Ihr wollt nicht, dass Amazon-Mitarbeiter versehentliche Aufnahen von Euch anhören, protokollieren und verarbeiten? Mit ein paar Taps ist Schluss damit.

In letzter Zeit waren die Sprachassistenten regelmäßig wegen ihrer Lauschangriffe in den Medien. Und zumindest bei Amazon Alexa könnt Ihr das nun recht simpel einstellen. Das eigentliche Problem ist dabei nicht die Verarbeitung der absichtlich abgesetzten Befehle und Interaktionen von Algorithmen, sondern die manuelle Verarbeitung versehentlicher Aufnahmen. Sprachassistenten glauben nämlich manchmal aktiviert worden zu sein, wurden es aber gar nicht, jedenfalls nicht absichtlich. Setzt das Alexa-Aktivierungswort mal auf Computer und guckt ein wenig Star Trek …

Bei Star Trek wird das Schiff ständig mit Computer angesprochen, folglich aktivieren sich Echo oder Dot ständig und lauschen den Gesprächsfetzen der Crew – oder was auch immer sonst noch im Raum gesprochen wird. Einem Algorithmus ist das alles herzlich egal, der weiß ja nicht, was gemeint ist. Ein Mensch hingegen weiß das sehr wohl einzuordnen. Und genau darum sitzen bei den Anbietern Leute, die Aufnahmen der Assistenten anhören und abtippen und dem Algorithmus/Dienst somit helfen, Dinge zu „verstehen“, die eigentlich außerhalb der Programmierung liegen. Mensch-gestützte KI wenn Ihr so wollt …

Für oder gegen den Kunden?

Das ist natürlich auf den ersten Blick unschön. Auf den zweiten Blick muss man aber auch sagen: Natürlich ist das eine technisch sinnvolle Maßnahme, um das Produkt zu verbessern. Ein zweischneidiges Schwert, wie so oft. Eindeutig inaktzeptabel wird es, wenn Mitarbeiter beispielsweise ein Nutzergespräch hören, das, nun, „Problemchen“ erahnen lässt – sowas in der Art wie „Sei ruhig oder ich schlage Dich tot!“ Denn, so wurde zumindest ein anonymer Whistleblower in irgendeiner Nachrichtensendung zitiert, die Mitarbeiter sind offenbar zur absoluten Geheimhaltung verpflichtet. Nun dürften die Gespräche eher nicht live, sondern nachträglich gehört werden – dennoch bleibt mindestens ein fader Beigeschmack. Und wenn ein Gespräch auf ein künftiges Verbrechen schließen lässt, dürften die Mithörer eh gesetzlich verpflichtet sein, dies zu melden.

Und für alle die notorischen Ich-habe-nichts-zu-verbergen-Typen: Wenn so ein Lauscher hört, wie Ihr völlig hemmungslos in der Geborgenheit Eurer Kemenate in/unter/auf einem anderen Menschen herumdoktort (Ihr wisst schon …), könnte er doch auf die Idee kommen: „Och, das Gestöhne von Frau Mayer und ihrem Liebhaber speicher ich mir mal – vielleicht ja mal nützlich …“.

Alexa-Auswertung abschalten

Bei Alexa ist das manuelle Auswerten seit Neuestem einfach abzuschalten: Öffnet die Alexa-App und schaut unter Einstellungen/Alexa Datenschutz und öffnet dort Legen Sie fest, wie Ihre Daten Alexa verbessern sollen. Deaktiviert hier die verfügbaren Optionen.

datenschutz-shot bei alexa

In der Alexa-App könnt Ihr manueller Nachbereitung einen Riegel vorschieben.

Tipp: In den Datenschutzeinstellungen könnt Ihr über Verlauf der Smart Home-Geräte verwalten auch einen Sprachbefehl zum Löschen aufgezeichneter Befehle/Sprache aktivieren.

Mehr zu den erfreulichen Aspekten von Alexa findet Ihr hier.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler.

Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds.

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