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Linux-Quartett – Distri-Impressionen 24: Manjaro

Endnutzer-Linux, Baukasten-Linux, Arch-Basis – kann der Spagat gelingen? Manjaro ist auf jeden Fall ein gutes Beispiel, was man aus Arch machen kann.

Das Arch-Derivat Manjaro ist bei Distrowatch die Distribution, die das meiste Intreresse auf sich zieht: mit 3799 Hits per Day weit vor dem zweitplatzierten Linux Mint mit nur 2477 Hits per Day. Da darf man also etwas mehr erwarten. Aber klar: Arch ist eher ein Grundbaukasten für eine Distribution und für normale Nutzer völlig uninteressant. Manjaro hingegen spricht ganz explizit Windows- und macOS-Umsteiger an. Ein echtes Desktop-System eben.

Über Linux-Distri-Impressionen

Ausführliche Infos: Quartett-Artikel und Distri-Impressionen-Übersicht. Hier nur ganz kurz zur Einordnung: Die Distri-Impressionen sind für das Quartett quasi „nebenher“ entstanden und sind keine tiefschürfen oder technischen Analysen. Es geht hier um das, was mir bei Installation, Einrichtung und Herumspielerei mit Desktop, Einstellungen und Tools aufgefallen ist. Was mich langweilt, was mich begeistert.

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Riiiieeesige Desktop-Auswahl und das auf schlanker Arch-Basis – toll!

Manjaro mit KDE

Da Manjaro keinen Standard-Desktop hat, habe ich mich für KDE entschieden. Es gibt aber auch interessante Versionen mit Tiling Window Manager und einfach nur Openbox, Gnome, Xfce und noch mehr. Bezüglich Vorgabe-Desktop kann es höchsten Ubuntu mit Manjaro aufnehmen. Der Installationsassistent ist etwas gewöhnungsbedürftig, letztlich aber unproblematisch. In VirtualBox braucht es für Vollbild keine Gast-Erweiterungen, das System fährt sofort ein Update, der Drucker wird gefunden und per Klick eingerichtet, der Plasma-Desktop ist sehr nett gestaltet – guter erster Eindruck.

Die Ausstattung darf man wohl gehoben nennen, beispielsweise sind Skype und Steam direkt im Startmenü zu finden. Und auch Microsofts Online-Versionen von Excel & Co. sind hier vertreten und werden in eigenen, abgespeckten Browser-Fenstern gut integriert dargestellt. So wie man es von Peppermit kennt, aber leider ohne das Tool Ice, mit dem sich derlei Online-Apps integrieren lassen. Hinzu gesellen sich etliche nützliche Systemwerkzeuge.

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Ein hübsch gethemetes KDE ist eine super Grundlage – eine von vielen!

Insgesamt scheint mir Manjaro einfach ziemlich rund – ein perfektes System für Otto Normalverbraucher und Windows-Umsteiger, auf einer Augenhöhe mit OpenSuse oder Ubuntu. Und Power-User können auch den Kernel mit einem Klick austauschen. Sieht man auch nicht alle Tage. Oder sich über den Manjaro Architect freuen: Mit dem Net-Installer könnt Ihr Euch ein System weitgehend selbst über ein Textmenü zusammenstellen, vom Kernel, über die Toolsammlung, bis hin zum Desktop. Es werden die jeweils neuesten Versionen heruntergeladen und schlussendlich habt Ihr ein komplett angepasstes, superaktuelles System installiert. Allerdings: Da sollt man schon etwas mehr Ahnung von Linux-Interna haben … Trotzdem, tolles von Arch übernommenes Konzept.

Manjaro schafft durchaus den Spagat zwischen Otto Normalverbraucher und Linux-Nerd. Erstere, die sich längerfristig zu Letzteren mausern wollen, sollten Manjaro ernsthaft in Erwägung ziehen.

Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler.

Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds.

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