Viele Cloud-Dienste sind nicht sicher. Wir zeigen, wie Ihr eine leistungsfähige Verschlüsselung einrichten könnt, um Euch vor Datenspitzeln zu schützen.

Verschlüsselte Ordner und Dateien könnt Ihr für jeden Online-Speicher einrichten, ganz gleich, ob der Anbieter die Funktion anbietet oder nicht. Wir zeigen, wie Ihr einen lokalen Ordner nutzt, dessen Inhalte automatisch verschlüsselt und auf Euren Cloud-Speicher geladen werden; dabei spielt es keine Rolle, ob Ihr die Dropbox nutzt, Google Drive, sonstige Anbieter oder eigene ownCloud-Installationen. Das Prinzip ist sogar ziemlich elegant: EncFS beziehungsweise encfs4win nutzt ein virtuelles Laufwerk in Windows (mit Hilfe von Dokan), das Ihr genauso nutzen könnt, wie C:/, F:/ und so weiter.

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Dieses Laufwerk ist mit einem von Euch bestimmten Ordner innerhalb des, beispielsweise, ownCloud-Ordners verbunden. Kopiert Ihr nun etwas auf das Laufwerkt, verschlüsselt EncFS automatisch im Hintergrund und speichert die verschlüsselten Versionen der Dateien im Cloud-Ordner. Auf diese Weise könnt Ihr auch wichtige und vertrauliche Dokumente problemlos in der Cloud ablegen, beispielsweise Passwortlisten – immer vorausgesetzt, Ihr verwendet ein gutes Passwort! Zum Entschlüsseln benötigt Ihr natürlich ebenfalls eine EncFS-Installation beziehungsweise einen EncFS-fähigen Client (für unser Beispiel verwenden wir die Open Source App Cryptonite für Android – die übrigens auch mit TrueCrypt-Containern klar kommt!).

1. Installation
Installiert zunächst die Dokan-Bibliothek von www.dokan-dev.net. Dokan sorgt im Hintergrund für ein virtuelles Laufwerk, beziehungsweise ein virtuelles Dateisystem, wie Ihr später noch seht.  Entpackt anschließend encfs4win auf die Festplatte und startet das Tool mit der Datei encfsw.exe, um eine grafische Nutzeroberfläche zu bekommen.

encfs4win

2. Ordner erstellen
Im Tray findet Ihr das Programm-Icon; startet mit „Open/Create“.   Erstellt den Ordner, der die verschlüsselten Dateien enthalten soll – natürlich innerhalb Eures Cloud-Speichers, sei es der Dropbox-Ordner oder hier sein ownCloud-Pendant.

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3. Passwort festlegen
Leget nun das Passwort für den Crypt-Ordner fest, sowie den Laufwerksbuchstaben für das virtuelle Laufwerk.

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4. Dateien speichern/verschlüsseln
Klickt wieder auf das Tray-Icon und mountet das eben angelegte Verzeichnis, welches folglich im Arbeitsplatz als neues Laufwerk namens DOKAN erscheint. Alle Dateien, die Ihr nun in das DOKAN-Laufwerk speichert, landen automatisch als verschlüsselte Variante in dem festgelegten Ordner, also in der Cloud.

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5. Cryptonite App installieren
Wechselt nun zum Handy und installiert/öffnet die Cryptonite-App. Wechselt auf den „Local“-Reiter und tippt den „Decrypt local folder“-Button.

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6. Crypt-Ordner auswählen
Jetzt navigiert Ihr zu Eurem eben angelegten Crypt-Ordner und wählt ihn mit „Select current folder“ aus (achtet hier auch auf die verschlüsselte Version einer Datei (4pUqrm …)). Voraussetzung ist natürlich, dass Ihr eine Sync-App für Euren Cloud-Speicher eingerichtet habt, hier beispielsweise den ownCloud-Client.

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7. Entschlüsseln
Nach der Passworteingabe klickt Ihr auf „Browse decrypted folder“ …

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8. Et voilá
… und schon seht Ihr die in Schritt sechs noch verschlüsselte Datei „Ideen_2013.txt“ mit Klarnamen. Da das Mounten von Crypt-Ordnern nicht auf allen Geräten funktioniert, müsst Ihr die Datei zum Betrachten/Bearbeiten gegebenenfalls in einen anderen Ordner exportieren. Um eine Datei vom Handy zu verschlüsseln, nutzt Ihr die Upload-Funktion aus dem Menü. Und vielleicht gibt es irgendwann auch einfache verschlüsselte Kommunikation – vielleicht.

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Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Stichwortschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler.

Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds.

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