„Eigene Dateien“, „Downloads“ & Co. lassen sich ganz einfach auslagern, um Platz und Schreibzugriffe bei teuren SSDs zu spren. Und so geht’s:

Windows Standard-Nutzer-Ordner wie „Eigene Dateien“, „Downloads“ und so weiter schlucken jede Menge Daten – und zumindest auf einer SSD-Platte ist das in der Regel nicht erwünscht. Zum einen geistert immer noch der Mythos von sterbenden SSDs durch die Welt: SSDs vertragen nur eine gewisse Menge Schreibzugriffe – mittlerweile zwar dermaßen viele, dass die Haltbarkeit selbst bei starker Nutzung für Jahre gewährleistet ist, aber wenn Ihr ständig riesige Dateimengen saugt, kostet es eben doch Monat um Monat Lebenszeit. Zum anderen sind SSDs aber einfach knapp bemessen und vergleichsweise teuer – warum also teuren Speicherplatz vergeuden? Lagert die Ordner einfach auf eine zweite Platte aus, um Platz und Schreibzugriffe zu sparen.

Die Anleitung ist mit Win 7 gemacht, funktioniert aber analog auch auf anderen Versionen.

Einfach per Kontextmenü

Ordner wie „Eigene Dateien“ und „Downloads“ sind keine normalen Ordner, sondern Bibliotheks-Ordner. Das heißt, dass „Downloads“ schlicht ein Ordner zugeordnet wird, standardmäßig c:/users/NUTZERNAME/Downloads. Es kann aber auch jeder andere sein, etwa d:/meine-downloads. Ruft einfach das Kontextmenü des Downloads-Ordners auf und ändert den Speicherort im Pfad-Reiter, den Ihr bei all Euren Nutzer-Ordnern findet. Windows fragt dann sogar, ob Ihr die Inhalte direkt dorthin verschieben wollt.

„Eigene Videos“ ist kein normaler Ordner, auch wenn er so aussieht.

Schnell in der Registry

Wie üblich, sind derlei Einstellungen auch in der Registry zu finden. Öffnet den Registry-Editor über Win+R und dann „regedit“ und navigiert zu folgendem Bereich: „HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\User Shell Folder“. Hier findet Ihr alle Ordner an einem Platz und per Doppelklick könnt Ihr neue Pfade angeben – das geht einfach etwas schneller als über die einzelnen Kontextmenüs. Wie immer: Wenn Ihr an der Registry rumbastelt, solltet Ihr vorher ein Backup erstellen (über Datei/Exportieren).

Sieht doof aus, ist aber schnell: Die hausgemachte Plage namens Registry.

Umzug der ganzen Nutzer-Profile?

Vielleicht ist Euch aufgefallen, dass alle Standardpfade mit %USERPROFILE% beginnen, was standardmäßig für den Pfad c:/users/NUTZERNAME/ steht. Da drängt sich die Frage auf, ob sich Nutzeprofile (auch neue!) nicht gleich komplett auslagern lassen – und natürlich geht auch das. Das ganze ist allerdings einigermaßen aufwändig, vor allem, weil in der Registry alle Einträge zum Originalpfad ersetzt werden müssen, was nicht immer ganz unproblematisch ist. Eine ordentliche Anleitung findet Ihr hier – aber bevor Ihr loslegt, lest Euch mal ein wenig durch die Kommentare und entscheidet dann selbst. Wenn neue Nutzer-Profile vor vorne herein ausgelagert sein sollen, lohnt sich der Aufwand. Wenn Ihr lediglich Eure SSD von ein paar Speicherfressern befreien wollt, genügt es allemal, leditlich ein paar Pfade per Kontextmenü zu ändern.

Übrigens: Wie Ihr Eure Windows-Installation ganz einfach von einer alten Festplatte auf eine flotte SSD umzieht, zeigen wir Euch in dieser Anleitung.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, BSI-Mitarbeiter, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 24 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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Kommentare

  • Der Ansatz ist verständlich, aber ist gerade Sinn der Sache Daten schnell zur Verfügung zu haben und insbesondere die eigenen Dokumente? Macht doch gar keinen Sinn die Festplatte wieder rattern zuhören wenn ich eine Excel öffnen will?

    • In den eigenen Dokumenten landet aber eben auch jeder Mist, den irgendwelche Programme ablegen – man käme also schneller an seine Excel-Datei, zum Preis, dass man der SSD „schadet“. Ich habe mich allerdings schon von Anfang an aus diesem Bibliotheks-Unfug herausgenommen, alle meine wichtigen Daten liegen eh auf einem separaten Datenträger. In den Standard-Nutzerordnern liegen bei mir nur Downloads und eben das, was Programme von sich aus dort ablegen. Von daher habe ich das Problem nicht – also Danke für den Input!