Fotografie & BildbearbeitungSoftware

10 Gimp-Tipps – auch zur elenden Tab-Reihenfolge ;)

Drag&Drop, Tab-Reihenfolge, gerade Linien, Plug-ins installieren, Sprache ändern und und und

Schon mal versucht die Tab-Reihenfolge von in Gimp geöffneten Bildern zu arrangieren? Da könnte man Gimp doch glatt hassen lernen, oder? Für Bildbearbeitungseinsteiger sind aber oft auch schon ganz andere Dinge nicht selbstverständlich, vom Zeichnen von Formen, über das Arbeiten mit mehreren Monitoren, bis hin Öffnen von Dateien per Drag&Drop. Ja, Gimp macht sogar das kompliziert ;) Ein paar Tipps zum Stöbern:

Reihenfolge der Dateien/Tabs ändern

Das ist mal eine wirklich obskure Designentscheidung: In den Tabs geöffneter Bilder sieht man die Miniaturen der Bilder und zieht man diese mit der Maus auf einen anderen Tab, wird dieser aktiv, und zieht man dann weiter auf das geöffnete Bild, landet das via Miniatur gezogene Bild als Layer im aktuellen Bild. Soweit so gut, auch wenn zumindest mir Cut&Paste deutlich einfacher erscheint.

Vor allem aber erwartet man doch etwas anderes, nämlich dass man die Tabs selbst verschiebt – wie es auch in Browser der Fall ist. Und das ist sogar so! Ihr müsst die Tabs nur außerhalb der Miniatur greifen, um sie verschieben zu können. Schade eigentlich, dass dieser Bereich gerade mal einen Millimeter breit ist …

gimp screenshot
Ihr müsst den Bereich zwischen den roten Linien treffen …

Dateien per Drag&Drop öffnen

Dass das Obige Konzept hat, sieht man auch hier: Wenn Ihr Dateien auf die Gimp-Oberfläche zieht, passiert entweder nichts, oder sie landen abermals als Ebene im aktuell geöffneten Bild. Aber natürlich kann Gimp auch per Drag&Drop mit neuen Bilder versorgt werden: Ihr müsst Dateien dafür auf den kleinen Bereich oberhalb der Toolbox und unterhalb der Menüleiste ziehen, wo die Augen des Gimp-Maskottchens sind.

gimp screenshot
Die Drag&Drop-Ablagefläche.

Gimp auf Deutsch umstellen

Dieser „Tipp“ ist den Google-Trends geschuldet, scheint viel nach gesucht zu werden. Die Einstellung findet Ihr unter Edit/Settings/Interface/Language. Der eigentlich Tipp wäre eher: Lasst es. Die Tastenkürzel verändern sich, Übersetzungen in Deutsche sind nicht immer soooo super und die meisten Tipps im Netz gehen auch von englischer Oberfläche aus.

sprache umstellen screenshot
Deutsch halt.

Leinwand vergrößern (nicht Bild!)

Ihr könnt Bilder über Image/Scale Image vergrößern, oft ist aber etwas anderes gewollt: Dass die Bildfläche größer wird, das Motiv aber unverändert bleibt – zum Beispiel, um einen Rahmen zu gestalten. Das läuft über Image/Canvas Size. Hier könnt Ihr eine neue Größe einstellen und auch gleich festlegen, wo das Motiv auf der neuen Leinwand platziert sein soll.

gimp screenshot
Da alte Motiv könnt Ihr mit der Maus frei auf dem neuen Canvas platzieren.

Umrisse und Formen zeichnen

Zeichnen ist nicht die Spezialdisziplin von Gimp, schließlich ist es eine Bildbearbeitung, kein Zeichenporgramm. Aber natürlich lassen sich auch Rechtecke, Kreise und beliebige Formen zeichnen. Das läuft über die Auswahl oder einen Pfad: Erstellt dazu eine beliebige Auswahl mit einem beliebigen Werkzeug. Das geht direkt über die Werkzeuge Ellipse, Rechteck, Schere und freie Auswahl sowie über die Freistellungswerkzeuge Zauberstab und Auswahl nach Farbe. Oder Ihr erstellt einen Pfad.

