AndroidLinux & Co.Meinung

Ubuntu Touch: Taugt der Android-„Ersatz“ für 2024?

Bye bye Android? Kann man endlich auch auf dem Smartphone Ubuntu nutzen?

Es gibt reichlich Gründe, sich fürs Smartphone eine ordentliche Linux-Distribution zu wünschen. Und Ubuntu Touch soll das bitte erledigen: So nativ Smartphone-tauglich wie Android plus alle Freiheiten von Ubuntu und am großen Bildschirm ein echtes Desktop-Linux. Es ist Weihnachten, wünschen kann man sich viel. Also, Kohle oder Elmo im Socken?

Erstmal Android

Wie man Ubuntu Touch auf ein Smartphone bekommt, genauer gesagt ein Pixel 3a, habe ich kürzlich gezeigt. Und für Techies mag das auch ganz okay sein, ein bisschen Herumflashen hier, etwas Unlocking da, Bootloader, adb, fastboot … So als Hobby nett. Aber für Otto Normalverbraucher fängt der Spaß gar nicht erst an, der Vorgang ist vor allem extrem fehleranfällig. Als Ubuntu-Grundlage braucht es eine ganz bestimmte Android-Version, was in der Regel zunächst ein Downgrade bedeutet – ja, Down! Und damit das geht, muss man erst Entwickler werden, in dem man 7 mal auf eine bestimmte Einstellung tippt. Nein, kein Witz.

Als Entwickler, also quasi Admin, darf man dann das Entsperren des Bootloaders erlauben. Um ihn dann über Kommandozeilenbefehle und eine Art Handy-BIOS tatsächlich zu entsperren. Woraufhin man endlich die eine Android-Version aufspielen darf. Und dann muss man Teile des Prozederes wiederholen, bevor es endlich zum Ubuntu-Touch-Installer geht.

Mal ehrlich, das ist doch Bockmist, was das Android-Universum einem da abverlangt. Ich fände es nach wie vor schön, hätte man die verdammten Smartphones von vorn herein als mobile Computer mit Touchscreen konzipiert. Als Hardware, auf die man dann ein davon mehr oder weniger unabhängiges Betriebssystem spielen kann. Aber nein, sie wurden eher im Stil einer Gaming-Konsole erdacht, oder einer Ehe, Hard- und Software auf ewig miteinander verschweißt. Trennung möglich, aber schmerzhaft. Aber so kann man die Nutzer ja nicht so einfach knechten …

Das Aufspielen von Ubuntu Touch liefert schon genügend Gründe für das Aufspielen von Ubuntu Touch ;) Der Ubuntu-Installer selbst funktioniert anschließend völlig problemlos. Allerdings befürchte Ich, dass Nicht-Techies gar nicht erst hier ankommen werden.

Kleine Entschuldigung vorab: Entschuldigt den Mangel an Screenshots – leider hat sich Ubuntu Touch nach ein paar Tagen entschieden, keine Screenshots und Fotos mehr speichern zu können …

Ubuntu Touch: Usability, UI/UX

Auch bei mir ist es irgendwo im Installationsprozess zu Fehlern gekommen, da war die Freude groß, als der Splash-Screen von Ubuntu Touch baldigen Zugriff versprach. Dann hat es ein paar Minuten gedauert, bevor das Android-fixierte Muskelgedächntnis aufgehört hat Android-Wischgesten zu vollführen. Auch nach Tagen will es das noch, aber das Hirn schreit ständig NEI-EN. Schmerzlich vermisst wird zum Beispiel ein Zurück-Button. Und ein Home-Button. Und ein App-Wechsel-Button. Stattdessen zieht man die Apps von links auf den Screen, im Grunde gleichzeitig die Home-Button-Version. Apps wechselt man per Wisch von rechts, quasi das ALT-TAB in der Touch-Version.

Und schon hier frage ich mich, ob das wirklich klug ist. Zum einen verwehrt man so Apps die Möglichkeit, Wischer aus den Seiten zu nutzen. Zum anderen widerspricht es schlicht dem von Nutzern seit 20 Jahren gewohnten Verhalten. Und Erwartungskonformität ist ein wichtiger Usability-Grundsatz, der hier schlicht ignoriert wird. Ich verstehe den Reiz, es selber, besser, anders machen zu wollen. Aber die Navigation unter Android ist super. Die Ausnutzung des kleinen Screens bei gleichzeitig sehr vielen Apps ist ebenfalls super. Warum also was völlig Neues? DAS sind nicht die großen Android-Probleme.

