist durchaus Absicht: Wenn das Eis fertig ist, soll sich der Rührer vom Deckel lösen und im Eis stecken bleiben. Dennoch sieht diese Halterung nach genau dem Teil aus, das als erstes bricht. Nicht unbedingt durch die Eismaschine, aber durch Nutzerhand dürfte das schnell passieren können.

Alles in allem hält das Gerät auf jedenfall, was die Marke WMF verspricht – soweit das für 50 Euro möglich ist.

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Die leicht wackelige Aufhängung ist Absicht, aber ein wenig zu wackelig geraten.

Zur Sache: Eis machen

Eines gleich vorweg: Ob die Maschine ordentliches Eis macht oder nicht, hängt im Wesentlichen vom Rezept ab. Bei Amazon finden sich zum Beispiel allerlei Nutzer, die über eine dicke Eisschicht am Schüsselrand meckern. Tendenziell dürfte ein sehr hoher Wasseranteil im Eis dafür verantwortlich sein – spart einfach nicht an Sahne 😉 Zudem muss die Masse in die laufende Maschine eingefüllt werden, ansonsten friert es ganz fix an.

Erster Schritt: Die Schüssel muss mindestens 12 Stunden ins Eisfach.

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Die Schüssel muss mindestens 12 Stunden ins Eisfach – der Showstopper des Konzepts.

Zum Testen sollte es ein möglichst simples Eis sein, das vorher nicht gekocht wird:

  • 150 ml Milch
  • 100 ml Sahne
  • 50 g Puderzucker
  • 1 Vanilleschote

Einfach alles direkt aus dem Kühlschrank zusammengerüht, fertig. Die Mischung also in das laufende Gerät, Timer auf 15 Minuten (Werksvorgabe) und Go. Den ganzen Vorgang seht Ihr unten im Video. Dazu ein Hinweis: Ihr seht den kompletten Vorgang vom Zusammenbau über die 15 Minuten Rührerei bis hin zur Entnahme – natürlich ist die reine Rührzeit per Zeitraffer verkürzt.

Am Ende der Rührzeit ertönt ein Piepton und trotz allem Eisthusiasmusses sollte man langsam vorgehen: Der Rührer bleibt mitnichten im Eis stecken und verlangt nach ein wenig vorsichtiger Nachhilfe. Dies wäre der oben beschworene Moment, in dem irgendwann etwas bricht. Mit dem beiligenden Verschlussdeckel, der eher locker aufliegt als ernsthaft schließt, könnte die Schüssel nun zur Aufbewahrung ins Eisfach – aber wir „müssen“ das Eis ja testen.

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Deckel und Rührer werden einfach von oben aufgesetzt, ohne große Mechanik.

Eis genießen?

Die Produktion war denkbar einfach und problemlos – und auch das Eis macht sofort einen guten Eindruck. Natürlich sind einige Bereiche etwas fester, andere etwas weicher, aber sobald man sie in der Schüssel kurz mit dem Eislöffel umrührt, ist die Konsistenz durchgehend gut. Allerdings wären 18 Minuten Rührzeit sicherlich hilfreich gewesen, um das Eis noch ein wenig fester und kühler zu bekommen – ist aber eine Geschmacksfrage.

Geschmacklich war das Eis hervorragend, aber das lässt sich kaum der Maschine zurechnen – bedankt Euch bei der bloggenden Kollegin hier, deren Rezept als Grundlage für unser Testrezept herhalten musste.

Man bekommt tatsächlich binnen 20 Minuten, inklusive Reinigung, Eis in Eisdielenqualität. Und seid sicher: Mit einer halben Vanilleschote (Kostenpunkt rund 2,50 Euro!) auf 300 ml Eis gehört es sicher zum Vanniligsten, was es gibt. (Fun-Fact: Ich mag kein Vanilleeis, zu langweilig – aber dieses würde ich wieder essen.)

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Das Ergebnis überzeugt voll und ganz – hängt aber vor allem vom Rezept ab.

Fazit

Die eigentliche Erkenntnis des Tests: Günstige Eismaschinen mit Kühlakku können gutes Eis machen – wenn das Rezept stimmt. Schaut man sich mal ein paar Dutzend Rezensionen von anderen, günstigeren, Modellen an, kommt man schnell zu dem Schluss, dass es auch eine 30-Euro-Vollplastikmaschine von Krups, Klarstein oder sonstwem tut. Kühlen und rühren ist eben keine Raketenwisschenschaft. Hier gibt es auch noch einen netten, sehr kurzen Praxistest von n-tv.

Die WMF KÜCHENminis Eismaschine (Nebenbei: Das Ding heißt so, daher keine Bindestriche, auch wenn es weh tut …) im Speziellen hat zwei Vorteile: Sie ist extrem klein und der Konkurrenz optisch und haptisch klar überlegen. Bedenkt, dass auch der Kühlbehälter entsprechend klein ist und selbst in die kleinen Gefrierfächer passt. Im Grunde gibt es nur einen Schwachpunkt, nämlich die Halterung für den Rührer. Naja, und vielleicht noch, dass eine Zweitschüssel mit 22 Euro doch verdammt nicht billig ist – was andererseits zum hohen Preis der Maschine selbst passt.

Aber es gibt eben viele Alternativen, wie die günstigere Klarstein-Variante (35 Euro und 0,8 Liter) oder die 2-Schüssel-Variante von Unold, die mit 37 Euro ebenfalls günstiger ist und zwei mal 0,5 Liter gleichzeitig zubereiten kann. Wer eine Küchenmaschine sein Eigen nennt, sollte übrigens schauen, ob es nicht entsprechendes Zubehör gibt, wie es beispielsweise bei der MUM-Serie von Bosch der Fall ist. Und wenn Ihr täglich mit fünf Personen literweise Eis schlürfen wollt, nehmt halt was Größeres. So, damit wären genügend Affiliate-Links aufgeführt – solltet Ihr über irgendeinen der Links zu Amazon surfen und dort irgendwas kaufen, bekommen wir etwas Provision. Also feel free 😉

Am Ende bleibt: Die WMF KÜCHENminis Eismaschine funktioniert gut, ist verhältnismäßig edel aufgemacht und lässt sich Markennamen und Design auch gut bezahlen.

Wenn Ihr noch mehr über Haushaltsgeräte lesen wollt, schaut mal hier vorbei.

Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler.

Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds.

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