Mit dem ultraschlanken Betriebssystem Pixel X86 könnt Ihr problemlos alte Netbooks und PCs zum Leben erwecken – und gleichzeitig noch Linux kennen lernen.

Ihr sucht ein schlankes, funktionales Betriebssystem, mit dem auch sehr alte Hardware noch problemlos läuft? Nun: Die Suche hat ein Ende! Mit Pixel für Raspbian hat die Raspberry Pi-Foundation eine ausgesprochen schlanke Desktop-Umgebung in moderner Optik auf die Füße gestellt. Das gibt es jetzt auch für PC und Mac.

Ultraschlankes Betriebssystem

Pixel ist als Nachfolger für den etwas in die Jahre gekommene LXDE-Desktop des Raspbian-Linux für Raspberry-Pi-Systeme gedacht. Dementsprechend muss es mit sehr schwachbrüstiger Hardware auskommen: Die Raspberry Pis der ersten Generationen (und der aktuelle Pi Zero) hatten nur einen ARM-Prozessorkern und 512 Megabyte Arbeitsspeicher – Spezifikationen also, die mit Standard-Notebook vor 10 bis 15 Jahren vergleichbar sind. Deshalb haben sich die Entwickler nun entschlossen, dieses schlanke, aber gleichzeitig funktionale Linux auf die Intel-Plattform zu holen.

Pixel-OS

Klare, saubere und moderne Oberfläche – bei gleichzeitig geringer Hardware-Last.

Pixel-OS: Ein System für alle Rechner

Trotz seiner schlanken Bauweise auf Debian-Basis ist Pixel X86 dabei keineswegs hässlich: Die Entwickler haben viel Wert auf eine einheitliche Oberfläche gelegt, die Fenster sind – allerdings noch nicht einheitlich – in modernem Flat-Design gehalten. Technisch gesehen ist das System natürlich auf dem neuesten Stand und damit jedem „alten“ Betriebssystem wie Windows XP, Vista oder gar in die Jahre gekommenen Mac OS X-Versionen vorzuziehen. Der bereits im Keller verschwundene Rechnerbestand kann also wieder reaktiviert werden.

Pixel-Office

Mit Pixel wird das alte, ausgemusterte Netbook zur Café-Schreibmaschine.

Im Test angenehm flott – aber nur Live-CD?

Derzeit ist das System „nur“ als Live-CD zu haben, kann aber mit Hilfe eines Tools wie Etcher auch problemlos auf einen USB-Stick oder einer SD-Karte verwendet werden. Wir haben das System auch problemlos mit dem Terminal-Befehl
sudo cp /dev/sr0 /dev/sda
auf die Festplatte unserer Test-VM kopieren können. Das allerdings ist ohne vorhergehende Partitionierung natürlich nicht wirklich sicher oder in Produktivumgebungen einsetzbar. Das Kopieren auf ein beschreibbares Medium hat aber einen großen Vorteil: Einstellungen bleiben auch nach einem Neustart erhalten und Ihr könnt das System ausgiebig testen.
Keine Sorge: Es macht wirklich Spaß – und verwandelt natürlich nicht nur alte Rechner, sondern als reguläre ARM-Version auch den preiswerten Raspberry Pi in einen „echten“ Desktop-PC. Das hat das in die Jahre gekommene Raspbian nämlich mangels hübscher Oberfläche bislang nicht geschafft.

Pixel2

Ist das System auf einem Stick oder einem anderen beschreibbaren Medium installiert, bleiben Einstellungen erhalten.

Pixel per Bittorrent laden

Ein kleines Problem gab es übrigens, noch vor dem Raspberry-Pixel-Test: Der Web-Download der 1,3 Gigabyte großen ISO-File von der Raspi-Website ist kriechend langsam, einen offiziellen Torrent-Link gab es zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels noch nicht. Aber in den Kommentaren zu Pixel X86 fand sich folgender Magnet-Link: magnet:?xt=urn:btih:350b45413719552f9dba7bb54ca8feb0eb88d3b3 – den haben auch wir genutzt, um das Image zu laden, was wunderbar und vor allem schnell klappte.

Pixel-Tuto

Mit dem Chromium-Browser ist das System natürlich immer auf dem neuesten Stand.

Psst: Sag's Deinen Freunden.

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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Kommentare

  • Da bin ich mal gespannt, ob ich mein 2008er Netbook zum laufen bringe, ein Standartlinux macht da keinen Mucks mehr, aber ich befürchte, das das alte Teil mit ARM5 Prozessor nicht damit kompatibel ist, aber das Raspi- Imige tut es da auch nicht. Mal sehen, wenn nicht, dann kann ich noch einen alten Thinkpad damit beglücken.

    • Da braucht man sehr viel Tee, zu mindestens bei meinem alten Arm5 Rechenknecht, werde wieder das alte Knoppix 7.2 installieren, das image auf das interne Laufwerk zu übertragen hatte in meinem Fall nicht funktioniert, nicht desto trotz finde ich den Ansatz gut, sieht nicht so altbacken aus.

      • Schade. Aber es ist ja auch noch eine sehr frühe Version der Pixel-Desktopumgebung. Ich denke, wenn die mit einem richtigen Installer kommt, wird es besser. Rein interessehalber: Hast Du von einem Stick/einer CD gestartet oder hast Du das System installiert? Im Zweifel ist einfach der Stick oder das optische Medium die Bremse, alte Rechner haben ja gerne mal nur USB 2.0…

        • Hallo,

          ich habe es von einem USB-Sick geladen, aber wie gesagt, das Ding ist von 2008, hat nur 500 MB-Ram, und eben den arm5 mit 500 MHz. Sollte es demnächst ein Installationsmedium geben, werde ich es noch mal versuchen.

          • Das dürfte nicht das Problem sein, Pixel-Raspbian ist eine 1:1-Umsetzung der Raspberry-Pi-Variante. Und das Ding dürfte – zumindest in der Urversion – rein hardwareseitig kaum besser als Dein alter Rechner sein…?