Mal ein paar Details zum App-Wechsel: Der App-Wechsel, aka ALT-TAB, zeigt eine ganz hübsche 3D-Ansicht der Apps. Bei vielen geöffneten Apps ist die Übersicht völlig dahin. Schließt man die App ganz links, wird die ALT-TAB-Ansicht automatisch verlassen und die nächste App übernimmt den Screen – völliger Murks.

ubuntu touch app-wechsel.
Hübsch, aber unübersichtlich

Oder das Beispiel Browser-Tabs: Die Tabs findet man nicht über das übliche kleine Icon mit der aktuellen Tab-Anzahl oben rechts als Button, sondern als Slider unten in der Mitte. Und die Tab-Wechsel-Ansicht zeigt dann auf möglichst unübersichtliche Weise die geöffneten Tabs. Auch hier: Warum zwanghaft anders?

ubuntu touch browser tabs.
Tabs im Browser – unübersichtlich

Terminal und Paketmanager

Es geht weiter mit unnötigen Neuigkeiten. Dass ein Linux-Mensch wie ich umgehend den Terminal öffnet und irgendwelche apt-Befehle eintippt ist wohl normal. Und es ist sogar okay, dass apt zwar läuft, aber nichts kann, weil es aus irgendwelchen technischen Gründen vorhanden ist, aber eben nicht zum Nutzen. Egal, heißt der Paketmanager halt click. Click ist als Low-Level-Tool aber nicht für die Installation von Paketen gedacht und kann es wenn überhaupt nur mit lokalen Dateien. Egal, dann eben pkcon, von click selbst empfohlen. Und siehe da: pkcon update zeigt sogar etliche Updates an. Abholen ist aber nicht: Read-only-Dateisystem.

Nächster intuitiver Aufruf: man pkcon bringt folgende Info hervor:

This system has been minimized by removing packages and content that are not required on a system that users do not log into.
To restore this content, including manpages, you can run the 'unminimize' command. You will still need to ensure the 'man-db' package is installed.

Man sagt mir also, mir als eingeloggtem User, dass man sich hier nicht einloggt … Egal, ent-minimiere ich halt: Mööp, Read-only-Dateisystem. Vergessen wir also den Terminal.

SSH? Netzwerkfreigabe?

Die Ubuntu-Touch-Tastatur ist schrecklich, für den Terminal völlig ungeeignet – klar, da loggt man sich ja auch nicht ein … Erfreulicherweise kann man eine SSH-Verbindung herstellen. Dafür muss man allerdings die SSH-Schlüssel des zugreifenden Rechners auf das Smartphone kopieren, zum Beispiel per Messenger. Und man muss den SSH-Dienst starten – im Terminal. In dem Terminal, in dem sich niemals jemand einloggt … Und wenn das alles funktioniert, muss man sich noch darum kümmern, dass das auch beim Start automatisch läuft. Wie auch immer, hatte ich keine Lust zu.

Naja, immerhin stand irgendwann die SSH-Verbindung, Zeit, eine Netzwerkfreigabe einzubinden. Und erneut: Pustekuchen. Der Kernel kommt mit CIFS nicht klar, also kann man normale Samba-Freigaben vergessen.

Dateimanager, Galerie, Teilen

Nächster Angriffspunkt: Der Dateimanager, seit jeher das zentrale Werkzeug auf grafischen Systemen. Naja, unter Android hat man das sträflich vernachlässigt. Und unter Ubuntu Touch? Ja, auch da. Der Dateimanager hat zum Beispiel keine Sharing-Funktion – blöd, da es ja auch keine geteilten Netzwerkordner gibt. Es gibt auch keinen Zurück-Button, man muss über die Breadcrumbs gehen, okay, aber nicht schön.

Wie bekommt man also die Datein weg vom Gerät? Klar, öffnet man die Bilder halt mit der Galerie. Die hat – natürlich – eine Sharing-Funktion. Allerdings begreift die nicht, dass Telegram installiert ist. Ganz offiziell aus dem App-Store. Die Bilder von A nach B zu bringen ist die Hölle. Meine Lösung:

dd if=Pictures/Screenshots/screenshot20231222_213240648.png | ssh mirco@192.168.178.68 dd of=/media/evo/tmp/testbild.png

Das kann’s ja nicht sein. Teilen ist schon unter Android bisweilen grottig gelöst, hier kann man es zunächst vergessen.