Die Auswahl oder den Pfad könnt Ihr dann über Edit/Stroke Selection beziehungsweise Edit/Stroke Path nachzeichnen lassen. Wenn es etwas komplexere Formen sein sollen, geht das per Plug-in.

gimp screenshot
Pfade und Auswahlen lassen sich nachzeichnen.

Spannendere Striche zeichnen

Kein ganz selbstverständliches Werkeug: Bei den Werkzeugen Pinsel und Stift gibt es die Option Dynamics. Ist dies aktiviert, verändert sich die Pinselspitze beim Zeichnen kontinuierlich und erzeugt so dynamische Linien. Zum Testen könnt Ihr zum Beispiel mal Dynamics Random einschalten, dann seht Ihr schon, was mit diesem Feature alles möglich ist.

screenshot von dynamischen pinselspitzenstrichen
Awwwwww ;)

Gimp mehrere Fenster/Monitore verteilen

Pure Ironie in Form eines Tipps: Ihr könnt die Option Windows/Single-Window Mode deaktivieren, dann hat jedes Bild ein eigenes Fenster, ebenso die Docks mit den Werkzeugen, Ebenene und so weiter. Diese Fenster könnt Ihr dann auf unterschiedliche Monitore verteilen. Wieso Ironie? Über viele Jahre gab nur den Viele-Fenster-Modus, was Nicht-Profis und potenzielle Photoshop-Umsteiger massiv abgeschreckt hat.

gimp screenshot
Gewöhnungsbedürftig, aber für 2-Monitor-Setups ein Traum.

In Gimp Horizontal scrollen

Simpel, aber gut: Wenn man pixelgenau arbeitet, sieht man oft nur einen winzigen Bildausschnitt und muss ständig scrollen – vertikal geht das einfach mit dem Mausrad, aber horizontal auch: Einfach die UMSCHALT-Taste gedrückt halten.

Plug-ins installieren

Was Gimp wirklich fehlt, ist ein Plug-in-Manager, so muss man doch immer wieder suchen, wenn man alle Jubeljahre mal ein Plug-in installieren will. Sei’s drum, in aller Regel landen Plug-ins unter C:\Users\%USERNAME%\AppData\Roaming\GIMP\2.10\plug-ins und sonstige Erweiterungen wie Muster oder Presets in entsprechenden Ordnern in der gleichen Hierarchiestufe. Den Pfad könnt Ihr einfach kopieren, Euer Nutzername wird automatisch ersetzt.

Eine gerade Linie zeichnen

Und wieder ein den Google-Trends geschuldeter Tipp, es wird viel danach gesucht. Ganz selbstverständlich ist es nicht, aber der Tipp selbst steht direkt in der Gimp-Oberfläche: Aktiviert das Pinsel- oder Stift-Werkzeug, dann seht Ihr es ganz unten in der Statusleiste – wo Gimp übrigens immer hilfreiche Tipps absondert! Setzt nun einen Anfangspunkt und bewegt dann den Mauszeiger bei gedrückter UMSCHALT-Taste. Ihr seht dann schon eine Linie eingeblendet und sobald Ihr loslasst, wird die Strecke gezogen. Wenn Ihr UMSCHALT+STRG gedrückt haltet, verändert sich der Winkel in fixen 15-Grad-Schritten.

gimp screenshot
Mit SHIFT und STRG lassen sich wunderbar gerade Linien zeichnen.

So, und wenn nun jemand meint, „Alles olle Kamellen, nichts für mich dabei.“, dann vielleicht das hier: Wie wäre es, Bilder in Gimp ohne das lästige Öffnen-mit-Menü zu öffnen, aber ohne Gimp zum (Standard-)Standardprogramm zu machen? Funktioniert hier einwandfrei.

Ansonsten findet Ihr vielleicht bei den vielen anderen Gimp-Artikeln etwas zur Inspiration.

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Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler. Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds. Wenn Ihr hier mehr über Open Source, Linux und Bastelkram lesen und Tutonaut unterstützen möchtet: Über Kaffeesponsoring via Paypal.freue ich mich immer. Schon mal im Voraus: Danke! Nicht verpassen: cli.help

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