Wie wäre es mit Öffnen mit? Ich wollte eine Textdatei öffnen. Anklicken bringt nur den App-Store zum Öffnen der Textdatei hervor, was natürlich nicht funktionieren kann. Also einen Editor installiert, der aber auch nicht in dem Dialog auftaucht. Also halt Editor geöffnet, Datei öffnen gewählt und – logo – keine Möglichkeit zu der Textdatei zu navigieren. Mit anderen Worten: Ich habe es tatsächlich nicht geschafft, die Datei anzuzeigen. Nun, natürlich hat

cat Downloads/meine-datei.txt

funktioniert. Aber eigentlich loggt man sich da ja nicht ein.

Apps

Nun denn, verlassen wir mal die vorgegebenen Apps, starten den App-Store und rüsten halt nach und … Tja, erwartungsgemäß gibt es im Store nicht viel, die Nutzerbasis von Ubuntu Touch ist nun mal klein. Ein paar Trivial-Spiele, ein paar Basis-Tools, ein Dateimanager, der auch nicht weiterhilft. F-Droid wird dagegen wie der Playstore gegenüber F-Droid.

Aber es gibt das Wichtigste: Ein paar Messenger, KeePass, eine sehr schöne Karten-App, die unter anderem Google Maps und Apple Maps enthält, insgesamt vielleicht 200 Apps. Selbst eine Virtuelle-Maschinen-App ist dabei! Kurz: Die absoluten Basics sind da, normale Playstore-Junkies werden sich aber fragen, ob das ernst gemeint ist. Für Techies ist das schon okay.

Apps in Containern

Libertine sollte eigentlich ein Key-Feature sein: Mit der Container-Lösung lassen sich traditionelle X-Apps auf Ubuntu Touch nutzen, also das, was Ihr vom Desktop-Ubuntu kennt. Und dadurch wird das Smartphone am großen Bildschirm zu einem echten Desktop-Linux – der perfekte Hyprid. Nun, sagen wir würde, und sollte, und ließen. Hier funktioniert schlicht nichts. Libertine in den Einstellungen schafft es nur einen drehenden Wartering zu zaubern, sonst nichts. Großer Bildschirm funktioniert auch nicht. Über USB-HDMI-Adapter geht es grundsätzlich nicht und Cast zumindest hier auch nicht, da keines meiner drei tauglichen Geräte gefunden wird.

Der größte Booster für Ubuntu Touch ist aber Waydroid: Damit könnt Ihr normale Android-Apps in Ubuntu Touch nutzen. Sie werden wunderbar in den normalen Launcher eingefügt, laufen fix und … produzieren doch weitere Aber-Einwürfe. Denn Waydroid etabliert schlicht einen Android-Container, sprich Ihr arbeitet dann in einer relativ normalen Android-Umgebung, samt eigenem Launcher, eigenen Systemeinstellungen, eigenen Konten und so weiter. Sobald Ihr mit

 sudo mount --bind ~/Pictures ~/.local/share/waydroid/data/media/0/Pictures

und ähnlichen Befehlen gemeinsame Ordner erstellt habt, können die Waydroid-Apps auch die normalen Ordner und Daten des Ubuntu-Touch-Dateisystems nutzen. Es fühlt sich aber dennoch nicht wie ein System an. Da kann man dann auch gleich die Grundlage Lineage OS nutzen.

ubuntu touch libertine screens.
Libertine: Super! Funktioniert aber nicht …

Aber: Wenn natürlich Libertine funktioniert wie es soll, dann hat man gewissermaßen ein Desktop-Linux, ein Android und ein Mobile-Linux auf einem Gerät – und somit endlich genau den Hybriden, den wir uns alle wünschen. Nun, in einer Patchwork-Variante. Und um das klarzustellen: Waydroid funktioniert manchmal relativ einwandfrei. Manchmal. Es stürtzt ständig ab.

Kleinkram

Lustigstes Problem bislang: Irgendeine App hat angefangen einen kurzen Beat wiederzugeben – keine Ahnung welche. Ist aber auch egal, selbst nachdem alle Apps geschlossen wurden lief die Sequenz weiter. Also Bluetooth-Verbindung gekappt. Dann lief es halt so weiter … Lösung: Neustart.

Unlustigstes Problem bislang: Aus mir unbekannten Gründen kann ich seit dem 23.12. keine Screenshots mehr erstellen. Und keine Fotos. Und keine Dateien vom PC kopieren. Irgendwas scheint den Schreibzugriff versaut zu haben. Ein weiteres No-Go.

Erwartungskonformstes Problem: Abstürze. Browser, Waydroid, App XY – etliche Dinge stürzen bisweilen ab oder lassen sich gar nicht erst starten.

Zumindest gewöhnungsbedürftig: Android-Apps via Waydroid werden transparent in den Launcher integriert – sehr gut. Das heißt aber auch, dass es oft doppelte Einträge gibt, also zum Beispiel zwei mal Music, einmal für die Ubuntu- und einmal für die Waydroid-App. Letztere haben Android-typische runde Icons. Für mich kein Problem, aber ich befürchte, nicht alle würden diesen Zusammenhang sofort erkennen. Zumal das mit dem Rund-vs-Eckig auch nicht immer hinkommt, und dann darf man raten.

ubuntu touch icons.
Doppelte Einträge via Waydroid

Dokumentation? Gibt es. Allerdings ist sie dermaßen dünn und so ganz und gar nicht auf Otto Normalverbraucher zugeschnitten, dass man da jetzt nicht gerade in Verzückung gerät.

Oder wie wäre es mit der UBports-Webseite? Man kann sie auf Deutsch umstellen – ohne Wirkung. Es gibt kein Impressum – was in Deutschland Pflicht ist. Wo sitzt UBports laut Datenschutzbestimmungen? Genau, in Berlin, Deutschland.

Oder der UBports-Shop? So viel ich hier auch meckere und meckere und gar nicht aufhören kann, ich will ja ein gutes Mobile-Linux. Also wollte ich Merch kaufen, um UBports zu unterstützen, Stifte für 20 Euro plus vielleicht eine Tasse. Was ich ohne Impressum eigentlich nie tun würde. Und dann sagt mir der Warenkorb: Versandkosten von 7,50 Euro. Für 7 Stifte. Keine Ahnung wo die herkommen, Berlin ist die einzige Adresse. Ja, das ist der Standardpreis der DHL, wenn es ein Paket sein soll, mit Sendungsverfolgung. Aber Kleinscheiss wie Stifte könnte man doch auch einfach in einen Umschlag packen, oder? Naja, ich habe trotzdem gekauft, bin eben ein Open-Source-Enthusiast ;)

einkaufsbeleg.
Okay, hier bin ich pingelig, das fehlende Impressum ist schlimmer

Ubuntu-Touch-Fazit

Ubuntu Touch wird nicht von Canonical entwickelt, die haben den Support vor Jahren eingestellt. Heute arbeiten rund 8.500 Freiwillige an dem Projekt. Die Industrie wird tendenziell kein sonderlich großes Interesse an einem freien, offenen Smartphone-Betriebssystem haben (wobei MDM-Anbieter vielleicht mal überlegen sollten ;) ). Normale Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer dürften in der Regel keinen Gedanken an Android-Ersatz verschwenden. Und die verblendeten Apple-Jünger geben eh nichts auf Freiheit, Transparenz und Anpassungsmöglichkeiten.

Die Umstände sind einfach nicht wirklich gut für die Entwicklung eines ernsthaften Android-Konkurrenten. Zudem weiß ich auch, wie es auf der anderen Seite des Codes aussieht. Entwicklung verschlingt Zeit ohne Ende. Man ist ständig auf Dritte angewiesen, die beim Testen und Debuggen helfen. Alle haben Wünsche und nur die Wenigsten auch Lösungen. Und als langjähriger Unterstützer und Fan freier Software will ich Ubuntu Touch toll finden.

Aber so schwer es mir fällt, das zu sagen: Kann ich nicht. Aus Endnutzersicht sind die Umstände nun mal nicht sonderlich relevant, nur das Ergebnis ist es. Und Ubuntu Touch hat was von einem Desktop-Linux vor 20 Jahren. Ambitioniert, voll toller Konzepte, aber unausgereift, voller Fehler und schlechter Design-Entscheidungen. Fehler, Abstürze und Nicht-Funktionierendes kann ich natürlich nur für mein Pixel 3a so unterstellen. Welches allerdings offiziell voll unterstützt wird.

Und auch die Dinge, die funktionieren, benötigen oft einfach viel mehr Aufwand, als man Nicht-Techies zumuten kann.

Die guten Seiten: Ubuntu Touch sieht eigentlich verdammt gut aus, ist performant und hat mit Waydroid und Libertine einfache Ansätze für ein immenses Potenzial. Der UBports-Installer ist hervorragend, absolut einsteigertauglich. Die wichtigsten Funktionen eines Smartphones sind vorhanden, die Einstellungen wunderbar übersichtlich umgesetzt. Das Hybrid-Konzept für Mobile und Desktop überzeugt ebenfalls, ich würde das wirklich wirklich gerne nutzen …

Ubuntu Touch ist derzeit sicherlich nur für Techies interessant. Wer das Leben eines alten Smartphones über die limitierte Update-Dauer der Originaldistribution verlängern will, sollte lieber zu etwas wie Lineage OS greifen, also eine wirklich freie Android-Distribution.

Kleine Ausnahme: Man kann natürlich komplett auf Waydroid setzen, wenn es um die mobile Nutzung geht, und auf Ubuntu Touch selbst für den Desktop-Modus. Etwas unrund, aber etwaige Fehler mal außen vor, könnte das schon interessant sein.

Insofern: Auch wenn es mir schwer fällt, so ausführlich über ein freies, weitgehend konkurrenzloses, ambitioniertes und gut konzeptioniertes Projekt zu meckern, zumindest meine Erfahrungen mit dem System lassen soweit kein anderes Urteil zu. Die Bugs werden sicherlich irgendwann verschwinden und würde alles funktionieren, wäre ich jetzt schon verdammt glücklich! Dann könnte ich auch die unglücklichen Design-Entscheidungen verzeihen, die unbedingt das Rad neu erfinden wollen …

Hier nochmal der Link zur Installationsanleitung – macht Euch selbst ein Bild! Für Techies springt da mindestens ein höchst interessanter Nachmittag bei heraus. Ich für meinen Teil werde Ubuntu Touch dauerhaft auf dem Pixel lassen, als Nachttischgerät, Wecker, Podcast-Player und Kurzzeit-Browser reicht es allemal. Sicherlich wird es auch ab und an Artikel dazu geben, es wäre schon schön, wenn Ubuntu Touch einen größeren Bekanntheitsgrad erreichen würde. Vor allem unter Nicht-Techies – denn die Ottos sind der große Markt, nicht wir.

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Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler. Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds. Wenn Ihr hier mehr über Open Source, Linux und Bastelkram lesen und Tutonaut unterstützen möchtet: Über Kaffeesponsoring via Paypal.freue ich mich immer. Schon mal im Voraus: Danke! Nicht verpassen: cli.help und VoltAmpereWatt.de. Neu: Mastodon

4 Kommentare

  1. Zunächst einmal ist das ein interessanter Beitrag und vor allem mal wieder ein neuer über Ubuntu Touch. Allerdings kann ich den Frust bzgl. der Bugs und des Designs nicht ganz nachvollziehen, obwohl ich dich in einigen Punkten verstehe ;-)
    Zunächst zu mir: ich nutze UB ebenfalls auf einem Pixel 3a, und zwar seit etwas über zwei Jahren als Daily Driver. Dass das System an einigen Stellen noch nicht fertig ist, dürfte unbestreitbar sein. Das zeigt sich z.B. an folgenden Punkten:
    – noch keine Unterstützung von AGPS, dadurch dauert es immer etwas, bis z.B. unav mal die Position findet.
    – kein GPS mehr, wenn Waydroid gestartet wurde.
    – manchmal keine mobilen Daten mehr nach einem Telefonat.
    – Konvergenz (also Desktop-Modus) noch instabil.

    Jetzt kommt das ABER: ich mag das System. Sehr sogar. Ich mag auch die Oberfläche und das Bedienkonzept und ich habe auch keine Schmerzen damit, gewisse Bugs zu umschiffen. Ich glaube daran (und merke es selbst auch), dass das System dank der engagierten Community immer besser und besser wird.

    Textdateien kannst du dir inzwischen mit FileManger+ oder tedit anschauen ;-) Als Messenger leistet DeltaTouch hervorragende Dienste und mit unav kann man navigieren, ohne von Goggle getracked zu werden. Ich kann außerdem Pizza bestellen und diese mit PayPal zahlen und ich kann auch trotz fehlender nativer Apps Kino- oder Bahntickets kaufen ;-) Und mit Syncthing kann man alles auch geräteübergreifend synchronisieren. Man muss es halt einmal einrichten, aber dann hat man es selbst gemacht und es läuft einfach nur.

    Ubuntu Touch KANN ein Android-Ersatz sein, wenn man sich auf gewisse Dinge einlässt. Für viele Ottonormalnutzer wird es das auf dem Stand nicht sein, da gebe ich dir Recht.

    Ich mag auch die Gestensteuerung. Das Wechseln von Apps oder das Starten weiterer Apps aus einer laufenden heraus ist für mich persönlich einfacher als das, was ich von Android und iOS kenne. Ich bin aber auch kein Maßstab, weil ich alternative Konzepte grundsätzlich erstmal interessant finde.

    Das Entwickeln von Apps geht ebenfalls viel leichter: man kann aus mehreren Programmiersprachen wählen, man braucht keinen aufwändigen Zertifizierungsprozess – ja, das hat sicher auch Nachteile, aber ich finde, die Vorteile überwiegen. Du kannst übrigens auch Snap-Pakete nutzen, dann brauchst du Libertine nicht mehr. Geht auch besser :-)

    Ubuntu Touch hat noch einen langen Weg vor sich – aber es wird. Ich kann das System allen, die neugierig und ein bisschen experimentierfreudig sind, nur wärmstens empfehlen :-)

    1. Gerade den letzten Satz würde ich auch so unterschreiben, probieren lohnt sich!

      Experimentierfreude ist wirklich Voraussetzung, ich habe ja längst nicht alle Bugs und Eigenarten aufgezählt. Just heute morgen ist eine neue hinzu gekommen: Irgendein Alarm oder was auch immer lief und lief und ließ sich partout nicht ausschalten. Kein Wecker an. Alle Apps geschlossen. Einzige Lösung: Ausschalten. Eigentlich komisch, denn Ton bei ausgeschaltetem Display mag mir das System sonst so gar nicht gewähren, wenn ich ihn bräuchte …

      Naja, über Mastodon ist mir eine IDE für Ubuntu Touch über den Weg gelaufen, Touc… ach, kann ich mir wohl sparen ;) Ich mag dieses MIT-App-Inventor-Konzept, Programmieren mit Puzzle-Teilchen. Aber Variablen-Namen mit Leerzeichen? Da steht jemand so richtig wirklich auf alternative Konzepte!

      Für den Rest der Welt:
      Touch IDE

  2. Ich hatte damals auf dem PineTab eine ähnlich negative Erfahrung mit Ubuntu Touch. Die Installation war da nicht das Problem – es war vorinstalliert – aber das System funktionierte einfach nicht und sah auch nicht gut aus (das Font-Rendering war für das Display extrem schlecht eingestellt). Besonders das Libertine überhaupt nicht funktionierte stimmte mich traurig, dabei war das doch der große Vorteil von UT.

    Ich habe damals da nicht zu viel drüber geschrieben, auch weil ich dachte, dass es an der speziellen Situation mit dem unfertigen PineTab liegen würde. Und ich hatte die ähnliche Situation, dass ich Ubuntu Touch toll finden wollte. Aber wenn ich jetzt die Probleme bei dir sehe, auch noch so viel später, dann ist das genau das gleiche. Nur dass es damals WayDroid noch nicht gab. Flieg im Zweifel einfach mal über https://www.onli-blogging.de/1974/Pinetab,-ein-Ersteindruck.html, das deckt sich.

    PostmarketOS mit Plasma Mobile lieferte mir dann für die gelegentlichen Einsätze ein wesentlich benutzbareres Linuxsystem. Wobei ich befürchte, dass das für dein Pixelgerät nicht die beste Wahl wäre, die Kompatibilität mit der Hardware ist laut pOS-Wiki nicht optimal.

    1. Hier scheint es ein klein wenig besser zu laufen, immerhin funktioniert Youtube einwandfrei und einen Adblocker gibt es mittlerweile auch. Waydroid macht natürlich einen riesigen Unterschied, selbst wenn es nicht ganz problemlos läuft. Aber dass Libertine hier das gleiche Nicht-Verhalten an den Tag legt wie bei Dir vor immerhin 3 Jahren …, schon irgendwie unschön. PostmarketOS werde ich mir mal anschauen. Das, was da beim Pixel noch nicht ganz läuft, wäre zu verschmerzen. Muss mich aber erstmal von der Ubuntu-Touch-Erfahrung erholen ;)

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